Erfolg durch dezentes Nachhaken bei der Bewerbung

Wann und wie Sie den Zwischenstand abfragen
Nachdem Sie Ihre Bewerbung abgeschickt haben, warten Sie nun gespannt auf eine Antwort. In manchen Situationen kann diese Phase zur reinen Geduldsprobe werden. Damit Sie sich keinerlei Erfolgschancen verbauen, erfahren Sie hier wie Sie den perfekten Zeitpunkt und die richtige Art zum Nachhaken bei der Bewerbung ausfindig machen.

Den Zwischenstand der Bewerbung erfragen: der richtige Zeitpunkt

Personaler bekommen meist viele Anrufe der Jobanwärter zum Stand ihrer Bewerbung. Das ist aber noch lange kein Grund, selbst nicht nachzuhaken. Denn: mit guten Argumenten und in einem freundlichen Tonfall kann das Nachfassen bei der Bewerbung sogar zum entscheidenden Erfolg führen. Ausschlaggebend dafür ist der richtige Zeitpunkt.

Da Bewerbungsprozesse unterschiedlich lange dauern können – zwischen zwei Wochen und zwei Monaten – variiert auch der perfekte Zeitpunkt zum Nachhaken. In kleineren Unternehmen ist der ganze Prozess meist kürzer als in Großfirmen. Versuchen Sie daher das Unternehmen und seine Strukturen besser einzuschätzen, bevor Sie vorschnell zum Telefon greifen. Fragen Sie jedoch niemals früher als 1-2 Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist nach einem Zwischenstand – geschweige denn davor. Lassen Sie aber auch nicht viel mehr Zeit als zwei bis vier Wochen vergehen, da sich Ihre Jobaussichten auf lange Zeit nicht mehr verbessern können.

 

Sich nach der Bewerbung erkunden – per Mail oder Telefon?

Während manche Unternehmen automatisierte Mails mit einer Eingangsbestätigung aussenden, kann das Ausbleiben des Bewerbungseingangs auch bereits Anlass für eine Rückfrage sein. Falls Sie über zwei Wochen gar keine Reaktion erhalten haben, können Sie höflich und vorsichtig nach einem Zwischenstand fragen. Da E-Mails oft im Postfach untergehen, ist der Griff zum Telefon meist viel effektiver. Nachfassen am Telefon geht nicht nur schnell, sondern ist auch persönlicher. Wundern Sie sich aber nicht, falls das Gespräch nach zwei Minuten bereits vorbei ist. Gehen Sie aber dennoch mit genügend Zeit und Vorbereitung in das Telefonat, falls spontane Rückfragen an Sie zurückkommen oder sogar die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch spontan integriert werden sollten. Per Mail Nachfragen lohnt sich meist nur, falls Sie im Bewerbungsprozess davor schon die Erfahrung gemacht haben, dass die Antwortquote hoch ist oder Sie keinen konkreten Ansprechpartner zur Hand haben.

 

Die richtige Vorbereitung: Vorlagen und Formulierungen

Vermeiden Sie dabei gegenüber dem Personaler in jedem Fall die Floskel „ich wollte mich erkundigen, ob meine Bewerbung angekommen ist“ als Gesprächsstart. Weitaus besser kommt ein selbstbewusstes Auftreten, in dem Sie sich zunächst selbst vorstellen und fragen, ob der Zeitpunkt gerade gelegen kommt oder Sie besser später zurückrufen sollten. Erst danach können Sie nach einem ehrlichen Feedback zum Stand Ihrer Bewerbung fragen. Dabei hat die vorwurfsvolle Nachfrage „Warum haben Sie noch nicht geantwortet?“ natürlich genauso wenig verloren wie die Anmerkung, dass Sie noch andere Jobs in petto haben. Mit diesen Formulierungen können Sie per Mail und Telefon punkten:

 Da Sie bestimmt viele Bewerbungen auf die Stellenausschreibung vom ____ erhalten haben, habe ich vollstes Verständnis, dass der Auswahlprozess noch viel Mühe und Zeit beanspruchen wird. Dennoch wollte ich mich erkundigen, wann ich etwa mit einer Rückmeldung rechnen kann. Da ich noch immer sehr an der Stelle als ____ in Ihrer Firma interessiert bin, freue ich mich auf eine Rückmeldung.

