Mit der richtigen Körpersprache zum neuen Job

Mimik und Gestik als Erfolgsfaktoren beim Bewerbungsgespräch
Vieles von dem, was wir bei einem Bewerbungsgespräch nicht sagen, wird dennoch über unsere Körpersprache verraten. Auch wenn es vorrangig auf Ihre Kompetenz ankommt, beeinflussen Mimik, Gestik und der Gesichtsausdruck die Meinung des Personalers innerhalb der ersten Minuten. Umso wichtiger, Körpersprache geschickt im Bewerbungsgespräch einzusetzen – wir zeigen Ihnen, wie!

Nonverbale Kommunikation vs. Körpersprache – wo liegt der Unterschied?

Unter nonverbaler Kommunikation versteht man alles, was nichts mit dem Sprachlichen zu tun hat, aber dennoch eine Botschaft an jemanden sendet. Ähnlich könnte man auch Körpersprache definieren. Worin liegt nun aber der Unterschied zwischen nonverbaler Kommunikation und Körpersprache? Nonverbale Kommunikation ist der Überbegriff, der sowohl Körpersprache umfasst wie auch alle anderen Bereiche der nicht-sprachlichen Kommunikation wie Zeichen, Kleidung, Accessoires, Tätowierungen etc. Es ist dabei unwesentlich, ob diese bewusst oder unbewusst eingesetzt werden, es kommt lediglich darauf an, ob jemand etwas daraus ablesen kann. Nähere Informationen über die richtige Kleiderwahl finden Sie in unserem Artikel über den Dresscode im Bewerbungsgespräch.

 

Weshalb ist Körpersprache so wichtig?

Wir alle kennen den Ausspruch „Ein Blick sagt mehr als tausend Worte“, der auf den Punkt bringt, wie wichtig Körpersprache in der Kommunikation ist. Körpersprache verrät viel über uns, unsere Einstellungen und darüber, was wir wirklich denken. Für einen geschulten Personaler ist es ein Leichtes, durch unsere Körpersprache auch zwischen den Zeilen zu lesen. Es schadet daher nicht, sich bewusst zu machen, was wir über unsere Körpersprache einem Gegenüber vermitteln, denn speziell im Bewerbungsgespräch wollen wir uns von unserer besten Seite zeigen. Auch der einleitende Smalltalk im Vorstellungsgespräch spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Elemente der Körpersprache

Um zu verstehen, wie man Körpersprache erfolgreich einsetzen kann, gilt es zunächst, sich bewusst zu machen, wie umfangreich die einzelnen Teilelemente sind. Zur Körpersprache zählen:

✓ Mimik: Darunter versteht man alles, was sich an Bewegungen auf der Gesichtsoberfläche abspielt.
✓ Blickkontakt: Damit ist der Blick in die Augen des Gesprächspartners gemeint. Hier geht es vor allem um Häufigkeit und Dauer
✓ Gestik: Oft werden Worte von Gestiken begleitet. Darunter versteht man die Bewegung von Armen, Händen, Beinen und auch des Kopfes.
✓ Körperbewegung: Unter diesem Begriff werden verschiedene Aspekte zusammengefasst wie die Haltung des Körpers, die Körperorientierung aber auch das räumliche Verhalten.
✓ Körperkontakt: Darunter versteht man das Berühren des Gegenübers aber auch des eigenen Körpers.

 

Worauf achten Recruiter?

Die Tatsache, dass Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, deutet bereits darauf hin, dass Sie mit Ihren fachlichen Qualifikationen und Ihren Lebenslauf überzeugt haben. Beim Bewerbungsgespräch geht es daher meist vorrangig darum, Sie als Person kennenzulernen. Auf Grund Ihres Auftretens und Ihrer Persönlichkeit erhält der Recruiter wichtige Informationen, mit denen er Rückschlüsse darauf ziehen kann, ob Sie in das Unternehmen und das Team passen. Aber worauf genau achten Recruiter eigentlich? Was gilt es zu beachten? Mit diesen sieben Tipps überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch:

 

Fester Händedruck

Chronologisch gesehen ist der Händedruck eines der ersten Interaktionen mit dem Personaler. Legen Sie ihm hier auf keinen Fall einen toten Fisch in die Hand, sondern überzeugen Sie durch einen bestimmten, aber kurzen Händedruck. Lesen Sie wie der perfekte Händedruck funktioniert.

