25 schräge Bewerbungsfragen

So brillieren Sie bei schrägen Bewerbungsfragen!
Auch Personaler können out of the box denken. Das merken Sie spätestens, wenn Sie mit einer der folgenden 25 schrägsten Bewerbungsfragen konfrontiert sind. Dann sollten Sie selbst unkonventionell reagieren. Mit den folgenden Tipps bleiben Sie souverän und behalten Oberwasser.

Inhaltsverzeichnis

1. Sind Sie Jäger oder Sammler?
2. Wer war der beste Chef, den Sie je hatten, und warum?
3. Was war Ihr größter Fehler und was haben Sie aus ihm gelernt?
4. Wie viele Smarties passen in einen VW-Bus?
5. Was werden Ihre Kollegen von Ihnen lernen, sollten Sie hier anfangen?
6. Wie erklärt man einem Blinden die Farbe Gelb?
7. Wie lange sind Sie schon auf Stellensuche, und warum?
8. Was würde Ihr früherer Arbeitgeber über Sie sagen?
9. Welche Farbe wären Sie in einer Buntstiftbox, und warum?
10. Was spräche gegen Sie als Besetzung?
11. Wann haben Sie das letzte Mal gegen eine Vorschrift verstoßen, und warum?
12. Wenn Sie beruflich nochmal ganz von vorne anfangen könnten, was würden Sie anders machen?
13. Würde Ihr Leben verfilmt, wer wäre die beste Besetzung, und warum?
14. Was machen Sie, wenn wir Sie ablehnen?
15. Wenn ich mit zwei Ihrer Ex-Kollegen spreche, einem Freund von Ihnen und einem, der kein Freund ist – Worin würden beide Ihre Person betreffend übereinstimmen?
16. Welcher Superheld wären Sie gerne, und warum?
17. Wenn Sie auf dem Titelblatt eines Magazins erscheinen könnten, welches Magazin wäre das, und warum?
18. Wie würden Sie Ihrer Großmutter Ihr technisches Lieblingsgadget erklären?
19. Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?
20. Wenn Sie den perfekten Job für sich selbst gestalten dürften, wie sähe dieser aus?
21. Welches ist Ihr Lieblingsereignis in der Geschichte?
22. Wenn Sie ein Tier wären, welches Tier wäre das, und warum?
23. Wenn Sie einen Tag in der Vergangenheit oder in der Zukunft erleben könnten, an jedem Ort und jeder Zeit des Universums, wofür würden Sie sich entscheiden, und warum?
24. Erzählen Sie mir etwas von sich, das mir hilft, mich unter all den Bewerbern gerade an Sie zu erinnern!
25. Erzählen Sie einen Witz

 

1. Sind Sie Jäger oder Sammler?

Klassische Entscheidungsfragen versuchen, Sie in eine der beiden Rollen zu drängen. Machen Sie nicht den Fehler zu sagen, sie seien ein Jäger, der aber auch gut im Sammeln ist. Dann schon lieber eine originelle dritte Kategorie, z.B.: „Ich bin der erste Höhlenmaler“. Überlegen Sie kurz und entscheiden Sie sich dann bewusst für eine der beiden Kategorien. Begründen Sie z.B. schlüssig, warum Sie ein Jäger sind, mit ein, zwei Ihrer guten Eigenschaften.

 

2. Wer war der beste Chef, den Sie je hatten, und warum?

Hier wird abgefragt, was Sie an einer Führungspersönlichkeit schätzen. Wählen Sie nicht mehr als zwei Attribute aus und konzentrieren Sie sich in der Beschreibung auf diese: „Herr Novak in der Kanzlei Semlacek war mein Lieblingsvorgesetzter, da er Humor in den schwierigsten Situationen bewies und nichts von mir verlangte, was er nicht selbst umsetzen konnte – und das bisweilen ohne Notwendigkeit beiläufig unter Beweis gestellt hat.“

 

3. Was war Ihr größter Fehler und was haben Sie aus ihm gelernt?

Bleiben Sie nicht an der Oberfläche! Hier geht es nicht darum, mal underdressed auf einem Kundenevent erschienen zu sein. Suchen Sie sich eine echte Schwäche und stehen Sie dazu. Erklären Sie, was Sie gelernt haben und wie Sie jetzt damit umgehen. Diese Frage ist eine Chance, Ehrlichkeit und Mut zu beweisen – lassen Sie sie nicht ungenutzt verstreichen!

