Die häufigsten Interviewfragen im Vorstellungsgespräch

Wir geben Ihnen Beispiele, wie Sie darauf antworten können
Nervosität im Vorstellungsgespräch kann Ihnen die Aussichten auf Ihre Traumstelle verderben. Lassen Sie sich durch verzwickte Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Einige der schwierigsten Fragen kommen so häufig vor, dass Sie Ihre "unwiderstehliche" Antwort darauf bereits im Vorfeld vorbereiten können.

Das Vorstellungsgespräch dient zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Personaler möchte sich einen persönlichen Eindruck vom Kandidaten machen. Aber auch Bewerber haben die Gelegenheit das Unternehmen besser kennenzulernen. Auf jeden Fall gilt: Ihre Bewerbungsunterlagen und Qualifikationen sind für die verfügbare Position interessant, jetzt geht es darum Sie näher kennenzulernen. Wenn der erste Eindruck für beide Seiten passt, dann wird entweder eine positive Entscheidung getroffen oder die Gespräche gehen in die zweite Runde.

Inhaltsverzeichnis

Erzählen Sie uns von sich
Wie stellen Sie sich Ihren Traumjob vor?
Was können Sie in das Unternehmen einbringen?
Warum arbeiten Kollegen gerne mit Ihnen zusammen?
Beschreiben Sie Ihre beruflichen Erfahrungen. Worin kennen Sie sich besonders gut aus?
Entsprechen Ihre Noten Ihren Leistungen im Studium?
Was ist der größte Fehler, den Sie jemals begangen haben?
Wie gehen Sie mit Fehlern, Kritik und Rückschlägen um?
Lücken im Lebenslauf: Was haben Sie zwischen Job A und Job B gemacht?
Was ist Ihre größte Schwäche?
Können Sie unter Druck arbeiten?
Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
Wären Sie bereit, für Ihren Job auch umzuziehen?
Warum möchten Sie Ihren Job wechseln?
Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Warum haben Sie sich auf die Ausschreibung/in unserem Unternehmen beworben?
Was interessiert Sie besonders an der ausgeschriebenen Position?
Warum sollten wir Sie einstellen?  Warum sind Sie der/die Richtige?
Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Was haben Sie sich als Gehalt vorgestellt?
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Möchten Sie noch etwas fragen?
Weitere Fragen

 

Erzählen Sie uns von sich

Ihr Gesprächspartner will nur eine einzige Frage klären: wie gut Sie auf die ausgeschriebene Stelle passen. Sie müssen sich mit diesem Gedanken im Hinterkopf verkaufen. Daher sollten Sie schon vor dem Vorstellungsgespräch eine überzeugende und prägnante Antwort zu formulieren versuchen. Hierbei geht es darum die wichtigsten Eckpunkte Ihres beruflichen Werdeganges darzulegen. Dabei können Sie auch auf Ausbildung und Abschlüsse eingehen. Tipp: Schreiben Sie sich die wichtigsten Eckpunkte auf. Überlegen Sie dabei, welche Informationen/Skills/Tätigkeiten davon für den Arbeitgeber relevant sein könnten. Üben Sie ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel, mit einem Freund oder einfach nur für sich – das gibt Ihnen Sicherheit und Sie merken selbst, wo Sie noch ein bisschen nachbessern können. Machen Sie sich keine Gedanken darüber, dass Ihre Antwort womöglich etwas linkisch wirken könnte, weil Sie sie sich schon im Vorhinein überlegt haben. Das ist immer noch besser, als wenn Sie vergessen, etwas Wichtiges zu erwähnen. Noch mehr Tipps für die Vorbereitung auf die Frage „Erzählen Sie uns von sich

Der Artikel Bewerbungsstrategien für Berufsanfänger, hilft Ihnen so schnell wie möglich durchzustarten.

 

Wie stellen Sie sich Ihren Traumjob vor?

