Bewerbungsfoto perfekt in Szene setzen

Das Bewerbungsfoto im Lebenslauf ist und bleibt der Standard in Österreich. So bringen Sie es mit Ihrer Bewerbung in Einklang.
Auch wenn die perfekte Lebenslauf-Bewerbungsfoto Mischung keine Garantie für eine Einladung zum Interview ist, vermitteln Sie mit Ihrem Foto einen ersten Eindruck und idealerweise eine gewisse Aura. Mit diesen 8 Tipps wird Ihr Abbild Ihnen gerecht!

Das perfekte Bewerbungsfoto ist noch lange kein Grund zur Einstellung. Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Daher können Sie mit einem schlechten Bild ziemlich viele Chancen verpassen – insbesondere, wenn Personaler keinen weiteren Blick auf Ihren vielleicht perfekten Lebenslauf werfen. Laut Gleichbehandlungsgebot dürfen Arbeitgeber zwar prinzipiell keine Fotopflicht bei der Bewerbung verlangen, aber dennoch ist der Curriculum Vitae mit Bewerbungsfoto noch immer die Regel.

 

Die Wichtigkeit des Bewerbungsfotos

Die 2018 durchgeführte Eyetracking Studie von StepStone hat aufgedeckt, dass sich Personaler beim ersten Screening der Bewerber im Durchschnitt nur 43 Sekunden für einen Lebenslauf Zeit nehmen. Eine weitere Erkenntnis der Studie bezieht sich darauf, wie viel Gewicht die einzelnen Teile einer Bewerbung haben. Während das Motivationsschreiben nur 22% bzw. die Zeugnisse überhaupt nur 10% der Gewichtung ausmachen, hat der Lebenslauf die Nase weit vorne und macht 68% der Gewichtung aus. Und obwohl dabei natürlich die Berufserfahrung der wichtigste inhaltliche Faktor ist, ist es doch das Bewerbungsfoto, auf das der erste Blick fällt. Das Foto ist der Blickfang Nummer eins und daher auch von großer Wichtigkeit.

 

Die verschiedenen Arten von Bewerbungsfotos

Wie das Bewerbungsfoto im Endeffekt aussehen kann, lässt viel Spielraum. Oft sind es nur kleine Unterschiede, die jedoch einen großen Unterschied machen können. Die folgenden fünf Fotos derselben Person wurden von Personalern bewertet. Mit dem folgenden Ergebnis:

Das optimale Bewerbungsfoto im Lebenslauf: 8 Tipps, um aus der Masse herauszustechen

Entscheiden Sie sich für ein Foto im CV, dann können Sie mit einem guten Bild punkten. Rücken Sie Ihre Persönlichkeit ins beste Licht und vermitteln Sie positiv, was Lebenslauf und Motivationsschreiben allein nicht ausdrücken können.

1. Professionelle Fotos

Setzen Sie auf einen professionellen Fotografen. Gute Bewerbungsbilder sind eine Investition, die sich lohnt. Dabei steht der Preis nicht unbedingt in Relation zur Qualität der Bilder- auch günstige Fotografen haben mitunter ein gutes Auge für Details und können Sie und Ihre Persönlichkeit gut ins Bild setzen.

2. Branche und Position

Besprechen Sie mit Ihrem Fotografen, für welche Unternehmen, Branchen und mögliche Positionen Sie sich mit den Fotos bewerebn wollen. Der Profi wird schon eine Idee haben, welche fotografischen Formate, Stilrichtungen und Posen angemessen sind.

3. Der erste Eindruck

Schnappschüsse, Urlaubsfotos oder Passbild-Aufnahmen aus dem Automaten sind nicht die einzigen Faktoren, die den ersten Eindruck verschlechtern können. Übertreiben Sie es weder mit Schmuck und Accessoires, noch mit Make-Up und extravaganten Frisuren oder Rasuren. So selbstverständlich es klingen mag: Kommen Sie gepflegt in aller Frische und möglichst natürlich zum Fotoshooting.

4. Mehr als ein Outfit

Beim Stil der Kleidung gilt die Faustregel: Ziehen Sie das Outfit an, das Sie auch tragen würden, wenn Sie die Position schon innehätten. In konventionellen Berufen bedeutet das für die Herren Hemd, Krawatte und Sakko, Frauen tragen am besten einen Blazer und eine dezente Bluse. Je nach Job kann natürlich auch ein anderes Outfit besser ankommen. Am besten bringen Sie Wechselkleidung und Beratungszeit mit zu Ihrem Fotografen.

5. Körpersprache zählt mit

Hängende Schultern, verkrampfte Miene und müde Augen – so sieht der Traummitarbeiter sicher nicht aus. Ihre Körpersprache sendet Signale aus, anhand derer sich Personaler ein erstes Bild von Ihnen machen. Präsentieren Sie sich auf dem Bild daher so gut wie möglich: Aufgeschlossen, freundlich, professionell und motiviert.

