Die Initiativbewerbung

Mit der Initiativbewerbung zum Traumjob
Sie möchten gerne bei einem bestimmten Arbeitgeber tätig werden, bei dem es derzeit jedoch keine Stellenausschreibung gibt? Dann probieren Sie es doch mit einer Initiativbewerbung. Sie haben nichts zu verlieren. Im besten Fall wartet ein neuer Job auf Sie.

Von sich aus tätig zu werden, statt auf die perfekte Jobausschreibung zu warten: Das macht eine Initiativbewerbung aus. Ob beim Wunschunternehmen oder für eine Traumstelle, mit der Initiativbewerbung hat man anderen Bewerbern auf jeden Fall eine Nasenlänge voraus, denn: Nur vier von zehn Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen werden wirklich gelesen, der Rest wird umgehend aussortiert. Bei einer Initiativbewerbung ist die Konkurrenz damit deutlich geringer – und einem damit die Aufmerksamkeit der Personaler und Entscheidungsverantwortlichen sicher.

 

Initiativbewerbungen ebnen den Weg ins Unternehmen

Eine gut gemachte Initiativbewerbung ebnet den Weg in das Unternehmen seiner Träume. Doch Vorsicht: Nicht immer ist genau die Position frei, die man sich in seinen Wunschträumen ausmalt. Manchmal ist es auch nur ein Praktikum oder das Angebot zum „Job Shadowing“, das erste Kontakte ins Unternehmen herstellt und das eigene berufliche Netzwerk erweitert. Wichtig ist es, offen für alle Angebote zu bleiben – und den Kontakt zum gewünschten Unternehmen langfristig aufzubauen.

 

Initiativbewerbung oder Blindbewerbung?

Auch wenn beide Begriffe oft synonym verwendet werden, richtet sich im Unterschied zur Initiativbewerbung die Blindbewerbung ganz allgemein an ein Unternehmen. Bei einer Blindbewerbung ist es legitim, nur den Firmennamen auszutauschen und das gleiche Anschreiben an mehrere Firmen zu richten – Erfolgstreffer ergeben sich hier eher aus der Quantität denn der individuellen Ansprache. Im Gegensatz dazu ist die Initiativbewerbung an eine konkrete Ansprechperson addressiert und nennt jene Position, für die man sich gut geeignet glaubt.

 

3 Regeln für gut gemachte Initiativbewerbungen

Eine gut gemachte Initiativbewerbung zeichnet sich durch drei Punkte aus:

1. Sie ist aufs Unternehmen zugeschnitten – keine Massenbewerbungen von der Stange.

2. Sie stellt die eigene Person so attraktiv wie möglich dar und zeigt die Touchpoints der eigenen Berufskarriere mit dem Wunschunternehmen auf.

3. Sie ist handwerklich gut gemacht – ohne Tippfehler und im ansprechenden Layout – hier geht’s zu den Tipps für das Anschreiben

 

Zuerst kommt die Recherche

An erster Stelle für eine gut gemachte Initiativbewerbung steht die Recherche. Welche Unternehmen könnten in Frage kommen, welche Position wäre ein Fortschritt für die eigene Karriere? Informationen dazu stellen die Firmenwebsite, soziale Netzwerke, Fachzeitschriften, Freunde oder Verwandte, spezielle Foren oder auch Arbeitgeberbewertungen zur Verfügung. Auch Karrierewebsites wie StepStone stellen hilfreiche Informationen zur Verfügung: Über den so genannten „Company Hub“ können Kandidaten ihre Wunschunternehmen abonnieren und erhalten aktuelle Infos über das Wunschunternehmen zeitnah in ihr Postfach. Letzte Unsicherheiten klärt ein Griff zum Telefonhörer: Mit einem Anruf findet man oft rasch heraus, ob Initiativbewerbungen überhaupt erwünscht sind – und an wen sie in welcher Form zu schicken sind.

 

Wichtig für Initiativbewerbungen: Position und Ansprechperson nennen

Im zweiten Schritt geht es auf die Suche nach einem Ansprechpartner. Die erste Anlaufstelle dafür ist die Unternehmenswebsite des potentiellen Arbeitgebers. Hier finden sich meist die Mail-Adressen und Telefonnummern der wichtigsten Mitarbeiter, Abteilungsleiter und Personalverantwortlichen. Auch in Business-Netzwerken wie Xing oder LInkedin können eingetragene Mitarbeiter des Unternehmens recherchiert und dabei schon erste, wichtige Hintergrundinformationen erhoben werden: Wie sieht die Person auf ihrem Profilbild aus? Welchen Werdegang gibt sie an? In welchen Gruppen ist sie aktiv?

 

Lebenslauf auf die Wunschposition abstimmen

Sind Position und Ansprechperson klar, geht es an die Aufmachung des Lebenslaufs. Egal, ob mit Lebenslauf-Vorlage oder selbst gestaltet, der Lebenslauf ist das Herzstück Ihrer Bewerbung und sollte auf maximal ein bis zwei Seiten die wichtigsten Stationen Ihres Berufslebens darstellen. Als Daumenregel gilt die Gleichung: 10 Jahre Berufserfahrung = 1 Seite.

 

Mit dem Motivationsschreiben überzeugen

Das Motivationsschreiben schließlich ist für die Initiativbewerbung das Um und Auf – schließlich bewerben Sie sich nicht für eine ausgeschriebene Stelle, sondern müssen selbst klarmachen, warum Sie sich besonders gut für Ihr Traumunternehmen eignen. Folgende Fragen sollten auf jeden Fall beantwortet werden: Welche Fähigkeiten und Qualifikationen bringen Sie mit, die dem Unternehmen dabei helfen können, seine Ziele zu erreichen? Welchen Mehrwert bieten Sie einer Firma in der angestrebten Position? Und nicht zuletzt: Welche Motivation steckt hinter der Initiativbewerbung?

