Das perfekte Outfit für das Bewerbungsgespräch

Dress for Success
„Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.“ – der wohl am meisten zitierte Ausspruch, wenn es darum geht, jemanden kennen zu lernen. Sowohl im privaten Bereich als auch in der Arbeitswelt möchte man einen guten Eindruck hinterlassen.

Und speziell in der Bewerbungssituation ist der Druck groß, denn es steht lediglich ein zeitlich begrenzter Rahmen zur Verfügung, innerhalb dessen ein Arbeitgeber entscheidet, ob er jemanden einstellen wird oder nicht. Wie also rückt man sich ins beste Licht, um bei diesem wichtigen Gespräch zu punkten? Was soll ich anziehen und gibt es einen Dresscode beim Bewerbungsgespräch? – eine häufig gestellte Frage, zu der wir Ihnen hier wichtige Tipps mit auf den Weg geben.

 

Schritt 1: Die Basics

Egal, für welche Art von Outfit man sich entscheidet, eines gilt stilübergreifend: Die Kleidungsstücke sollten eine gute Passform haben. Also weder zu klein noch zu groß, am besten der jeweiligen Körperform schmeichelnd. Damit man sich während dem Gespräch optimal auf den/die Gesprächspartner konzentrieren kann, darf einen das Outfit zudem auch nicht ablenken. Nichts ist schlimmer, als wenn es irgendwo zwickt, auf der Haut kratzt oder ständig etwas verrutscht. Das lenkt ab und kann dem Gegenüber ungewollt falsche Signale senden. Bei der Auswahl des Outfits also darauf achten, dass man sich darin wohlfühlt. Ebenfalls zu den Basics der Kleiderwahl zählt der Aspekt, dass man sich nicht verkleiden sollte. Natürlich passt man die Kleidung an den Anlass an, muss dabei aber nicht auf seine persönliche Note verzichten. Immerhin stellt man seine Person vor und drückt auch durch die Kleidung Authentizität aus. Was außerdem nicht außer Acht gelassen werden darf, ist ein gepflegtes Erscheinungsbild. Dazu zählt saubere Kleidung, gewaschenes, frisiertes Haar und auch auf weitere Details wie saubere, gepflegte Fingernägel werden manchmal geachtet.

 

Schritt 2: Die grobe, branchenübliche Outfitwahl

Wie das Outfit im Endeffekt aussehen soll, hängt ganz stark davon ab, in welcher Branche man tätig sein möchte. Der Dresscode variiert von Branche zu Branche und auch darauf sollte man Rücksicht nehmen. Während konservativere Branchen, zu denen etwa Banken, Versicherungen, Kanzleien oder Consultingfirmen zählen, eher einen formelleren, eleganten Business-Look bevorzugen, kann dies in anderen, kreativeren Branchen bereits zu steif wirken. Man stellt sich also einerseits die Frage, was für die Branche üblich ist und andererseits hängt die Wahl auch von den Personen ab, die beim Bewerbungsgespräch anwesend sind. Während bei einem Treffen mit der Recruiterin der Personalabteilung ein nicht ganz so strenger Business-Look vollkommen ausreicht, steigt der formelle Grad beispielsweise, wenn man die Information erhält, dass auch der Vorstand am Gespräch teilnehmen wird.

 

Was passt zur Branche?

✓ Klassischer Bürojob: Hier muss es nicht unbedingt der konservative Anzug oder das klassische Kostüm sein. Eine Anzughose inklusive dazu passendem Hemd und Krawatte bei Herren bzw. elegante Hose/Rock kombiniert mit einer Bluse an heißeren Tagen oder einem schicken Pullover bzw. Blazer an kühleren Tagen bei Damen können auch ausreichen.

✓ Kreative Branchen: Bei Werbe- und Kreativagenturen ist der Schwerpunkt meist ein anderer. Hier kommt es vor allem darauf an, dynamisch und kreativ zu wirken. Zu steif wäre hier fehl am Platz. Eine schöne dunkle Jeans mit eleganten Schuhen und einem Hemd bzw. einer Bluse zu kombinieren, kann genau diesen gewünschten Eindruck der Dynamik vermitteln.

