Kreative Bewerbungen

So fallen Sie jedem Personaler auf
Mit nur einer Bewerbung zum Traumjob: Das können wir zwar nicht garantieren. Aber mit diesen kreativen Methoden steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Personaler einen zweiten Blick auf Ihre Bewerbung werfen, schon ganz enorm.

„Kreativität ist der natürliche Feind der Langeweile“ – das wusste schon der deutsche Aphoristiker Peter Rudl. Statt Personaler, Führungskräfte und Entscheider daher mit den immer gleichen Bewerbungen zu langweilen, können Bewerber ruhig ein wenig in die Trickkiste greifen. Allerdings immer mit Maß und Ziel: Eine „kreative“ Bewerbung als Bankangestellter wird anders aussehen als die eines Grafikdesigners. Eindruck hinterlassen allerdings beide – und führen im besten Fall zu einem neuen Job, dazu braucht es eben auch gutes Selbstmarketing.

 

1. Wagemutig: Die Guerilla-Bewerbung

Ob als AirBnB-Anzeige, als Lego-Spielfigur oder als Point’n’Click-Abenteuer: Wer wagt, gewinnt. Gerade, wer ein bestimmtes Unternehmen ins Auge gefasst hat, kann in der Auseinandersetzung mit dessen Produkten wertvolle Ideen für die eigene (Initiativ)-Bewerbung finden. So wie der Web Product Manager Philip Dubost aus Paris: Der Mann wollte unbedingt bei Amazon arbeiten. Und hat kurzerhand eine Website im Stil seines Wunschunternehmens gebastelt, auf der er sich selbst „zum Verkauf“ anbietet. Kundenrezensionen inklusive – von ehemaligen Arbeitgebern. Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel, wie Sie Ihre eigene Bewerbungshomepage basteln.

 

2. Anpassungsfähig : Die Bewerbung im Corporate Design

Nun hat nicht jeder die Zeit (oder das Know-How), um solche aufwändigen Guerilla-Bewerbungen zu erstellen. Oft reicht es aber schon, die eigenen Bewerbungsunterlagen dem Corporate Design des Wunsch-Arbeitgebers anzupassen: Farbe, Design oder Schriftarten können imitiert und so die Leidenschaft für das Unternehmen klargemacht werden. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, zieht sich fürs Bewerbungsfoto ein T-Shirt mit dem Firmennamen an – aber bitte nur dann, wenn man sicher ist, dass der Personalchef auch Sinn für Humor hat.

 

3. Beweislastig: Die Bewerbung mit fertigen Projekten

Immer mehr Unternehmen verlangen im Rahmen von Vorstellungsgesprächen oder Assessment-Centern mittlerweile kurze Arbeitsproben. Warum ihne nicht zuvorkommen – und schon bei der Bewerbung ein (Kurz-)Projekt einreichen, dass eine aktuelle Herausforderung der Firma zum Thema hat? „Do the job before you get the job”, rät der US-amerikanische Karrierecoach Raghav Haran. Ein solches Projekt könnte beispielsweise eine kluge Marketing-Strategie umfassen oder Konzeptzeichnungen, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. Und wer sich als Koch bewirbt, könnte ein eigenes Rezept vorstellen – alles, was sich von der Masse abhebt, ist erlaubt.

 

4. Einprägsam: Die Bewerbung mit Slogan

„Quadratisch. Praktisch. Gut.“ Oder auch: „Vorsprung durch Technik.“ Oder lieber „Das König der Biere“? Im Marketing weiß man schon lange um die Wirkung von einprägsamen Slogans. Warum sich diese Erkenntnis nicht auch für die eigene Bewerbung zunutze machen? Wer sich einen einprägsamen Slogan ausdenkt, der ihn in als Marke mit Wiedererkennungswert platziert, bleibt anderen im Gedächtnis – und bringt seine Qualifikationen idealerweise gleich mit auf den Punkt.

 

5. Aufwühlend: Die Bewerbung mit Clickbait

„11 erschreckende Fakten über Britney Spears“, „Die 15 witzigsten Tweets 2017“, „19 Dinge, die in jedem Horrorfilm passieren“ oder „21 Leute, die einen viel schlimmeren Tag haben als du“ – wer  mit solchen Überschriften Aufmerksamkeit generieren will, ködert den Leser mit so genannten „Clickbaits“: Reißerische Aussagen, die den Leser so neugierig machen, dass er weiterklickt (daher auch der Name). Ähnlich wie die Cliffhanger im Film dienen sie dazu, die Mensch zum Weiterlesen (oder -schauen) zu bringen – eine Technik, die sinnvoll eingesetzt auch den einen oder anderen Personaler verblüfft. Sätze wie „Sie möchten lesen, wie ich mein China-Projekt in einer kritischen Phase doch noch zum Erfolg gelenkt habe? In meiner anhängenden Projektliste erfahren Sie mehr.“ machen Lust auf mehr – und stärken das eigene Jobprofil. Wir zeigen Ihnen weitere Bewerbungstrends mit denen Sie garantiert nicht baden gehen.

