05.05.2025
Lesedauer: 5 Min.

Beatrix Mittermann

Wechselbereitschaft

Der österreichische Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung – auch wenn die Mehrheit der Beschäftigten aktuell nicht aktiv auf Jobsuche ist, zeigt sich eine sehr hohe Offenheit für neue Möglichkeiten: Jede*r Zweite ist bereit für den nächsten Karriereschritt, wenn das richtige Angebot kommt. Besonders jüngere Generationen und spezialisierte Fachkräfte zeigen eine hohe Wechselbereitschaft, was Unternehmen die Chance gibt, aktiv Talente für sich zu gewinnen.

Definition: Was versteht man unter Wechselbereitschaft?

Unter Wechselbereitschaft versteht man, dass Arbeitnehmer*innen darüber nachdenken, ihren Job zu wechseln bzw. ein attraktives oder besseres Angebot eines anderen Unternehmens annehmen würden.

Wechselbereitschaft 2025 in Österreich

Der Stepstone Jobreport liefert jährlich wertvolle Insights über die berufliche Motivation der Menschen. Eine wichtige Komponente ist dabei die Wechselbereitschaft. 64,5 Prozent der Befragten stehen einem Jobwechsel offen gegenüber, darunter sind 13 Prozent aktiv auf Jobsuche und 51,5 Prozent grundsätzlich offen für einen neuen Job.

Dabei ergeben sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Generationen: Vor allem die Gen Z und Gen Y sind besonders wechselwillig bzw. stehen einem Jobwechsel offen gegenüber, sogar noch mehr als im Vorjahr:

Wenig verwunderlich ist es daher auch, dass es vor allem die Gen X und die Babyboomer sind, die nicht vorhaben, ihren Job zu wechseln. Auch wenn die Zahlen jener Beschäftigten, die aktiv einen Jobwechsel planen, über alle Generationen sehr niedrig sind, sind die Zahlen bei der Generation Z doppelt so hoch wie bei den älteren Generationen.

Unterschiede in der Wechselbereitschaft gibt es auch in den verschiedenen Branchen. Besonders hoch ist die Wechselwilligkeit im Vertrieb (54 Prozent), im Ingenieurwesen (53,3 Prozent) sowie in der Hotellerie und Gastronomie (50 Prozent).

Talent Attraction & wechselwillige Kandidat*innen

In einer Zeit, in der Fachkräftemangel und die Knappheit an Talenten in so vielen Bereichen und Branchen spürbar ist, gilt es, neue Wege im Recruiting zu gehen. Hier können sich Unternehmen die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmer*innen zunutze machen. Was es dafür braucht? Das Wissen, womit man bei den unterschiedlichen Beschäftigten, die offen für einen Jobwechsel sind, punkten kann. Mit dieser Thematik hat sich die aktuelle Studie „Attracting Talent 2024 – Was Arbeitskräfte heute wirklich wollen“ beschäftigt.  Die folgende Grafik daraus verrät, mit welchen Kriterien Unternehmen bei Arbeitnehmer*innen punkten können:

Arbeitgeberattraktivität ist nicht für alle gleich. Was einen attraktiven Arbeitgeber auszeichnet, variiert je nachdem, wen man fragt. Während die jüngeren Generationen von 20 bis 39 Jahren ihren Fokus auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legen und die Entlohnung an die zweite Stelle rücken, ist besonders die Vergütung bei den 40- bis 49-Jährigen an erster Stelle. Anders sieht es bei der Generation ab 50 aus, denn hier ist das zentrale Kriterium die Arbeitsplatzsicherheit.

Tipps fürs Recruiting von wechselwilligen Kandidat*innen

Autorin: Beatrix Ferriman
Bildnachweis: istockphoto.com / fotostorm