 

Tipps für das Motivationsschreiben

Öde Floskeln, eine unpersönliche Ansprache oder uninteressante Fakten zum eigenen Lebenslauf haben in der Initiativbewerbung nichts verloren. Wer sich hingegen gewählt ausdrückt und einen persönliche Bezug zu seiner Ansprechperson herstellt, weckt schnell Interesse – und wird im Idealfall zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

 

Folgende Dinge helfen dabei, das Motivationsschreiben knackiger zu formulieren:

Kurze Sätze, direkte Aussagen

Wer sich in umständlichen Satzkonstruktionen verliert oder lange um den heißen Brei redet, darf sich nicht wundern, wenn sein Gegenüber rasch das Interesse verliert. Kurze, klare Sätze ziehen den Leser in den Text – und das bitte ohne Formulierungen im Konjunktiv, Passivsatzkonstruktionen oder komplizierte Fremdwörter.

Eine außergewöhnliche Einleitung

Eine Initiativbewerbung darf vieles – nur nicht langweilen. Wer nachhaltig auf sich aufmerksam machen will, muss sich mit mehr verkaufen als bloßen Standardfloskeln. Der Schlüssel dazu: Ein knackiger Einstieg, der zum Weiterlesen animiert – und neugierig auf mehr macht.

Gleich zu Beginn den Bezug herstellen

Erklären Sie, warum Sie sich genau bei dieser Firma bewerben. Gibt es vielleicht eine Vorgeschichte – ein ehemaliges Praktikum, gemeinsame (berufliche) Bekannte, Zusammenarbeit in einem früheren Projekt? Je persönlicher das Interesse ist, desto authentischer wirkt das Anschreiben – und verführt das Gegenüber zum Weiterlesen.

Zielstrebig zur Sache kommen

Welche Position interessiert Sie im Unternehmen? Warum eignen Sie sich besonders gut dafür? Welche Erfolgsgeschichten können Sie in dieser oder einer ähnlichen Position nachweisen? Wer zeigt, dass er mit schwierigen Situationen in der angestrebten Position schon in der Vergangenheit gut umgehen konnte, macht sich interessant.

Geschichten erzählen, keine bloßen Fakten

Das bloße Aufzählen der eigenen beruflichen Stationen langweilt. Wer diese hingegen mit aktuellen Herausforderungen im Wunschunternehmen in Zusammenhang bringen kann und möglichst bildlich darstellt, wie er diese bewältigen würde (und was er mit seinen Qualifikationen dazu beitragen könnte), erzählt eine Geschichte, die man hören will.

In der Kürze liegt die Würze

Niemand will seitenlange Anschreiben lesen. Eine Seite sollte ausreichen, um das eigene Interesse und die Passung klarzumachen – wichtige Punkte wie Karrierestationen und Ausbildung gehören ohnehin in den Lebenslauf.

Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel, wie Sie die Schriftliche Bewerbung per E-Mail perfektionieren.

 

3 Beispieleinleitungssätze: Initiativbewerbung

✓ Haben Sie Bedarf an einer hochmotivierten Nachwuchskraft? In Kürze werden ich meine Ausbildung/ mein Studium beenden und möchte meine erworbenen Kenntnisse so bald als möglich beruflich einbringen. Daher bewerbe ich mich in Ihrem Unternehmen als XX.

✓ Sind Sie auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter im Bereich XX? Dann wird Sie meine Bewerbung sicherlich interessieren.

✓ Wie ich den Medien entnehmen konnte, wird Ihr Unternehmen in nächster Zeit nach Russland exportieren. Dank meiner fließenden Russisch- und Branchenkenntnisse, möchte ich Sie dabei gerne unterstützen und zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Mehr Tipps für die perfekte Einleitung in die Initiativbewerbung finden Sie hier.

 

Kreativität ist erlaubt

Ob als AirBnB-Anzeige, farblich perfekt abgestimmt auf das jeweilige Corporate Design oder schon mit ein, zwei Projektideen in der Hand: Wer sich von sich aus bei seinem Wunschunternehmen bewirbt, muss keine Bewerbung von der Stange abschicken. Je nachdem, wie konservativ das Unternehmen ist, dürfen sowohl Bewerbung als auch Lebenslauf ruhig etwas farbenfroher und gewagter aussehen – wer wagt, gewinnt schließlich! Die besten Tipps für eine kreative Bewerbung haben wir hier für Sie zusammengefasst. Wir zeigen Ihnen ebenfalls alle Bewerbungstipps auf einen Blick, damit Sie gestärkt in den kommenden Bewerbungsmarathon starten können.

 

Fragen Sie ruhig mal nach

Hört man nach seiner Initiativbewerbung nichts vom gewünschten Unternehmen, ist es durchaus legitim, höflich nachzufragen. Ob telefonisch oder per Mail, zwei Wochen Zeit sollte man jeder Firma geben, sich die eigene Bewerbung anzusehen – und dann nachhaken. Wird man schließlich tatsächlich zum Gespräch eingeladen, ist es wichtig, sich klarzumachen, dass das Angebot vielleicht nicht ganz den eigenen Vorstellungen entspricht. Möglicherweise braucht das Unternehmen jemand in einer anderen Abteilung oder vergibt zunächst nur einen befristeten Vertrag? In jedem Fall aber hat man Initiative bewiesen – und das zeigt jedem Arbeitgeber, dass in seinem neuen Mitarbeiter einiges an Potential steckt, dass es in Zukunft zu nutzen gilt.

Bildnachweis: akinshin/Quelle: www.istockphoto.com

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