 

4. Wie viele Smarties passen in einen VW-Bus?

Typische Schätzungen und „unlösbare“ Aufgaben sind neben persönlichen Fragen im Standardrepertoire von Personalern. Hier geht es um kreative Problemlösungskompetenz. Lösen Sie sich vom Anspruch, eine „richtige“ Antwort geben zu wollen. Wie wäre es mit: „18 Millionen und 351.422 – wenn ich alleine fahre. Etwa 6,5 Millionen weniger, wenn Sie mitkommen und – oh, hat er eigentlich eine Anhängerkupplung?“ Spielen Sie mit der Szene!

 

5. Was werden Ihre Kollegen von Ihnen lernen, sollten Sie hier anfangen?

Denken Sie nicht zu fachspezifisch oder daran, wie Kollegen hier „sein könnten“ – das wissen Sie noch nicht! Aber, Sie wissen etwas anderes: Man KANN etwas von Ihnen lernen. Was ist das? Sind Sie gut im Lösen von Problemen unter Zeitdruck oder können Sie das Verhalten von Menschen gut einschätzen? Bringen Sie Ihre ganze Persönlichkeit ein und überlegen Sie, was Sie zu geben haben.

 

6. Wie erklärt man einem Blinden die Farbe Gelb?

Denken Sie nicht an die Unmöglichkeit einer objektiv korrekten Antwort, sondern freuen Sie sich einen Augenblick lang darüber, dass solche Fragen überhaupt gestellt werden, bevor Sie loslegen. Fangen Sie bei der direkten Erlebniswelt einer blinden Person an und verbinden Sie diese mit Ihrer eigenen: „Für mich fühlt sich das Fell meines Hundes nach einem strahlenden Gelb an, wenn er zuhause an der Heizung liegt und seinen Körper nach einem Spaziergang im Regen wärmt.“

 

7. Wie lange sind Sie schon auf Stellensuche, und warum?

Ganz gleich, wie lange Sie bereits suchen, rechtfertigen Sie sich keinesfalls. Sie sind auf der Suche, weil Sie sehr konkrete Vorstellungen haben oder weil Sie hohe Ansprüche haben, die Sie erfüllt sehen möchten.

 

8. Was würde Ihr früherer Arbeitgeber über Sie sagen?

Idealerweise hat Ihr früherer Arbeitgeber tatsächlich einmal etwas Markiges über Sie persönlich gesagt, das Sie an dieser Stelle zum Besten geben können! Wenn dies nicht der Fall ist, versetzen Sie sich in seine Lage und beschreiben Sie sich aus seiner Sicht.

 

9. Welche Farbe wären Sie in einer Buntstiftbox, und warum?

Denken Sie synästhetisch. Welche Farbe spricht Sie an, und warum? Egal, welche Farbe Sie sich aussuchen, niemand wird je zu Ihnen sagen, es war die falsche. Es geht hier darum, wie gut Sie begründen, warum Sie diese Farbe sind. „Ich bin Violett, weil diese Farbe mich auch in Stresssituationen immer beruhigt und eine souveräne Energie ausstrahlt.“ – wenn der Personaler Rapid-Devotionalien hinter sich aufgebaut hat, natürlich eher zu vermeiden. Dann finden Sie plötzlich die Kombination grün-weiß unwiderstehlich, weil Sie Ihnen Hoffnung und Durchhaltevermögen bis zur letzten Minute signalisiert.

 

10. Was spräche gegen Sie als Besetzung?

Hier wird von Ihnen verlangt, was nicht mal vor Gericht beantwortet werden muss, nämlich sich selbst zu „belasten“. Natürlich dürfen Sie hier ebenfalls tiefer in die Trickkiste greifen. Zum Beispiel, indem Sie aktiv auf einen anderen Punkt (vor)greifen und erwähnen: „Ich kann mir denken, dass Sie jemanden finden, der in puncto Gehalt nicht so klare Vorstellungen hat und darum weniger hart mit Ihnen darüber verhandeln wird“ (mit Augenzwinkern und Lächeln).

 

11. Wann haben Sie das letzte Mal gegen eine Vorschrift verstoßen, und warum?

Eine Frage, in der Sie beichten sollen. Nehmen Sie nicht irgendeine langweilige Allerweltsgeschichte, wie nicht bezahlte Rundfunkgebühren, schwarzfahren oder am Sonntag die Zeitung klauen. Um Himmels willen, Sie werden doch schon irgendwann mal was Richtiges angestellt haben! Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihrem Herz Luft machen zu können, und schwächen Sie es je nach Bedarf etwas ab oder bauschen es ein bisschen auf, sodass eine schöne Geschichte daraus wird!