 

6. Kurz und knackig: Die Bewerbung mit einem grandiosen ersten Satz

Journalisten wissen: Eine grandiose Einleitung zieht den Leser in den Text, bringt einen zum Schmunzeln, fällt mit der Tür ins Haus und macht Lust aufs Weiterlesen. Statt Personaler mit ausgelutschten Floskeln zu langweilen, macht ein guter erster Satz, wie sehr man an dem Job interessiert ist – ohne das Gegenüber mit langwierigen Selbstdarstellungen zu vergraulen. „Freunden und Verwandten gebe ich Finanztipps, seit ich denken kann – und deshalb habe ich beschlossen, dafür endlich Geld zu verlangen.“ Die besten Einleitungssätze für Ihre Bewerbung haben wir für Sie vorbereitet.

 

7. Ästhetisch: Die kreative Bewerbung mit Turbo- Design

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein optisch ansprechender Lebenslauf auch. Gerade bei Blind- oder Initiativbewerbungen macht das Design die Musik – und sollte dementsprechend überarbeitet werden. Beliebt sind derzeit vor allem so genannte „Timeline-Lebensläufe“: Die wichtigsten Stationen des eigenen Berufslebens, optisch ansprechend arrangiert auf einer Timeline. Der Dienst Resume.up beispielsweise verwandelt den Lebenslauf in einen horizontalen Zeitstrahl und illustriert die einzelnen Stationen und Fähigkeiten als bunte Balken. Wir haben auch noch mehr coole Vorlagen für einen Lebenslauf im Designerstil sowie die ultimativen Tipps für den perfekten Lebenslauf für Sie.

 

Infografik Lebenslauf Vorlage als PSD File

Ein kreativer CV in Form einer Infografik wird gewünscht? Mit dem passenden Bildbearbeitungsprogramm lässt sich das StepStone Musterfile im PSD Format ganz einfach individualisieren.

 

 

8. Quer gedacht: Die Bewerbung im Querformat

In der Regel sind Anschreiben und Lebenslauf im Hochformat, aber wer sagt, dass das so sein muss? Bewerbungen im Querformat fallen deutlich mehr auf, sind aber genauso seriös und professionell. Und das Beste: Sie passen in alle Standard-Umschläge und lassen sich ganz einfach mit herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen erstellen. Damit der Lesefluss erhalten bleibt, bitte aber wirklich sämtliche Unterlagen im Querformat erstellen – sonst wirds für den Personaler mühsam.

 

9. Spannend: Ein Gesicht, viele Facetten

Üblicherweise besteht das Bewerbungsfoto aus einem Portrait, aufgenommen in der Halbtotale. Wer sich besser in Szene setzen möchte, kann aber durchaus auf originellere Bewerbungsbilder zurückgreifen: So können etwa mehrere Portraits mit verschiedenen Gesichtsausdrücken wie aus einem Fotoautomat oder ein Bewerbungsfoto direkt in einer Gesprächssituation oft ein  besseres Bild von einem vermitteln und lockern zudem die Bewerbungsunterlagen mit pfiffigem Bildmaterial auf. Aber bitte nicht übertreiben: Großformatige Ganzkörperfotos oder zu viele Bilder auf einmal machen den kreativen Effekt schnell zunichte – und schaden bei der Bewerbung mehr, als sie helfen.

 

10. Von der Werbung abgeschaut: Bewerbung auf Postkarten oder Flyern

Clubs, Parteien und Geschäftsneueröffnungen werben seit Jahrzehnten damit, also warum nicht auch Sie? Vor allem bei Initiativbewerbungen reicht oft eine kurze erste Nachricht aus, um das Potential für einen Job auszuloten – und dabei sticht eine Bewerbung der eigenen Person im Postkarten- oder Flyerformat ganz besonders hervor. Auf der einen Seite ist Platz für Bilder und/oder einen knackigen Slogan, und die Rückseite bietet Platz für einen kurzen Lebenslauf und Kontaktdaten. Der Vorteil: Von diesen Flyerbewerbungen können innerhalb kurzer Zeit sehr viele verschickt werden – ein entsprechend hoher Rücklauf ist damit garantiert.

Und um ein perfektes Bewerbungsvideo zu drehen, beachten Sie bitte unsere 5 Tipps für das ideale Bewerbungsvideo.

Abseits der kreativen Bewerbungen ist es auch möglich sich schnell mit dem Smartphone für eine Stelle zu bewerben.

 

11. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Bewerbungshomepage

Warum nicht einfach ein gutes Anschreiben durch einen Link zur persönlichen Bewerbungswebsite ergänzen? Das bringt den Vorteil, dass zu große E-Mails auf Grund der Anhänge der Vergangenheit angehören. Der Personaler lädt sich herunter, was er benötigt und kann sich ganz nebenbei auch noch ein Bild von Ihrer kreativen Seite machen. Was es bei einer Bewerbungshomepage zu beachten gilt, wie man sie aufbaut und welche Inhalte sie enthalten sollte, verraten wir Ihnen in unserem Artikel über die Bewerbungshomepage.

Wir zeigen Ihnen ebenfalls alle Bewerbungstipps auf einen Blick, damit Sie gestärkt in den kommenden Bewerbungsmarathon starten können.

Bildnachweis: wildpixel/Quelle: www.istockphoto.com

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