So ticken Personaler

Was bei Ihrer Bewerbung wirklich gut ankommt
Es ist der Traum jedes Jobsuchenden: Einmal Mäuschen spielen bei der Entscheidung von Personalverantwortlichen. Auf was legen sie Wert, was ist ihnen bei einer Bewerbung wichtig? Wir haben in die Köpfe der Personaler geschaut.

Mit einer eigenen Studie wurden Personalisten nicht nur persönlich befragt, sondern anhand einer Eyetracking-Messung auch genaue Erkenntnisse darüber gewonnen, wohin Entscheider wirklich schauen. Näher waren Sie noch nie dran am Entscheidungsprozess – finden Sie heraus, wie Personaler Ihre Bewerbung wirklich lesen.

 

Kurz und knackig

„Ich muss mir schnell einen Überblick machen können.“

Bewerber haben nur wenig Zeit, Eindruck bei Personalern zu schinden: Das erste Screening der Bewerbungsunterlagen dauert bloß 43 Sekunden. Dabei gleicht mehr als die Hälfte (60%) aller Personaler die Bewerbungsunterlagen mit Keywords aus der Stellenanzeige ab.

 

Tipp: Studieren & interpretieren Sie die Stellenanzeige ganz genau. Wer geschickt Stichworte in die eigene Bewerbung einfließen lässt, hat bei Personalverantwortlichen auf jeden Fall die Nase vorn.

 

Digital schlägt Print

„Unterlagen drucke ich mir erst im zweiten Schritt aus, und da auch nur für jene Personen, die in die engere Auswahl kommen und wahrscheinlich zum Gespräch eingeladen werden“

Nur die wenigsten Personaler lesen Ihre Bewerbung noch am Papier: Die meisten (71%) aller Bewerbungen werden digital gelesen. Ausgedruckt werden Unterlagen eher von älteren Personalern und fürs Bewerbungsgespräch. Die Mehrheit bevorzugt einen 2-seitigen Lebenslauf – nur Fachkräfte mit viel Erfahrung dürfen bis zu vier Seiten mitschicken.

Tipp: Das Lesen am Bildschirm folgt anderen Regeln. Bringen Sie Ihren Lebenslauf in eine übersichtliche Form und optimales Design – mit Aufzählungen, Hervorhebungen und gut sichtbaren Überschriften.

 

Fokus auf den Lebenslauf

„Ein Tippfehler ist in Ordnung, alles darüber hinaus ist ein Ausschlusskriterium.“

Der Lebenslauf ist das Herzstück einer Bewerbung: Zwei Drittel legen darauf das größte Augenmerk. Achtung: Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler sind für 64% aller Personaler ein No-Go. Am besten kommt der klassische Lebenslauf in tabellarischer Form an – kreative Berufe können sich mehr gestalterische Freiheiten erlauben.

Tipp: Egal, wie gut das Bewerbungsschreiben ist – mit dem Lebenslauf steht und fällt Ihre Bewerbung. Achten Sie daher auf fehlerfreie, ansprechend gestaltete Unterlagen – und bedienen Sie sich notfalls einer qualitativ hochwertigen Vorlage.

 

Lächeln erlaubt

„Freizeit- oder Urlaubsfotos sind nicht professionell. So jemand sollte unser Unternehmen nicht repräsentieren.“

Der erste Blick von Personalverantwortlichen fällt auf das Bewerbungsfoto. Aber: Das Foto hat nur 1,8 Sekunden Zeit, um zu überzeugen. Ein gutes Bewerbungsfoto wirkt sich positiv auf die Bewerbung aus und erhöht den Wiedererkennungswert, ein schlechtes Foto wird hingegen in 42% aller Fälle mit einer schlechten Bewerbung gleichgesetzt.

Bewerben ohne Foto hält nur ein Drittel aller Personaler für eine gute Idee. Allerdings: Bevor ein schlechtes Foto verschickt wird, raten Entscheider lieber dazu, gar keines zu verwenden. No-Go beim Bewerbungsfoto: Unpassende Kleidung, Selfies oder Urlaubsfotos. Geht auch nicht: Partyfotos mitschicken

Tipp: Offene Haltung, freundliches Lächeln, Körper zum Fotografien gewandt: Ein gutes Bewerbungsfoto kann viele Türen öffnen. Achten Sie daher auf die passende Körperhaltung und einen sympathischen Gesichtsausdruck.

 

Berufliche Erfahrung ist am wichtigsten

„Eine reine Positionsbeschreibung ist zu wenig. Es sollten auch die Tätigkeiten angeführt werden, die gemacht wurden.“

Angaben zur beruflichen Erfahrung werden von Personalern am längsten studiert, danach folgen Ausbildung und Soft Skills. Durchschnittlich sieben Sekunden befassen sich Personaler mit der letzten Jobposition. Neben der reinen Positionsbeschreibung wünschen Personaler sich auch eine Angabe der konkreten Tätigkeiten in bisherigen Jobs.

Tipp: Beschreiben Sie Ihre vergangenen Positionen in kurzen Schlagworten. Was waren Ihre wichtigsten Aufgaben? Welche Kunden haben Sie betreut, für welches Budget waren Sie verantwortlich? Das erleichtert Personalern die Orientierung – und führt insgesamt zu einer besseren Bewertung Ihrer Bewerbung & Vermarktung Ihrer Berufserfahrung.

 

Job-Wechsel sind kein Problem

„Im ersten Jahr lernt man, im zweiten festigt man das Wissen. Bei Personen, die regelmäßig springen, muss ich das hinterfragen.“

Jobwechsel gehören zum modernen Arbeitsleben dazu. Besonders wichtig sind für Personaler dabei die Gründe, warum es zu einem Wechsel gekommen ist: 67% schließen daraus auf Motive, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz der Bewerber. Grundsätzlich sollte man etwa 2 ¼ Jahre bei einem Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein – erst dann kommen Wechsel gut an.

Allerdings wird Berufseinsteigern eine gewisse „Orientierungsphase“ zugestanden – erst ab dem Alter von 30 Jahren bevorzugen Personaler eine stabile Berufslaufbahn. Auch Lücken im Lebenslauf sind kein großes Problem – wenn man sie mit Information füllen kann. Gründe wie „auf Arbeitssuche“, „Weltreise“, „Karenz“ oder „Hausbau“ sind dabei durchaus legitim.

Tipp: Geben Sie auch Informationen zu längeren Auslandsaufenthalten, Fortbildungsphasen oder privaten Verpflichtungen im Lebenslauf an. Das zeigt nicht nur Engagement und soziale Kompetenz, sondern zeichnet auch ein umfassenderes Bild Ihres beruflichen Werdegangs.

Im nachfolgenden Video erfahren Sie, worauf Personaler beim Lebenslauf und der Bewerbung besonders achten:

 

Bildnachweis: UberImages/Quelle: www.istockphoto.com

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