Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Wer als Bewerber keine Rückfragen hat, riskiert eine Absage.
Auf die perfekten Antworten zu klassischen Bewerbungsfragen bereiten sich die meisten Job-Anwärter vor. Aber: Wenn Sie sich auf das Interview gründlich vorbereiten, kommen Ihnen als Bewerber meist auch ungeklärte Fragen in den Kopf. Punkten Sie mit diesen Rückfragen im Vorstellungsgespräch bewusst und pointiert am Ende!

Gezielte Abfrage der Personaler: Was wissen Sie bereits über uns?

Natürlich brauchen Sie nicht auf die abschließende Fragerunde warten, um Ihr Wissen über das Unternehmen zu demonstrieren. Idealerweise haben Sie bereits eine fundierte Antwort auf die Frage „Was wissen Sie bereits über uns?“ im Vorstellungsgespräch (Details zu Ablauf und Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch). Kandidaten, die im Rennen bleiben wollen, kennen die Internetseite des Arbeitgebers, haben sich mit der Unternehmensphilosophie, den Produkten und aktuellen Pressemitteilungen vertraut gemacht. Was darüber hinaus jedoch nicht erfahrbar ist, bildet die Grundlage für Ihre eigenen Bewerbungsfragen im Interview.  Wir zeigen Ihnen ebenso die häufigsten Interviewfragen im Vorstellungsgespräch oder Telefoninterview, für eine gute Vorbereitung.

 

Der perfekte Zeitpunkt: durch abschließende Rückfragen das Interview aufwerten

So ziemlich jeder kennt die einzelnen Phasen eines Interviews aus Erfahrung: Hat man es einmal vom Smalltalk über ein grobes Kennenlernen in die Selbstdarstellungsphase geschafft, ist das Interview schon fast wieder vorbei. Genau da schlummert jedoch das perfekte Timing, um vor dem Abschluss nochmal so richtig zu punkten. Hier können Sie nicht nur notwendige Informationen bekommen, um die eigenen Anforderungen abzuklären, sondern auch Ihre tiefgründige Recherche geschickt über Fragen illustrieren.

Selbst wenn das Unternehmen im Gespräch schon sehr ausführlich über den Betrieb und die Stelle informiert hat, muss der Bewerber hier sein Interesse und Engagement demonstrieren. Wie groß ist Ihr Wunsch, hier demnächst den Großteil Ihrer Zeit zu verbringen? An dieser Stelle darf – nein – soll der Interviewer mit sinnvollen Fragen ausgefragt werden.

Dieser Fragenkatalog gibt Ihnen Inspiration und eine Basis, um durch Bewerbungsfragen Selbstbewusstsein, Interesse und Initiative zu verkörpern.

 

Aus Bewerbersicht: 34 geeignete Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Rückfragen zum Unternehmen:

  1. Beabsichtigt Ihr Unternehmen bald neue Ideen oder Produkte auf den Markt zu bringen?
  2. Inwiefern betreffen das Unternehmen die aktuellen Herausforderungen der Branche?
  3. Kann man die gesetzten Unternehmensziele (auf der Homepage) in kurzfristige und langfristige Bestreben aufteilen?
  4. Wie werden Erfolge sowie Stärken im Unternehmen gefordert und gefördert?
  5. Gibt es zusätzliche Leistungen, die einem das Unternehmen – neben dem Gehalt – zuspricht?
  6. Wie ist das prozentuale Verhältnis zwischen Männern und Frauen (auf Führungsebene)?
  7. Lagern Sie allgemein Dienstleistungen an Externe aus?

 

Konkrete Fragen zur Stelle und Abteilung:

  1. Wie definieren Sie Erfolg für die ausgeschriebene Stelle?
  2. Warum ist die Position vakant?
  3. Wie sind die Größe und die Kommunikation in der Abteilung, in der ich eingesetzt werde?
  4. Wer wird mein Vorgesetzter sein?
  5. Ist es möglich, die Räumlichkeiten zu besichtigen?
  6. Kann ich einen Blick auf die Organisationsstruktur meiner Abteilung werfen?
  7. Welche Schnittstellen hat die Abteilung zu anderen Stabsstellen in der Firma?
  8. Mit welchen Kompetenzen ist die Stelle ausgestattet?
  9. Können Sie mir etwas über die fachlichen Hintergründe meiner unmittelbaren Kollegen sagen?
  10. Welche charakterlichen Eigenschaften und Soft Skills erwarten Sie in dem Fachbereich von Ihren Mitarbeitern?
  11. Welche Aufgaben und Kompetenzen haben Ihrer Meinung nach die höchste Priorität für diese Stelle?
  12. Welche Herausforderungen werden mich am Anfang erwarten?
  13. Wie lang gestalten sich die Phasen der Einarbeitung und Probezeit?
  14. Welche zeitliche Flexibilität sollte ich für den Job mitbringen?
  15. Inwiefern ist Reisebereitschaft bei Ihnen ein Muss?
  16. Welche Entwicklungsmöglichkeiten erwarten mich in dieser Abteilung?
  17. Gibt es noch Wissen, welches ich mir bis Arbeitsbeginn aneignen sollte?
  18. Bis wann kann ich mit einer Entscheidung für die Stelle rechnen?