Oft verbirgt sich hinter dieser Frage im Hinterkopf des Personalers die Abwägung, ob Ihre Vorstellungen mit der Realität der Stellenausschreibung kompatibel sind. Es ist daher wichtig, Tätigkeiten einzubringen, die sich mit der ausgeschriebenen Stelle decken. Im Grunde ist es aber auch ein Balanceakt zwischen zu abstrakten Wünschen, die für Ihr Gegenüber nicht greifbar sind, und zu konkreten Schilderungen, die eventuell doch von der Realität im Unternehmen abweichen. Sprechen Sie also ruhig über Tätigkeiten, die Ihnen Spaß machen, denn nur das können Sie auch authentisch und überzeugend rüberbringen. Behalten Sie aber dennoch immer im Hinterkopf, welche Tätigkeiten tatsächlich auch in der neuen Position auf Sie zukommen werden, damit man Sie als geeigneten Kandidaten für die Stelle wahrnimmt.

 

Was können Sie in das Unternehmen einbringen?

Bleiben Sie objektiv, zählen Sie Ihre Qualifikationen und Stärken auf, die zu dieser Stelle passen. Erwähnen Sie unbedingt, dass Sie Berufserfahrungen einbringen, die einen Zusammenhang mit dem zentralen Geschäftsziel des Unternehmens aufweisen. Versuchen Sie möglichst herauszufinden, was für das Unternehmen strategisch wichtig ist. Tipp: Gehen Sie am besten vorab die Stellenausschreibung nochmals Punkt für Punkt durch und überlegen Sie sich, was Sie dem Arbeitgeber zu bieten haben und was Sie so qualifiziert bzw. besonders für die Position macht. Zum Beispiel können Sie den Jahresbericht des Unternehmens lesen. Führen Sie dann aus, wie Sie das Unternehmen bei der Erreichung dieser Ziele unterstützen können.

 

Warum arbeiten Kollegen gerne mit Ihnen zusammen?

Bei dieser Frage haben Sie indirekt die Möglichkeit, auf Ihre Stärken hinzuweisen. Über diese sollten Sie sich im Rahmen der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ohnehin Gedanken machen. Eine kleine Anleitung zur Identifikation Ihrer Stärken sowie praktische Beispiele finden Sie in unserem Artikel Stärken im Bewerbungsgespräch. Wenn Sie Ihre Stärken bereits definiert haben, geht es für die Beantwortung dieser Frage dann darum, jene herauszufiltern, von denen Ihre Kollegen profitieren können. Sind Sie beispielsweise sehr kommunikativ und ein Team Player? Überzeugen Sie durch vernetztes Denken, mit dem es möglich ist, Zusammenhänge für andere herzustellen, die selbst nur vertieft in einer Materie arbeiten? Wo auch immer Ihre Stärken liegen, versuchen Sie im ersten Schritt, den Mehrwert für Ihre Kollegen herauszufiltern und im zweiten Schritt, dies auch noch mit einem praktischen Beispiel aus Ihrer Berufslaufbahn zu untermauern.

 

Beschreiben Sie Ihre beruflichen Erfahrungen. Worin kennen Sie sich besonders gut aus?

Bei der Beantwortung dieser Frage ist es ausreichend, wenn Sie zeigen, dass Sie Ihre Kenntnisse bei der Lösung der praktischen Probleme anwenden können, mit denen Sie womöglich auf der Stelle konfrontiert werden. Wenn Sie wissen, worauf es bei der Stelle ankommt, können Sie sich vermutlich auch vorstellen, welche Arten von Problemen Ihnen dort begegnen können. Überlegen Sie sich ein Problem, das ähnlich war und das Sie gelöst haben. Bereiten Sie sich darauf vor, dieses Problem und die Lösung auszuführen. So kann sich Ihr Gesprächspartner ein Bild von Ihnen als kompetenter Mitarbeiter bzw. kompetente Mitarbeiterin machen.

 

Entsprechen Ihre Noten Ihren Leistungen im Studium?

Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen und fangen Sie nicht an, sich herauszureden, wieso Sie in diesem oder jenem Seminar durchgefallen sind. Sprechen Sie lieber über Ihre besten Noten und erläutern Sie die Gründe dafür, dass Sie so gut abgeschnitten haben. Wenn Ihre Noten nur mittelprächtig waren, sollten Sie unbedingt andere Aktivitäten nennen, denen Sie neben dem Studium nachgegangen sind.