 Da ich in den kommenden Wochen oft im Ausland sein werde, wollte ich Ihnen nur Bescheid geben, meine schwere Erreichbarkeit nicht als Desinteresse zu werten. Nach wie vor freue ich mich auf eine Rückmeldung auf die Bewerbung. Falls Sie mir einen ungefähren Zeitrahmen nennen könnten, kommen Sie mir damit sehr entgegen.

Der Artikel Bewerbungsstrategien für Berufsanfäger, hilft Ihnen so schnell wie möglich durchzustarten.

 

Tipps für das Nachhaken bei der Bewerbung: Do’s & Dont’s

Do’s

 Fragen Sie höflich und bestimmt nach dem Stand Ihrer Bewerbung. Bleiben Sie dabei aber immer freundlich und vorwurfslos
 Räumen Sie auch kleinen Unternehmen mindestens zwei Wochen Zeit ein bis Sie sich das erste Mal melden
 Falls Sie einen konkreten Ansprechpartner haben, greifen Sie lieber zum Telefon und nicht zur Mail.
 Haken Sie per Mail nach, falls Sie keinen konkreten Ansprechpartner haben oder es sich um ein großes Unternehmen handelt, die alles über standardisierte Online-Bewerbungsformulare abwickeln

Dont’s

 Üben Sie beim Nachhaken niemals Druck auf die Recruiter aus
 Fragen Sie niemals vor oder kurz nach Ablauf der Bewerbungsdeadline nach Ihrem Zwischenstand
 Auch wenn Sie aufgrund der extremen Wartezeit unzufrieden mit dem Bewerber-Umgang sind, werden Sie niemals ausfallend. Nutzen Sie den Moment trotz Frustration – auch bei einer Absage – auf eine konstruktive Art und versuchen herauszufinden, woran Ihre Bewerbung gescheitert ist.

 

Geduldsprobe, die Zweite: Warten nach dem Vorstellungsgespräch

Eine ähnliche Geduldsprobe kann sich anbahnen, nachdem Sie Ihr Vorstellungsgespräch bereits hatten. Wieder warten Sie auf eine Antwort. Meist wurde Ihnen am Ende des Gesprächs gesagt, bis wann Sie mit einer Zu- oder Absage rechnen können. Ist der Zeitpunkt verstrichen, können Sie ein paar Tage danach bereit zum Telefon greifen. Wurde jedoch kein konkreter Tag vereinbart, zögern Sie nicht: bis spätestens eine Woche nach dem Interview können Sie entschlossen und freundlich nachhaken!

Eine unkomplizierte Variante nach dem Vorstellungsgespräch ist eine dezente, freundliche Dankes-Email. Schicken Sie der Person, mit der Sie das Interview hatten ein Dankeschön für das konstruktive Gespräch und formulieren dabei entschlossen, dass Sie sich auf eine baldige Rückmeldung freuen. Machen Sie dies aber nicht aus Pflichtgefühl, sondern nur, wenn Sie wirklich ein gutes Gefühl beim Vorstellungsgespräch hatten. Damit zeigen Sie zusätzliches Interesse und bleiben positiv in Erinnerung. Idealerweise schicken Sie dieses Dankesschreiben zwei bis drei Tage nach dem Gespräch.

 

Tipps für das lange Warten – so haben Sie Ihre Nerven im Griff!

Zwei bis vier Wochen Bearbeitungszeit nach Eingang der Bewerbung sind meist völlig normal. Aber wie bringen Sie das Ihren Nerven bei? Die Jobsuche kann sich manchmal länger ziehen als einem selbst liebt ist. Der Druck steigt mit jedem Tag an und die Geduld sinkt mit jeder Stunde weiter ab. Auch wenn Sie glauben auf die Zu- oder Absage von Ihrem ultimativen Traumjob zu warten, sollte Sie die Zeit nicht aktiv mit Warten verbringen, sondern weiter nutzen – das heißt: Bewerben, bewerben, bewerben. Dabei können sich auch immer neue Möglichkeiten ergeben und Jobs, von denen Sie bisher noch nicht geträumt haben. Sehen Sie alle Bewerbungstipps auf einen Blick, damit Sie gestärkt in den kommenden Bewerbungsmarathon starten können.

Bildnachweis: thomaslenne/Quelle: www.istockphoto.com

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