Je nachdem wo Sie sich bewerben, können auch kritischere oder sogar kreativere Fragen gut ankommen. Überlegen Sie sich solche aber früh genug und reflektieren dabei vorab immer, wie Sie durch die jeweilige Frage auf Ihren zukünftigen Arbeitgeber wirken könnten.

 

Kreative Fragen

Je nach Stimmung gibt es natürlich auch die Möglichkeit mehr über den Charakter des Unternehmens durch unkonventionelle Fragen herauszufinden.

  1. Wie viele Facebook Fans hat das Unternehmen?
  2. Gibt es „Unternehmens-Babies“?
  3. Menschen wie vieler Nationalitäten sind beschäftigt?
  4. Was passiert am ersten Arbeitstag?
  5. Wie lang ist der längst-dienende Mitarbeiter schon beschäftigt und wie alt ist die jüngste Führungskraft?
  6. Wo treffen sich die Mitarbeiter zum essen/plaudern/rauchen?
  7. Sind Tiere im Unternehmen erlaubt?
  8. Wo findet die Weihnachtsfeier statt?
  9. Was war der größte Unternehmenserfolg hinsichtlich Mitarbeiter?

Diese Fragen können Sie sicher nicht in jedem Betrieb stellen und erfordern Feingefühl. Sie werden jedoch sehen, dass Sie viel über ein Unternehmen herausfinden können.

 

Jeder Arbeitstag ist irgendwann zu Ende

Vergessen Sie nicht an die Work-Life-Balance zu denken und fragen Sie nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Home Office – Möglichkeiten und Lebensmittelgeschäften in der Umgebung.

Von Bewerbern befragt zu werden, ist für viele Unternehmen Neuland. Nutzen Sie diesen Vorteil, stechen Sie aus der Masse hervor und probieren Sie es einfach aus.

 

Manche Rückfragen im Vorstellungsgespräch sind Tabu: Unnötiges, Suggestives und Wertendes

Unnötiges: Informationen und Antworten, die Sie vorab recherchieren konnten, gehören zu den absoluten Don‘ts. Das Gründungsjahr und die regionale Verteilung der Unternehmensstandorte sind Klassiker, die sich eigentlich immer auf der Homepage finden. Durch solche Fragen wirken Sie lediglich unvorbereitet und desinteressiert. Künstliche bis rhetorische Fragen nur der Frage willens haben hier auch nichts zu suchen.

Suggestives: Allgemein ist auch vom Fragetypus der Suggestivfragen, die bereits eine Antwort implizieren, dringend abzuraten. Anstatt durch die Frage „Da werden bestimmt viele Überstunden und eine hohe zeitliche Flexibilität von mir gefordert, oder?“ bereits seine eigenen Befürchtungen subjektiv einzubauen, eignen sich neutrale Fragen besser – wie: „Inwiefern sollte man zeitliche Flexibilität für den Job mitbringen?“. Suggestiv angedeutete Veränderungen zu Urlaubs-, Arbeitszeiten und einer direkten Gehaltserhöhung stellen Sie lieber erstmal zurück.

Wertendes: Zu guter Letzt heißt es die Kategorie der stark wertenden Rückfragen zu vermeiden. Auch wenn Sie die persönlichen Einstellungen Ihres Interviewers brennend interessieren, sollten Sie niemals nach der Meinung Ihres Gegenübers zu Dingen wie Arbeitsklima, Arbeitskollegen oder Vorgesetzten befragen. Vermitteln Sie lieber einen offenen ersten Eindruck ohne eine derlei naive Fragerunde und überzeugen mit den 34 fundierten Bewerbungsfragen!

Bildnachweis: fotosipsak/Quelle: istockphoto.com

Bewerbungsratgeber

Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch & vieles mehr im handlichen StepStone Bewerbungsratgeber

Aktuelle Jobs

Hier finden Sie passende Artikel:

Bewerbung auf Englisch

Englische Bewerbungen sollten nicht einfach übersetzt werden. Denn es gibt deutliche Unterschiede und wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Wunde Punkte im Lebenslauf

Kündigung, Arbeitslosigkeit, Mobbing - so erklärt man diese wunden Punkte im Lebenslauf am besten.