 

Was ist der größte Fehler, den Sie jemals begangen haben?

Wenn Sie Ihre Fehler eingestehen, erhält das Gespräch dadurch eine persönliche Note. Allerdings sollten Sie sich eher darauf konzentrieren, was Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben, anstatt die Gründe für Ihre Fehler zu erörtern.

 

Wie gehen Sie mit Fehlern, Kritik und Rückschlägen um?

Das Gute zuerst: Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie perfekt sind. Fehler können immer passieren, die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Dem Recruiter geht es bei der Frage vor allem darum, Ihre Problemlösungskompetenz und Kritikfähigkeit zu erfassen. Achten Sie daher bei der Beantwortung der Frage auf positive Formulierungen, die auf einen Weitblick schließen lassen. Konkret bedeutet das: Natürlich sind Fehler unangenehm, man kann sie aber auch als Chancen sehen, sich weiterzuentwickeln und daraus zu lernen. Legen Sie den Fokus niemals auf den Fehler und weshalb er entstanden ist bzw. wer eventuell dafür verantwortlich war, sondern auf den Prozess der Lösungsfindung. Im Endeffekt möchte Ihr zukünftiger Arbeitgeber heraushören, dass Sie sich von Fehlern nicht gleich aus der Bahn werfen lassen, sondern es schaffen, sie zu erkennen und zu analysieren, um für die Zukunft daraus zu lernen. Wenn Sie dazu ein positives Beispiel aus Ihrer Berufspraxis haben, lassen Sie auch das einfließen, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Dasselbe Prinzip ist auch auf Kritik umzulegen. Vermeiden Sie einen pessimistischen Zugang zu Kritik und fokussieren Sie sich darauf, dass Kritik ebenfalls ein positiver Anstoß sein kann, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Und vor allem:  Bleiben Sie dabei authentisch und auch ehrlich. Niemand wird Ihnen abkaufen, dass Ihnen noch nie ein Fehler unterlaufen ist oder dass Sie noch nie Kritik einstecken mussten. Sich diese einzugestehen und strukturiert an die Lösung heranzugehen, zeugt von Ihrer persönlichen Stärke und genau damit können Sie punkten.

 

Lücken im Lebenslauf: Was haben Sie zwischen Job A und Job B gemacht?

Weist Ihr Lebenslauf Lücken auf, können diese beim Bewerbungsgespräch thematisiert werden. Den Recruiter interessiert dabei, was Sie in der Zwischenzeit gemacht haben und weshalb es zu der Lücke kam. Vielen ist diese Frage unangenehm, doch es ist nur allzu menschlich, dass es in der Praxis manchmal nicht vermeidbar ist. Wichtig bei der Beantwortung ist, dass Sie bei den Fakten bleiben und zwar sachlich und ohne Schuldzuweisungen. Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job waren, erklären Sie dies. Fokussieren Sie sich auf das, was Sie unternommen haben, um einen neuen Job zu finden oder weshalb Sie sich beruflich neu orientieren wollten. Wenn Sie die Zeit außerdem genutzt haben, um sich beruflich weiterzubilden, kommt das natürlich besonders gut an. Auch Auslandsaufenthalte werden in diesen Zeiten gerne gesehen, da sie in vielen Berufsfeldern als Zusatzqualifikation gesehen werden. Für weitere Tipps, wie Sie auf die Frage nach Lücken im Lebenslauf reagieren können, finden Sie in unserem Artikel über Lücken im Lebenslauf.

 

Was ist Ihre größte Schwäche?

„Ich arbeite zu viel“ wäre vielleicht so ein typischer Klassiker in den 80er Jahren gewesen, aber heute suchen Arbeitgeber nach persönlichen Eigenschaften. Sprechen Sie lieber über Ihren „Lernbedarf“, beispielsweise über Ihre Lücken im Bereich Technik. Wählen Sie möglichst eine Schwäche aus, die direkt mit der Stelle in Zusammenhang gebracht werden kann. Erläutern Sie, was Sie unternommen haben, um das Problem zu überwinden. Ehrliche Selbstkritik und ein kurzes Beispiel dazu, wie Sie an Ihren Lernbedarf herangehen, weisen auf eine flexible Persönlichkeit hin. Punkto Persönlichkeit, viele Firmen nutzen im Bewerbungsverfahren den Persönlichkeitstest, um zu erfahren ob Sie zum Unternehmen passen. Lesen Sie, wie Sie den Persönlichkeitstest meistern können.