6. Viele Fotos, ein Treffer

Das klassisch gute Bewerbungsfoto zeigt Sie im Halbportrait, der Bildausschnitt geht bis zum Brustansatz. Lassen Sie dennoch verschiedene Aufnahmen von sich anfertigen, in verschiedenen Outfits und mit unterschiedlichen Hintergründen. Idealerweise können Sie die Bilder bereits während des Shootings am Computerbildschirm besprechen und kleine Korrekturen vornehmen.

7. Digitale Kopien

Das Ausarbeiten Ihrer Fotos kann einige Tage in Anspruch nehmen. Legen Sie den Termin für das Fotoshooting daher nicht zu knapp. Sobald die bearbeiteten Fotos dann vorliegen, sollten Sie davon unbedingt Sicherungskopien abspeichern

8. Farbe bekennen

Monochrome Bilder wirken oft eleganter, können aber auch gekünstelt aussehen. Daher bleiben Farbfotos meist die bessere Wahl: Sie wirken in der Regel authentischer und natürlicher.
Jetzt fehlt Ihnen nur noch eine Nuance für das perfekte Foto: Ihr selbstbewusstes, freundliches Lächeln!

 

So nicht! Bewerbungsfotos voller Fallstricke

Selfies sollten Sie lieber vermeiden

Auch wenn nicht nur Stars und Politiker mittlerweile Fans von Selfies sind, sollten Sie für Ihren Lebenslauf lieber Ihre Finger von diesem Trend lassen.  Diese besondere Art des Selbstportraits, meist auf Armlänge aus der eigenen Hand oder mit Selfiestick aufgenommen, wird Sie in keinem professionellem Licht stehen lassen. In einer Blitzumfrage mit 74 Personalberatern, HR-Verantwortlichen und Recruitern gaben 64% „auf keinen Fall“ an, sie würden Bewerbungen mit Selfies sofort aussortieren. Weitere 16% antworteten mit „eher nein“, auch für sie ist ein Selfie als Bewerbungsfoto ein eindeutiges Ausschlusskriterium. 19% sind jedoch der Meinung, dass es vom Foto abhängt. Ein Selfie, das nicht als solches erkennbar ist, kann also durchaus akzeptiert werden. Lediglich 1 Befragter gab an, dass ein Selfie als Bewerbungsfotos OK sei.

Aber nicht nur Selfies, sondern auch Ausschnitte aus Gruppenfotos oder Fotos, die keine Ähnlichkeit mehr mit Ihrem aktuellen Spiegelbild haben, gehören nicht in Ihren CV.

 

Die absoluten No-Go’s rund um das Bewerbungsfoto

Die Liste der No-Go’s beim Bewerbungsfoto geht jedoch noch über Selfies, Ausschnitten aus Gruppenfotos und Fotos, die Ihnen nicht ähnlichsehen, hinaus. Die folgende Auflistung zeigt die am häufig genanntesten Fettnäpfchen, die Sie in Bezug auf das Bewerbungsfoto unbedingt vermeiden sollten:

  • Unpassende Kleidung – 45,5%
  • Selfies – 39,4%
  • Urlaubsfoto 36,4%
  • Partyfoto/mit Alkohol – 24,2%
  • Ausgeschnittene Fotos – 21,2%
  • Schlechte Qualität des Fotos – 21,2%
  • Hintergrund – 15,2%
  • Strenge Miene „Verbrecherfotos“ – 6,1%
  • Veraltetes Foto des Bewerbers – 6,1%
  • Ungepflegtes Äußeres – 3%

Unpassende Kleidung wurde am häufigsten als No-Go genannt. Darunter fällt auch zu freizügige Kleidung, die zu viel Haut zeigt oder ein zu tiefer Ausschnitt. Auch ausgeschnittene Bilder, die noch dazu in schlechter Qualität eingefügt sind, sollten vermieden werden, wie auch Urlaubsschnappschüsse oder Partyfotos. Bleiben Sie immer professionell und bringen Sie eher Ihre Persönlichkeit zum Ausdruck, als zu viel über Ihr Privatleben über Ihr Foto preiszugeben.

 

Wie ist das mit der Bewerbung ohne Foto?

Eine spannende Erkenntnis der aktuellen Eyetracking Studie von StepStone bezieht sich auf Bewerbungen ohne Fotos. Dafür wurden Personalrecruiter dazu befragt, was sie von der Entwicklung „Bewerben ohne Foto“ halten und wie sie diesen Trend für den österreichischen Arbeitsmarkt einschätzen. Mehr als die Hälfte der befragen Personaler glauben, dass dieser Trend auch für Österreich kommen wird. Was also in den USA oder in England bereits auf Grund der Antidiskriminierungsgesetze gang und gäbe ist, könnte bald auch in Österreich kommen.

Im folgenden Video erfahren Sie, was den perfekten Lebenslauf & eine gute Bewerbung wirklich ausmacht:

Bildnachweis: www.istockphoto.com

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