23.09.2024
Lesedauer: 12 Min.

Beatrix Mittermann

Mitarbeiterzufriedenheit

Eines ist jetzt schon deutlich klar: Auch 2024 bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung für viele Unternehmen und Branchen. Neben demografischen Ursachen liegt das auch an der gestiegenen Anzahl an offenen Positionen. Ein Grund mehr, um die Mitarbeiterbindung zu forcieren – die Mitarbeiterzufriedenheit spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle.

Definition: Was versteht man unter Mitarbeiterzufriedenheit?

Vereinfacht gesehen geht es dabei um die Einstellung der Arbeitskräfte zum Unternehmen, dem Arbeitsplatz und zu den Aufgaben. Diese Einstellung kann positiv oder negativ sein und hängt von individuellen Erwartungen und Bedürfnissen ab. Der Wunsch nach Arbeitszufriedenheit ist inzwischen größer, als bloß ein hohes Gehalt zu beziehen. Im Englischen hat sich der Begriff “job satisfaction” etabliert und ist seit 1935 durch Robert Hoppock bekannt. Er beschreibt die Zusammenhänge mit Erfolgserlebnissen, Freude bei der Arbeit und den Sinn in der Tätigkeit zu erkennen. Zu Mitarbeiterzufriedenheit zählt auch, dass sich die Belegschaft im Arbeitsumfeld wohlfühlt und die Erwartungen an den Arbeitsplatz erfüllt werden. Eine allgemeine Definition für Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich somit nicht konkret formulieren. Hier ist ein breites Spektrum an Einflussfaktoren zu berücksichtigen, die auf verschiedene Arten gemessen werden können.

 Mitarbeiterzufriedenheit in Österreich

Um aufzudecken, wie es um die Arbeitszufriedenheit in Österreich steht, hat die Marktforschungsagentur MindTake im Auftrag von Stepstone 2.000 Personen befragt. Die Ergebnisse daraus sind im „Stepstone-Jobreport 2024“ zusammengefasst und zeigen: Die Arbeitszufriedenheit ist hoch. 72 Prozent sind mit ihrer momentanen beruflichen Situation sehr zufrieden oder eher zufrieden:

Jobzufriedenheit nach Bundesländern und Branchen

Auch wenn die Jobzufriedenheit in Österreich grundsätzlich relativ hoch ist, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Bundesländern bzw. auch je nach Branche und Unternehmensgröße.

Mitarbeiterzufriedenheit nach Bundesländern

Beschäftigte sind nicht überall in Österreich gleichermaßen zufrieden mit ihrer Arbeit, wie die folgende Grafik zeigt:

Besonders zufrieden sind Arbeitnehmer*innen in Vorarlberg (79,7 Prozent), in der Steiermark (75,4 Prozent sehr bzw. eher zufrieden) und in Tirol (75,3 Prozent). Die geringste Mitarbeiterzufriedenheit finden wir hierzulande in Kärnten (66,7 Prozent), Salzburg (66,5 Prozent) und Wien (67,4 Prozent).

Mitarbeiterzufriedenheit nach Branchen

Nach Branchen gibt es sehr große Unterschiede. Am zufriedensten sind die Beschäftigten im Ingenieurwesen. Hier gaben 83,4 Prozent der Befragten an, sehr bzw. eher zufrieden zu sein. Weitere Branchen mit sehr hoher Mitarbeiterzufriedenheit sind Marketing, PR, Werbung (79,9 Prozent), IT (78,6 Prozent) sowie Personen im Transport und Verkehr (76,6 Prozent) bzw. im Finanz- und Rechnungswesen (76 Prozent). Die geringste Mitarbeiterzufriedenheit nach Branchen gibt es in den folgenden drei Branchen: im Gesundheitswesen (64,6 Prozent), in der Beratung und sonstigen Dienstleistungen (65,8 Prozent) sowie in der Hotellerie und Gastronomie (67,5 Prozent).

Einen signifikanten Unterschied gibt es zudem zwischen Mitarbeiter*innen, die Personalverantwortung tragen (76,7 Prozent sehr bzw. eher zufrieden) und jenen, die keine tragen (69,6 Prozent).

Mitarbeiterzufriedenheit nach Unternehmensgröße

Auch die Unternehmensgröße hat einen Einfluss darauf, wie zufrieden Beschäftigte in ihrer Arbeit sind, was die folgende Grafik zum Ausdruck bringt:

Demnach arbeiten die zufriedensten Mitarbeiter*innen in sehr kleinen Unternehmen mit 2 bis 9 Personen: Hier gaben 75,4 Personen an, sehr zufrieden bzw. eher zufrieden zu sein. Dicht gefolgt von Unternehmen mit 10 bis 49 Personen, in denen 73,3 Prozent sehr bzw. eher zufrieden sind. Am wenigsten zufrieden sind Arbeitnehmer*innen in Unternehmen mit einer Person (62,9 Prozent) bzw. mit 50 bis 249 Personen (68,9 Prozent).

Welche Faktoren beeinflussen die Zufriedenheit im Job?

Wir haben für Sie die häufigsten Einflussfaktoren für Mitarbeiter(un)zufriedenheit recherchiert. Abhängig von individuellen Bedürfnissen und Erwartungen können Ihre Angestellten unterschiedlich stark davon betroffen sein.

Wie kann man die Mitarbeiterzufriedenheit messen?

Einen Überblick darüber, wie zufrieden das Personal ist, bekommen Sie, wenn Sie sich Kennzahlen wie Fluktuationsrate und Fehltage bzw. Krankenstände in Ihrem Unternehmen ansehen. Um die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden konkret einschätzen zu können, bietet sich die direkte Befragung an. Das können zum Beispiel Fragebögen sein, in denen die unterschiedlichen Faktoren abgefragt und bewertet werden. Wichtig ist, dass die Teilnahme an solchen Umfragen für Ihre Mitarbeiter*innen freiwillig ist und die Anonymität dabei gewährleistet wird. Es darf nicht nachvollziehbar sein, wer an der Befragung teilgenommen hat und wer nicht. Nur dann wird das Feedback ehrlich ausfallen, mit dem sich dann gut arbeiten lässt.

Mitarbeiterzufriedenheit steigern: 5 schnell umsetzbare Maßnahmen

Wer den Schritt einer Umfrage schon gesetzt hat, kann aus den Ergebnissen die ersten Maßnahmen ableiten. Im nächsten Schritt ist es wichtig, die Interessen und Sorgen der Beschäftigten ernst zu nehmen. Ihre Mitarbeiter*innen müssen das Gefühl haben, dass sie gehört werden. Die folgenden Maßnahmen eignen sich besonders gut dafür, die Mitarbeiterzufriedenheit im Betrieb zu verbessern – wählen Sie daraus jene aus, die auch zu den Wünschen Ihrer Beschäftigten passen, um zu zeigen, dass sie Ihnen am Herzen liegen:


Autorin: Beatrix Ferriman
Bildnachweis: istock/alvarez