 

Können Sie unter Druck arbeiten?

Im Vorstellungsgespräch beantwortet wohl jeder diese Frage mit Ja. Wenn Sie Ihr Gegenüber also wirklich beeindrucken wollen, dann sollten Sie das noch ein bisschen genauer ausführen. Eine Möglichkeit wäre, ein Beispiel dafür anzugeben, wie gut organisiert Sie sind. Dabei könnten Sie dann betonen, dass Ihnen eine gute Organisation hilft, weniger anfällig für Stress zu sein.

 

Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

Veränderungen sind etwas, das im beruflichen Umfeld immer wieder ein Thema ist. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Unternehmen ist es besonders wichtig, dass sie sich an geänderte Bedingungen anpassen und schnell reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und Veränderung ist auf Unternehmensebene nur dann möglich, wenn auch die Mitarbeiter in der Lage sind, proaktiv damit umzugehen. Es empfiehlt sich daher, eine positive Einstellung zu Veränderungen zu vermitteln. Wenn Sie Beispiele aus Ihrer Berufspraxis haben, die Sie anführen können, untermauern diese Ihre Einstellung noch zusätzlich. Zeigen Sie jedoch auch, dass Sie zur Reflexion fähig sind. Veränderung nur um der Veränderung Willen ist nicht immer zielführend. Lassen Sie Ihr Gegenüber wissen, dass Sie imstande sind, kritisch zu betrachten, wo Veränderungen Sinn machen und wo vorhandene Strukturen gut funktionieren und keiner Veränderung bedürfen. Damit können Sie bei dieser Frage auf jeden Fall punkten.

 

Wären Sie bereit, für Ihren Job auch umzuziehen?

Diese Frage kann einerseits deswegen gestellt werden, weil Sie sich für einen Job bewerben, der nicht in Ihrem Heimatort liegt. Andererseits kann es für die ausgeschriebene Stelle ebenfalls möglich sein, dass der Job mit einer starken Reisetätigkeit verbunden ist oder sogar einen temporären Umzug erfordert. Wenn dies aus dem Stelleninserat hervorgeht, empfiehlt es sich, diesen Punkt vorab mit Familie und Freunden abzuklären und sich zu fragen, ob Sie das selbst auch wollen. Nur so können Sie bereits eine konkrete Antwort auf die Frage geben. Und die sollte natürlich ehrlich sein. Bringen Sie gerne auch mit ein, dass Sie die Frage bereits im familiären Umfeld geklärt haben, denn das bekräftigt Ihr Interesse an der Position. Legen Sie auch offen, wenn Ihre Flexibilität bezüglich eines Ortwechsels noch von bestimmten Faktoren abhängt, zum Beispiel wenn ein Umzug erst dann in Frage kommt, wenn auch Ihr Partner eine neue Stelle in der jeweiligen Stadt gefunden hat oder Ähnliches.

 

Warum möchten Sie Ihren Job wechseln?

Wenn Sie Ihren Job wechseln möchten, ahnen Personaler vermutlich, dass Sie dort nicht mehr zufrieden sind. Die Gründe für den Jobwechsel im Vorstellungsgespräch anschaulich zu formulieren, will jedoch gelernt sein. Die Vermutung liegt nahe, dass es Schwierigkeiten mit dem Chef, im Team oder der Aufgabe gibt. Dies mag ja sein, jedoch sollten Sie keinesfalls negativ über ihren (ehemaligen) Arbeitgeber sprechen. Das ist ein No-Go. Falls Sie nach vielen Jahren wechseln möchten, ist vermutlich der Wunsch nach beruflicher Veränderung ausschlaggebend. Tipp: Erklären Sie einfach, dass Sie eine neue berufliche Herausforderung suchen, sprechen Sie nicht schlecht über Ihren ehemaligen Arbeitgeber. Gehen Sie auch bei dieser Frage auf die Punkte der Stellenausschreibung ein, und erklären Sie dem Personaler, wie Sie Ihre neuen beruflichen Ziele verwirklichen möchten. Auch hier empfiehlt es sich, nicht aus dem Stegreif zu handeln, sondern sich vorab Gedanken zu dieser Frage zu machen. In unserem Artikel Warum wollen Sie den Job wechseln? können Sie sich vertiefend mit der Beantwortung dieser Frage auseinandersetzen.