✓ Konservativere Branchen bzw. Branchen mit viel Kundenkontakt: Vor allem bei Banken, Versicherungen wird eine konservativere Erwartung an das Outfit gestellt (z.B.: Klassischer Anzug, elegantes Kostüm). Dasselbe gilt auch für Stellen, die durch viel Kundenkontakt gekennzeichnet sind wie im Sales, wo der jeweilige Mitarbeiter das gesamte Unternehmen repräsentiert.

✓ Führungspositionen: Auch bei Führungspositionen wird in der Regel erwartet, dass Männer im Anzug und Frauen im Kostüm erscheinen. Wenn Sie ein Team leiten möchten, sollte bereits Ihr Erscheinungsbild Autorität ausstrahlen.

✓ Technische Berufe, Ingenieure: Bei Ingenieuren empfiehlt es sich, eher auf klassische Outfits zurückzugreifen. Ein Anzug bei den Herren, oder ein Kostüm bei den Damen ist bestimmt nicht falsch. Informieren Sie sich jedoch zunächst über die Internetseite. Junge Start-Ups treten vielleicht lässiger auf als große Technologie- und Technikunternehmen.

 

Idealerweise signalisiert das Outfit dem Gesprächspartner bereits, dass man gut zum Unternehmen passt.

Überlegen Sie sich also, welche Kleidung Sie tragen würden, wenn Sie die Stelle bekommen. Vielleicht wissen Sie bereits, wie die zukünftigen Mitarbeiter gekleidet sind. Nehmen Sie das als Ausgangsbasis und machen Sie es eine Spur formeller, denn je mehr sich der Vorgesetzte vorstellen kann, dass Sie in das Konzept des Unternehmens passen, desto besser. Sehen Sie sich auch die Website des potentiellen Arbeitgebers an. Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bzw. die wichtigsten Mitarbeiter auf der Homepage vorstellen. Werfen Sie einen genauen Blick darauf, was die Personen tragen. Sind sie mit Anzug und Krawatte fotografiert oder eher im T-Shirt. Auch das kann Ihnen Aufschluss darüber geben, wie leger oder klassisch die Kleiderordnung im Unternehmen gehandhabt wird.

Wer sich nicht sicher ist, kann die folgende Faustregel beherzigen: lieber zu klassisch, als zu leger. Und um garantiert nichts falsch zu machen, finden Sie die 18 häufigsten Modesünden beim Vorstellungsgespräch hier. Sneakers beim Vorstellungsgespräch können Ihnen auch Türen und Tore öffnen, lesen Sie mehr darüber.

Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel wie Sie mit der richtigen Körpersprache zum neuen Job kommen.

 

Schritt 3: Dresscode beim Bewerbungsgespräch für Mann und Frau

Kleidung beim Bewerbungsgespräch – Tipps für die Damen:

✓ Gute Passform der Kleidung (nicht zu groß oder zu klein, aber auch nicht zu eng, zu kurz oder zu tief ausgeschnitten)

 Es muss nicht immer das klassische Kostüm sein. Je nach Branche kann auch eine schöne Hose bzw. ein eleganter, nicht zu kurzer Rock mit einer Bluse oder einem schönen Pullover kombiniert werden.

 Es empfiehlt sich eine gut aufeinander abgestimmte Farbwahl. Beschränken Sie sich bei Mustern auch nur auf ein Kleidungsstück und kombinieren Sie nie mehrere Muster miteinander. Das bringt zu viel Unruhe in Ihren Look.

 Wenn Sie sich für ein Kleid entscheiden, gibt es auch dabei einiges zu beachten. Die Länge sollte mindestens bis knapp übers Knie, idealerweise sogar über das Knie reichen. Ärmellose Kleider sollten mit einem Blazer oder an heißeren Tagen mit einem dünnen Jäckchen kombiniert werden, um nicht zu freizügig zu wirken. Achten Sie außerdem darauf, dass der Ausschnitt eher konservativ gewählt ist und nicht zu tief blicken lässt.

 Die Frisur sollte einen gepflegten Eindruck hinterlassen – nicht zu wirr, nicht zu altmodisch, einfach zum Typ passend.