 

12. Wenn Sie beruflich nochmal ganz von vorne anfangen könnten, was würden Sie anders machen?

Nehmen Sie dieses Gedankenspiel mit allen Möglichkeiten voll an. Auch hier geht es nicht darum, richtig oder falsch zu antworten, sondern wie souverän und konsistent Sie argumentieren. Beginnen Sie in Gedanken bei einem großen Ziel, dass Sie erreichen möchten, sei dies nun finanzielle Unabhängigkeit oder ein wissenschaftliche Publikationsliste, die sich sehen lassen kann. Gehen Sie dann zurück in die Vergangenheit und beschreiben Sie, welche Schritte Sie gesetzt hätten, um dorthin zu gelangen.

 

13. Würde Ihr Leben verfilmt, wer wäre die beste Besetzung, und warum?

Wer ein paar Schauspielerinnen und Schauspieler kennt, ist in dem Fall klar im Vorteil. Hier wird auch mit abgefragt, welches Bild von sich Sie vermitteln möchten. Suchen Sie sich eine charismatische Person, die im Idealfall auch über Ihre Schauspielkarriere hinaus etwas leistet. Beschreiben Sie ein, zwei persönliche Parallelen oder Dinge, die Sie miteinander verbinden.

 

14. Was machen Sie, wenn wir Sie ablehnen?

Etwas vor zu haben ist im Leben immer von Vorteil. Auf diese Frage hin sollten Sie ganz klar zwei, drei Hammerprojekte in petto haben, mit denen Sie punkten können. Ob dies eine Idee ist, mit der Sie sich selbstständig machen wollen, oder ein Segelturn – oder beides!

 

15. Wenn ich mit zwei Ihrer Ex-Kollegen spreche, einem Freund von Ihnen und einem, der kein Freund ist – Worin würden beide Ihre Person betreffend übereinstimmen?

Denken Sie auch hier nicht zu kompliziert. Es ist weder notwendig, dass Sie an einen bestimmten Ex-Kollegen, mit dem Sie befreundet waren oder sind, denken, noch dass sich dieser einmal mit einem anderen Kollegen über Sie unterhalten hat. Suchen Sie sich eine Ihrer positiven Eigenschaften, auf die Sie gelegentlich angesprochen werden, und machen Sie diese zum Kernstück Ihrer Geschichte und zur Antwort dieser Frage.

 

16. Welcher Superheld wären Sie gerne, und warum?

Hier kann schwer eine Empfehlung abgegeben werden, aber Sie schaffen das. Nehmen Sie nicht unbedingt Homer Simpson oder SpongeBob. Das sind keine Superhelden!

 

17. Wenn Sie auf dem Titelblatt eines Magazins erscheinen könnten, welches Magazin wäre das, und warum?

Achtung! Hiermit wird erhoben, wie eitel Sie sind. Vanity Fair oder GQ vermitteln einen anderen Eindruck als die Deutsche Schachzeitung oder Der Hobbygärtner.

 

18. Wie würden Sie Ihrer Großmutter Ihr technisches Lieblingsgadget erklären?

Entscheidend ist eine einfache und bildhafte Sprache und viel Fantasie. Am besten sind Sie in der Schilderung direkt dabei und geben Ihrer Großmutter die Möglichkeit, das Gadget selbst unter Anleitung zu erproben.

 

19. Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?

Ok, das ist eine wirklich knifflige Frage, die ich auch nicht gestellt bekommen möchte! Ich verweise daher auf die Möglichkeit, eine Frage zu verweigern, die am Ende dieses Textes beschrieben wird. Natürlich sollte man das nur bei maximal ein, zwei Fragen tun.

 

20. Wenn Sie den perfekten Job für sich selbst gestalten dürften, wie sähe dieser aus?

Machen Sie es sich nicht zu bequem – denken Sie an zwei, drei Ihrer Stärken und Ihr KnowHow und skizzieren Sie ein Umfeld, in dem Sie diese voll ausleben können.

 

21. Welches ist Ihr Lieblingsereignis in der Geschichte?

Jaja, ein bisschen Allgemeinbildung schadet nie. Wenn Ihnen trotz intensivem Nachdenken unter Stress nur zwei geschichtliche Ereignisse einfallen und diese zudem der der Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs und der Todestag von Kurt Cobain sind, läuft es nicht allzu gut.