 

Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Sich ein wenig über das Unternehmen zu informieren, von dem man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, gehört zur Vorbereitung zwingend dazu. Diese Frage wird sehr gerne gestellt, um herauszufinden, in welcher Form Sie Recherchen betrieben haben. Wie gut Sie informiert sind, lässt für den Interviewpartner nämlich Rückschlüsse auf Ihre Motivation zu. Die generelle Faustregel: Je genauer Sie sich mit dem Unternehmen und seinen Tätigkeiten auseinandersetzen, desto größer Ihr Interesse. Nutzen Sie diese Frage also, um über Ihr Wissen auch Ihr Interesse zu bekunden. Unser Tipp: Bereiten Sie ein paar Punkte vor, die Sie über das Unternehmen erwähnen können und stellen Sie dabei auch gleich einen Konnex zu Ihrer Person und Ihren Interessen her.

 

 Warum haben sich auf die Ausschreibung/in unserem Unternehmen beworben?

Hier geht es darum, dem Personaler zu zeigen, dass Sie sich über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle informiert haben. Als Vorbereitung auf diese Frage empfiehlt es sich daher, sowohl die Stellenausschreibung als auch die Website des Unternehmens genauestens zu studieren. Daraus können Sie dann Ihre Antwort ableiten. Verwenden Sie wesentliche Schlagworte und Schlüsselbegriffe daraus, denn das zeigt, dass Sie sich gut vorbereitet haben. Verknüpfen Sie diese mit bisherigen Aufgaben und Tätigkeiten aus Ihrer Laufbahn anhand konkreter Beispiele. Bei Anforderungen, die Sie noch nicht mit Berufserfahrung abdecken können, bekunden Sie Ihr Interesse, sich auch in diese Richtung vertiefend weiterentwickeln zu wollen. Ziel ist es, dass Ihr Interviewpartner erkennt, dass sich Ihre Kompetenzen und Interessen mit den Anforderungen der Stelle und des Unternehmens decken. Verzetteln Sie sich jedoch nicht mit negativen Schilderungen über Ihren bisherigen Arbeitsplatz, um zu begründen, weshalb diese Stelle besser für Sie wäre. Fokussieren Sie sich eher auf die positiven Aspekte der ausgeschriebenen Stelle und achten Sie darauf, dass Ihre Motivation mit einer gesunden Portion Enthusiasmus für das Aufgabenfeld rüberkommt.

 

Was interessiert Sie besonders an der ausgeschriebenen Position?

Diese Frage ist generell ähnlich zu beantworten wie die Frage „Warum haben Sie sich auf die Ausschreibung beworben?“. Ihren Interviewpartner interessiert hierbei auch, ob Sie sich über die Stelle im Vorfeld informiert haben. Versuchen Sie also auch hier, Schlüsselbegriffe und Schlagworte aus dem Inserat aufzugreifen und diese mit Ihrer Berufserfahrung zu verknüpfen. Die Fragestellung geht hier aber noch einen kleinen Schritt weiter und zielt ein wenig mehr auch auf Ihre persönliche Motivation für die Stelle ab. Überlegen Sie sich daher vorab, welche der angegebenen Aufgaben Ihnen besonders viel Spaß machen würden und weshalb. Eine gute Antwort auf diese Frage beinhaltet vier Komponenten:

✓ Eine detaillierte Kenntnis über die geplanten Aufgaben und Tätigkeiten der Stelle, bei der Sie auf die Formulierungen des Unternehmens achten sollten
✓ Die Verknüpfung mit bisherigen Erfahrungen Ihrer Berufslaufbahn / Ihres Lebenslaufes
✓ Die Verknüpfung mit persönlichen Stärken, die für die Tätigkeit essentiell sind
✓ Der Fokus auf Ihr Interesse, Ihre Motivation, Ihren inneren Antrieb, der mit diesen Tätigkeiten verbunden ist.