 Bei der Schuhwahl empfiehlt es sich, nichts zu Extremes zu wählen. Elegante, saubere Schuhe mit kleinerem Absatz sind auffälligen High Heels definitiv vorzuziehen. Auch bei der Farbauswahl sollte eher auf dezentere, dunkle Farben wie schwarz, dunkelblau, braun gesetzt werden, die zum Rest des Outfits passen.

 Dasselbe Prinzip gilt auch für Taschen: Eher dezentere Farben und die Bewerbungsunterlagen am besten in einer Mappe. Das vermittelt einen gewissen Ordnungssinn – niemand sucht nach einem Chaoten, bei dem Zettel wild durch die Gegend fliegen und im schlimmsten Fall sogar zerknittert oder mit Flecken aus einer unaufgeräumten Handtasche gezogen werden. Bedenken Sie Folgendes: Wie Sie mit ihren persönlichen Dingen umgehen, kann von Recruitern auch darauf Rückschlüsse bieten, wie Sie zukünftig mit Arbeitsmaterialien umgehen.

 Bei der Frage nach dem Schmuck gibt es Faustregel, die man beachten sollte: lieber zu wenig als zu viel. Wer Schmuck sparsam einsetzt, kann ein gutes Outfit damit abrunden. Zu viele Schmuckstücke wie eine Kombination aus Ohrringen, Halskette, Armreifen und dazu vielleicht auch noch ein modischer Gürtel kann schnell dazu führen, dass das Gesamtauftreten überladen wird. Besser Sie konzentrieren sich auf ein oder maximal zwei Schmuckstücke, die auf das restliche Outfit abgestimmt sind.

 Auch beim Make-up gilt dieselbe Faustregel: am besten dezent. Von allzu schrillem Make-up ist jedenfalls abzuraten. Das Ziel soll auch hier sein, einen gepflegten Eindruck zu hinterlassen. Verwenden Sie Make-up also dazu, um Makel zu kaschieren und ihre persönlichen Vorzüge hervorzuheben. Vermeiden Sie jedoch zu viele Farben. Betonen Sie stattdessen eine Gesichtspartie, die Ihren Typ unterstreicht (beispielsweise die Augen oder die Lippen), kleistern Sie das Gesicht jedoch nicht zur Gänze zu. Denn auch das kann den Eindruck des Verkleidens vermitteln und dazu führen, dass Sie weniger authentisch wahrgenommen werden.

 

Kleidung beim Bewerbungsgespräch – Tipps für die Herren:

 Entscheiden Sie sich auf Grund der Branche und der Personen, mit denen Sie das Bewerbungsgespräch führen, für einen Anzug, empfiehlt sich eine klassische Variante in dezenten, dunklen Farben. Kombinieren Sie diesen am besten mit einem hellen Hemd und vergessen Sie dabei nicht, dieses auch vorab zu bügeln.

 Bei der Wahl der Krawatte sollte die Farbe gut auf den Anzug und das Hemd abgestimmt sein. Vermeiden Sie dabei zu auffällige Muster bei eher konservativeren Branchen oder setzen Sie ein farbliches Highlight in kreativeren Branchen. Lustige Motive und Quietschentchen sind beim Bewerbungsgespräch auf Krawatten generell Tabu.

 Bei den Schuhen gibt es zwei Komponenten zu berücksichtigen: Einerseits sollten sie zum Anzug oder dem gewählten Outfit für das Bewerbungsgespräch passen und andererseits sollten sie auch auf die Farbe des Gürtels abgestimmt sein. Tendenziell empfiehlt es sich, eher elegantere Schuhe zu wählen. Turnschuhe oder Sportschuhe sind definitiv zu leger. Auch wenn Sie sich für eher lockere Kleidung entscheiden, runden elegante (Leder-) Schuhe dieses Outfit perfekt ab.

 Worauf oft vergessen wird, sind die Socken. Im Stehen sind sie zwar meist kein Thema, aber sobald man platznimmt, blitzen sie zwischen Hose und Schuhen hervor. Es empfiehlt sich daher, die Socken auf die Farbe des Anzuges abzustimmen, um Farbkontraste zu vermeiden.

 Zu einem gepflegten Auftreten gehören außerdem frisch gewaschene Haare – je nach Länge auch angemessen gestylt.

