Lücken im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf sind menschlich. Verkaufen wir sie beim Vorstellungsgespräch auch richtig?
Lücken im Lebenslauf können schnell entstehen: längere Arbeitslosigkeit zwischen zwei Jobs, Auszeit vor oder nach dem Studium, Elternkarenz, psychische oder physische Krankheiten und deren Genesung, Pflege eines Angehörigen oder gar Scheidung. All dies kann uns aus der Bahn werfen, ist jedoch nichts Verwerfliches. Doch wie verhalten wir uns im Bewerbungsgespräch?

Was sind Lücken im Lebenslauf?

Weder dauerhafte Beschäftigung, noch Studium, Weiterbildung oder Bildungskarenz sowie alles, was über einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke im Lebenslauf. Diese schwarzen Löcher werden von HR-Verantwortlichen besonders gerne aufgespürt. An sich sind solche Zeiten der Beschäftigungslosigkeit kein Problem, denn ganz ehrlich, wer hat heutzutage schon einen lupenreinen, geradlinigen CV?

Lücken sind kein Ausschlussgrund, sondern menschlich.

Es kommt jedoch auf die richtige Formulierung an. Daher sollten Sie auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, dass ihr zukünftiger Chef sich dafür interessiert, was Sie in dieser Zeit gemacht haben. Es gilt die Lücken beim Vorstellungsgespräch richtig zu verkaufen, indem Sie sie mit glaubwürdigen Fakten ausfüllen. Aber vergessen Sie dabei nicht, dass eine ehrliche Antwort beim Gegenüber besser ankommt, als eine erfundene. Sie müssen nichts kaschieren, verschweigen oder gar lügen. Falschangaben im Lebenslauf sind sogar ein Kündigungsgrund – auch nach Jobzusage. Wir zeigen Ihnen warum Sie im Lebenslauf nicht lügen sollten und was Sie stattdessen machen können.

Wir zeigen Ihnen ebenso die häufigsten Interviewfragen im Vorstellungsgespräch, für eine gute Vorbereitung.

 

Kündigung und Arbeitslosigkeit

Eine Kündigung kann aus vielerlei Gründen passieren: Konkurs, Mitarbeiterabbau, fehlende Motivation, unangenehmen Arbeitsatmosphäre, der Wunsch nach neuen Herausforderungen, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Sie kann also unverschuldet oder selbstverschuldet sein.

Tipp: Was auch immer die Gründe für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses waren, bleiben Sie bei den Fakten.

Für Umstrukturierungen können Sie nichts. Die Schuld auf ihren cholerischen Chef oder die mobbenden Kollegen schieben, kommt beim Vorstellungsgespräch jedoch nicht gut an.

Nicht jeder hat nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gleich einen neuen Job in Aussicht. Oftmals fühlen wir uns nach einem Job auch ausgelaugt und brauchen eine Pause, um wieder motiviert durchzustarten. Ist ein neuer Job erstmal gefunden, so kann es sein, dass nicht alles reibungslos verläuft. Manchmal passt es einfach nicht und die Kündigung in der Probezeit lässt nicht lange auf sich warten. Die Suche geht weiter. Arbeitslosigkeit muss jedoch nicht verschwiegen werden.

Tipp: Beschreiben Sie einfach, was Sie in dieser Zeit unternommen haben, um einen Job zu finden.

Sie waren ja nicht untätig, sondern haben sich fleißig beworben. Es kommt immer gut an, wenn Sie in der schwierigen Bewerbungssituation etwas Sinnvolles tun und sich beruflich weiterbilden. Das zeigt auch Motivation und Zielstrebigkeit. Wir zeigen Ihnen ebenfalls, wie Sie Ihr perfektes Anschreiben gestalten können.

 

Berufseinstieg und Auslandsaufenthalt

Speziell Berufseinsteiger und Universitätsabsolventen bestimmter Studienrichtungen ohne einschlägige Arbeitserfahrung haben es am Arbeitsmarkt schwer. Sie suchen oft mehrere Monate nach der passenden Stelle. Diese Suche kann frustrierend sein. Aber keine Sorge, Personalverantwortliche wissen das!