 

Warum sollten wir Sie einstellen?  Warum sind Sie der/die Richtige?

Hier geht es vor allem darum, sich bestmöglich zu verkaufen. Mit diesen Fragen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Stärken in den Vordergrund zu rücken und damit zu überzeugen. Am besten funktioniert das, wenn Sie diese so weit als möglich auf die Anforderungen der Stellenbeschreibung anpassen. Je mehr Überschneidungen Sie zwischen Ihren vorhandenen Kompetenzen und den gesuchten Kompetenzen präsentieren können, desto fundierter die Beantwortung der Frage. In unseren Artikeln Warum sind Sie der/die Richtige? und Warum sollten wir Sie einstellen? Erhalten Sie zusätzliche Tipps zur Beantwortung dieser Fragen.

 

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Hier haben Sie die Chance, Ehrgeiz gepaart mit realistischen Vorstellungen und Selbstvertrauen zu beweisen. Bei dieser Frage möchte sich Ihr Gegenüber erkundigen, welche Pläne Sie für die Zukunft haben. Das ist für manche gar nicht so leicht zu beantworten. Andere hingegen haben konkrete 5-Jahrespläne. Wichtig ist jedenfalls, dass sich Ihre Vorhaben mit jenen des Arbeitgebers decken. Tipp: Überlegen Sie sich Eckpunkte mit beruflichen Meilensteinen, die Sie gerne in den nächsten Jahren verwirklichen möchten. Stellen Sie auch hier eine Verbindung zum Arbeitgeber her und wie Sie diese im Rahmen Ihrer neuen Tätigkeit erreichen können. Eine gute Antwort könnte etwa lauten: „Ich hoffe, dass ich dann eine anspruchsvolle Stelle habe, auf der ich mich persönlich weiterentwickeln kann.“ Wenn die Fragen klischeehaft sind, brauchen Sie auch nicht vor klischeehaften Antworten zurückzuschrecken. Allerdings sollten Sie es auch nicht übertreiben.

 

Was haben Sie sich als Gehalt vorgestellt?

Auf diese Frage antworten Sie am besten, dass Sie ein Gehalt erwarten, das Ihren Leistungen auf der Stelle entspricht. Versuchen Sie auch deutlich zu machen, dass Sie an der Stelle interessiert sind wegen der Chancen, die sie für Sie eröffnet, nicht nur wegen eines hohen Gehalts. Die Gehaltsverhandlungen gehören in eine spätere Phase des Bewerbungsprozesses, nicht in das erste Vorstellungsgespräch. Für spätere Verhandlungen finden Sie heraus, wie das branchenübliche Gehalt aussieht, das ist eine gute Basis. Natürlich spielen Ausbildung, Qualifikationen und Erfahrung eine wesentliche Rolle, zusätzlich kann das Gehalt aber mit Verhandlungsgeschick noch deutlich aufgebessert werden. Gehaltsvorstellungen sollten Sie immer mit Ausbildung und Qualifikationen begründen können. Übertreiben Sie es nicht, so kann sich jeder qualifizierte Bewerber disqualifizieren. Es ist allerdings auch nicht gut, sich unter seinem Wert zu verkaufen.