 Auch für die Herren gilt: eine Tasche, Aktentasche bzw. eine Dokumentenmappe mit den Bewerbungsunterlagen zeugt von hohem Organisationsgrad und einen Sinn für Ordnung. Bedenken Sie, dass Recruiter vom Umgang mit Ihrem persönlichen Besitz darauf schließen können, wie Sie mit zukünftigen Arbeitsmaterialen umgehen. Je organisierter Sie auftreten, desto kompetenter der Eindruck, den der Arbeitgeber von Ihnen gewinnt. Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel, wie Sie mit einer professionell gestalteten Bewerbungsmappe punkten.

 

Kleidung beim Bewerbungsgespräch – Tipps für den Sommer:

Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich, wenn das Bewerbungsgespräch im Sommer bei hitzigen Temperaturen stattfindet. Wie genau passt man dabei sein Outfit an? Generell gilt: Sie sollten in den meisten Branchen keinen Unterschied machen – ist der Anzug für die Branche üblich, ist dieser auch im Sommer zu tragen. In das Jackett können Sie ja auch erst kurz vor Betreten des Unternehmens hineinschlüpfen und auch gleich danach wieder ausziehen. Vermeiden Sie auf jeden Fall offene Schuhe oder kurze Hosen. Bei Frauen gestaltet sich die Outfitwahl insofern einfacher, da sie den Blazer auch mit einem Rock oder einem schulterfreien Kleid kombinieren können. Solange Sie den Blazer während des Gesprächs tragen, erfüllen Sie dennoch die Richtlinien und treten professionell auf. Auch für Damen gilt jedoch: keine offenen Schuhe und falls Hose, dann bitte eine lange Hose, die zumindest 7/8 des Beins bedeckt.

 

Fachterminologie: Was verbirgt sich hinter unterschiedlichen Dresscode-Anforderungen?

Um noch für zusätzliche Verwirrung zu sorgen, hat die Geschäftswelt eine Reihe von Fachausdrücken hervorgebracht, die es – auch über das Bewerbungsgespräch hinaus – zu verstehen und umzusetzen gilt. Wir verraten Ihnen, was hinter den einzelnen Begriffen steckt:

✓ Day Informal / Business Attire: Meist für Treffen mit Geschäftspartnern oder auf Geschäftsreise. Von Männern wird hier ein dunkler Anzug erwartet, von Damen ein Kostüm oder ein Hosenanzug mit Bluse.

✓ Business: Meist für offizielle Veranstaltungen bzw. von Führungskräften erwartet. Männer tragen hier einen dreiteiligen Anzug in dunklen Businessfarben mit Weste. Die Krawatte ist obligatorisch, schlichte Manschettenknöpfe werten das Outfit auf. Damen tragen ein Kostüm oder einen klassischen Hosenanzug mit Bluse.
 
✓ Semi Formal: Achtung: Dieser Dresscode klingt lockerer, als er tatsächlich ist. Es wird bei Herren ein dunkler Anzug mit Hemd und Krawatte erwartet, Frauen können zwischen Kostüm, Hostenanzug oder Etui-Kleid wählen.

✓ Business Casual: Lockere, elegante Kleidung, weder Jeans noch Krawatte – etwas dazwischen. Greifen Sie zu Polo-Shirts, Hemden/Blusen in dezenten Farben, Strickpullover, Baumwoll- und Cordhosen bzw. Röcke.

✓ Casual: Hier dürfen Sie zu Jeans und Poloshirt greifen, eventuell mit Jackett. Auch Damen können frei kombinieren aus Rock oder Jeans sowie Shirt oder Pullover.

Damit ist das äußere Erscheinungsbild für das Bewerbungsgespräch geklärt. Damit das Bewerbungsgespräch jedoch perfekt verläuft, sind noch viele weitere Fragen zu klären. Hier finden Sie alles zum Ablauf des Bewerbungsgesprächs, zur Vorbereitung sowie den Do’s und Dont’s für das perfekte Vorstellungsgespräch um eine Absage zu verhindern. Soll der Jobwechsel diskret ablaufen, dann zeigen wir Ihnen in einem zusätzlichen Artikel, 12 Tipps zur diskreten Jobsuche. Mit dem richtigen Outfit zur Karrieremesse, wir zeigen Ihnen alle Termine 2018.

Bildnachweis: Imilian/Quelle: www.istockphoto.com

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