Tipp: Warum überbrücken Sie diese Zeit nicht einfach mit einem Praktikum oder einer Weiterbildung, die Sie qualifiziert? Im Vorstellungsgespräch können Sie dann damit argumentieren, dass Sie die Zeit der Suche effizient genützt haben, um Berufserfahrung zu sammeln und am Ball zu bleiben.

Immer mehr junge Leute zwischen 20 und 30 entscheiden sich auch für ein soziales Jahr oder eine Auszeit nach dem Schul- bzw. Studienabschluss. Nicht jeder will sofort ins Berufsleben einsteigen. Manch einer weiß auch noch gar nicht so recht, wo es beruflich hingehen soll. Sogenannte „gap years“, „work and travel”-Programme, Au-pair-Aufenthalte oder die Mitarbeit bei sozialen Projekten im In- und Ausland sind wertvolle Erfahrungen. Jedoch wird das Sabbatical oder einfach eine Reiseauszeit auch bei älteren Arbeitnehmern immer beliebter. Tipp: Auslandsaufenthalte sind zusätzliche Qualifikationen. In diesem Falle können sie offen und ehrlich beim Bewerbungsgespräch sagen, dass Sie zwecks der beruflichen Orientierung einen Auslandsaufenthalt gemacht haben. Wenn Sie im Vorfeld schon gearbeitet haben, dann reicht auch einfach die Angabe „Sabbatical“ oder „Auslandsreise“.

 

Gesundheitliche Gründe

Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und gesundheitliche Auszeiten aufgrund körperlicher oder seelischer Probleme führen ebenfalls häufig zu Lücken im tabellarischen Lebenslauf. Diese können dann oftmals länger sein, als nur ein paar Monate. Waren Sie beispielsweise in Therapie aufgrund einer psychischen Erkrankung. Mussten Sie eine längere Rehabilitation wegen körperlicher Beschwerden durchlaufen? Oder hatten Sie das Gefühl komplett ausgelaugt zu sein, fehlte die Energie zum weiter machen.
In diesen Fällen ist die Rückkehr ins Berufsleben häufig besonders schwierig. Auch wenn Sie einen nahen Angehörigen länger pflegen mussten, kann die Suche nach einer geeigneten Stelle herausfordernd sein. Grundsätzlich gilt: Über Privates und Krankheiten müssen Sie im Vorstellungsgespräch nicht sprechen. Danach darf gar nicht erst gefragt werden.

Tipp: Wenn Sie trotzdem nach einer passenden Formulierung suchen, dann probieren Sie es mit „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“ oder „Pflege eines Angehörigen“.

 

Elternkarenz und Scheidung

Auch Elternkarenzen sollten im Lebenslauf ausgewiesen werden. Bei Familiengründungen steigt meist die Frau für einige Zeit aus dem Berufsleben, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Obwohl es Männerkarenz gibt, wird diese nicht so häufig in Anspruch genommen. Diese Elternkarenz kann natürlich auch mehrere Jahre dauern. Der Wiedereinstieg in den Beruf ist dann auch nicht immer einfach.

Tipp: Bleiben Sie up to date. Machen Sie beispielsweise Weiterbildungen oder Minijobs, um nicht ganz den Bezug zur Arbeitswelt zu verlieren. Das kommt auch bei potentiellen Arbeitgebern gut an.

Zu guter Letzt kann eine Scheidung zu einer Lücke im Lebenslauf führen. In diesem Falle kann man die Angaben „Scheidung“ oder „Neuausrichtung des Privatlebens“ durchaus angeben. Jeder wird verstehen, dass diese Phase im Leben nicht einfach ist. Erfahren Sie auch alles zum perfekten Lebenslauf mit relevanten Inhalten und Informationen.

Bildnachweis: PonyWang/ Quelle: istockphoto.com

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