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Der Personaler stellt diese Frage, um einerseits Ihre private Seite besser kennenzulernen, andererseits aber auch, um Rückschlüsse daraus zu ziehen, was Sie als Person betrifft. Denn Ihre Hobbys verraten viel über Sie: Ausgeglichen durch Sport? Kreative Ader? Sozial engagiert? Kollisionen mit Arbeitszeiten? Nicht jede Freizeitaktivität eignet sich jedoch dafür, im Rahmen eines Vorstellungsgespräches genannt zu werden. Überlegen Sie sich daher, welche Anforderungen an Ihre Person aus dem Stelleninserat hervorgehen und wählen Sie dementsprechend ein Hobby aus, bei dem ähnliche Charakterzüge erforderlich sind. Zum Beispiel: Sie bewerben sich für einen Job, bei dem initiative Hands-on Mentalität gefragt ist. Hier eignen sich Hobbys, wie in die Therme gehen, fauler Strandurlaub oder Netflix schauen vielleicht nicht unbedingt. Punkten könnten Sie jedoch mit einer Freizeitaktivität, wie Hobbybastler, Gartengestaltung oder Organisation von Wohltätigkeitsveranstaltungen. Ein heißer Tipp: Mit spannenden, ausgefallenen Hobbys, die nicht jeder hat können das Interesse Ihres Gesprächspartners wecken. Dadurch rücken Sie in den Fokus, heben sich von anderen Bewerbern ab und bleiben auch länger in Erinnerung. Auf jeden Fall vermeiden sollten Sie Hobbys wie Party machen, Extremsportarten, die viel Risiko mit sich bringen, aber auch sehr passive Freizeitaktivitäten wie im Internet surfen, sich ausruhen oder Fernsehen. Nähere Informationen dazu, wie Sie in der Bewerbung mit Hobbys umgehen und diese für sich nutzen können, finden Sie in unserem Artikel über Hobbys im Lebenslauf.

 

Möchten Sie noch etwas fragen?

Nun haben Sie die Gelegenheit, Fragen über die Stelle und über das Unternehmen zu stellen. Sie können auch eine persönlichere Frage stellen und Ihren Gesprächspartner fragen, warum er/sie gerne für das Unternehmen arbeitet. Als guten Abschluss des Gesprächs könnten Sie Ihren Gesprächspartner um seine Visitenkarte bitten und sagen, dass Sie später möglicherweise noch etwas nachfragen möchten. Wenn Sie nach dem Gespräch noch einmal anrufen, bringen Sie sich bei Ihrem Gesprächspartner noch einmal ins Gedächtnis und bekunden dadurch noch einmal Ihr Interesse an der Stelle. Für weiterführende Informationen zur Beantwortung dieser Frage lesen Sie unseren Artikel über Rückfragen im Vorstellungsgespräch.

 

Weitere Fragen

Es geht natürlich auch noch kniffliger. In unserem Artikel über die 25 schrägsten Bewerbungsfragen erhalten Sie Tipps zur Beantwortung von Fragen wie: Was war Ihr größter Fehler und was haben Sie aus ihm gelernt? Was spräche gegen Sie als Besetzung? Wann haben Sie das letzte Mal gegen eine Vorschrift verstoßen, und warum? Was machen Sie, wenn wir Sie ablehnen? Erzählen Sie mir etwas von sich, das mir hilft, mich unter all den Bewerbern gerade an Sie zu erinnern! Und noch viele mehr.

Manchmal werden in einem Bewerbungsgespräch auch richtig fiese Fragen gestellt. Unser Artikel über die fiesesten Bewerbungsfragen bereitet Sie darauf vor, erfolgreich mit unter anderem folgenden Fragen umzugehen: Glauben Sie nicht, dass Sie sich mit der Aufgabe zu große Schuhe anziehen? Was wäre Ihnen wichtiger: Ergebnisse bei der Arbeit oder ein gutes Arbeitsklima? Wenn Ihr derzeitiger Job so toll ist, warum wollen Sie dann wechseln? Weshalb haben Sie beruflich noch nicht mehr erreicht? Wie würden Sie mich als Interviewer beurteilen? Würden Sie sich in einem anderen Unternehmen nicht wohler fühlen? Was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen mitteilen würde, dass Sie uns heute nicht überzeugt haben? Wir zeigen Ihnen auch welche Fragen beim Bewerbungsgespräch unzulässig sind. Lesen Sie auch wie der perfekte Händedruck funktioniert. Mit einer guten Vorbereitung lassen sich Absagen bei der Bewerbung verhindern. Ebenso zeigen wir Ihnen mit welchen Eigenschaften Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen können

Was Sie nach dem Vorstellungsgespräch machen können, erfahren Sie im Artikel Erfolg durch dezentes Nachhaken bei der Bewerbung.

Bildnachweis: krung99/ Quelle: istockphoto.com

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