 

22. Wenn Sie ein Tier wären, welches Tier wäre das, und warum?

Es gibt kein falsches Tier. Den Originalitätsbonus bekommen Sie mit Hund oder Katze nicht, egal, wie gern Sie Ihr eigenes Haustier haben. Gehen Sie ein bisschen weiter und denken Sie an einen Jaguar, einen Hirsch, ein Wiesel, suchen Sie sich was Schönes aus!

 

23. Wenn Sie einen Tag in der Vergangenheit oder in der Zukunft erleben könnten, an jedem Ort und jeder Zeit des Universums, wofür würden Sie sich entscheiden, und warum?

Noch eine klassische Entscheidungsfrage! Es geht wieder keinesfalls darum, wofür Sie sich entscheiden, sondern darum, WIE Sie diese Entscheidung begründen.

 

24. Erzählen Sie mir etwas von sich, das mir hilft, mich unter all den Bewerbern gerade an Sie zu erinnern!

Das ist persönlich – ja! Haben Sie keine Angst, und öffnen Sie sich. Erzählen Sie nicht, was Sie sich zuletzt im Internet bestellt haben, oder welche Serie Sie gerade schauen. Ihnen gegenüber sitzt ein Mensch mit Hobbys, Vorlieben, einer Familie. Nehmen Sie sich kurz die Zeit und schätzen Sie ihn oder sie ein. Was würden Sie mit dieser Person unter anderen Umständen zusammen machen? Antworten Sie zum Beispiel: „Spielen Sie Squash? Ich liebe es, ich könnte mir vorstellen, Sie wären eine gute Spielerin.“

 

25. Erzählen Sie einen Witz

Haben Sie immer einen in petto. Sie müssen keine Entertainerin und kein Kabarettstar sein, aber einen Witz kann sich jeder merken. Suchen Sie sich einen richtig guten aus und üben Sie ihn ein bisschen. Keinen Witz zu kennen oder ein „Ach, Witze erzählen ist nicht so meins“, kommt sehr unoriginell und steif rüber. Ein Witz dauert nicht einmal eine Minute und hat das Potenzial, einen oder mehrere andere Menschen zum Lachen zu bringen. Das ist für ein paar Sätze ganz schön viel. Die Kunst des Storytellings bringt Sie übrigens nicht nur im Bewerbungsgespräch weiter.

 

Ganz gleich, was Sie auch gefragt werden, lassen Sie sich durch keine Frage aus dem Konzept bringen. Zuerst einmal, Sie müssen nicht sofort antworten. Atmen Sie ruhig durch und überlegen Sie, bevor Sie zu einer Antwort ansetzen. Sprechen Sie in kurzen, klaren Sätzen. Labern Sie nicht. Verwenden Sie eine bildhafte Sprache, die mit positiv besetzten Worten durchsetzt ist. Natürlich versuchen Personaler, mit solchen Fragen Ihre Reaktion auf Stress und unlösbare Situationen zu prüfen. Dies geschieht in erster Linie jedoch nicht inhaltlich, sondern anhand Ihrer Körpersprache, Gestik, Mimik, Intonation, Stimmlage und Ihres Sprechtempos. Nachdem eine schräge Frage gestellt wird, brauchen Sie auch nicht in den üblichen Kategorien zu bleiben und „normale“ Antworten zu geben. Mit diesen werden Sie ohnehin oft genug nicht auskommen. Wenn Sie auf eine Frage absolut nicht antworten können oder wollen, entschuldigen Sie sich mit einem ruhigen und neutralen Satz: „Diese Frage möchte ich aus persönlichen Gründen unbeantwortet lassen.“

Eine weitere Frage, die eigentlich nicht erlaubt ist: Rauchen Sie? Interessantes dazu, haben wir für Sie in einem neuen Artikel zusammengestellt.

Neben richtig fiesen Stressfragen im Bewerbungsinterview  gibt es Alltime-Klassiker und häufig gestellte Interviewfragen, auf deren Beantwortung man sich im Vorfeld perfekt einstellen kann:

1. Warum wollen Sie den Job wechseln?
2. Erzählen Sie etwas über sich!
3. Haben Sie noch Fragen?
4. Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
5. Warum sollten wir Sie einstellen?
6. Was wollen Sie verdienen?

Erfahren Sie noch wie Sie sich generell auf das perfekte Vorstellungsgespräch vorbereiten können.

Bildnachweis: andriano_cz/Quelle: istockphoto.com

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