 

Blickkontakt und Lächeln

Während Sie den Personaler begrüßen, sollten Sie den Blickkontakt halten und dabei Lächeln. Dabei auf keinen Fall herumzappeln, mit den Haaren spielen, an Ihrer Bluse herumnesteln oder auf den Boden blicken – denn das lässt Sie nervös und schwach wirken.

 

Mit Gestik Aussagen unterstreichen

Im Gespräch werden bestimmte Gesten Ihre Aussagen unterstreichen. Achten Sie dabei darauf, nicht zu hektisch zu gestikulieren, auch das andauernde Kratzen am Kopf, Herumspielen mit Haaren oder Ringen kann hier negativ auffallen und Unsicherheit implizieren. Wir empfehlen ruhige und bedachte Gesten, die Sie besser nur mit einer statt mit zwei Händen ausführen.

 

Der perfekte Abschluss

Sie haben es mit zum Ende des Gespräches geschafft? Dann vermasseln Sie jetzt nur nicht das Verabschieden.  Denn der letzte Eindruck ist mindestens genauso wichtig wie der erste. Auch hier wieder einen festen und kurzen Händedruck ausüben, dem Personaler in die Augen blicken, lächeln und die ernst gemeinten Worte „Auf Wiedersehen“ loswerden.

 

Do’s & Dont’s

Wir haben für Sie die wichtigsten Do’s und Dont’s zusammengefasst, damit Sie gut vorbereitet ins Bewerbungsgespräch gehen können.

 

Do’s

Augenkontakt:
Um Interesse und Höflichkeit zu vermitteln, sollte der Blickkontakt mit dem Personaler während des Sprechens gehalten werden.

✓ Offene Armhaltung und gestikulierende Hände:
Die Arme sollten aktiv eingesetzt werden, um Argumente zu unterstreichen. Es empfiehlt sich jedoch, nicht zu viel zu gestikulieren, aber auch, die Arme während des Gespräches nicht zu verschränken.

✓ Stabile, leicht vorgelehnte Sitzposition:
Die Füße fest am Boden zu verwurzeln gibt Sicherheit und Kraft. Es verhindert ebenfalls ein gewisses Zappeln, das als Unruhe interpretiert werden kann. Als Mann auf keinen Fall zu breitbeinig sitzen. Als Frau sollten Sie beide Beine in eine Richtung setzen und die Knie geschlossen halten. Auch ein lockeres Überschlagen der Beine wird akzeptiert. Achten Sie auf eine aufrechte Haltung, denn das lässt unbewusst Aufrichtigkeit erahnen. Beim Hinsetzen sollten Sie sich auf die gesamte Sitzfläche des Stuhles setzen und nicht an der Sitzkante lungern. Es empfiehlt sich eine leicht vorgelehnte Haltung, um das Engagement und Interesse an dem Job in Ihrer Haltung widerzuspiegeln. Was die Sitzposition betrifft, können Sie diese auch immer an den Gesprächspartner anpassen, dieses sogenannte Spiegeln der Körpersprache weckt Vertrauen und Sympathie. Sollten Sie dem Personaler nicht gegenübersitzen, sondern seitlich von Ihm, versuchen Sie ihm Ihren Kopf, Oberkörper und auch die Beine immer zuzuwenden.

✓ Authentisch bleiben:
Es macht wenig Sinn, sich beim Vorstellungsgespräch zu verstellen. Am meisten punktet man damit, sich selbst treu zu bleiben, um dadurch authentisch zu wirken.

 

Dont’s

x Auf keinen Fall herumzappeln oder zu sehr mit den Händen fuchteln.
x Ausweichender Blick → achten Sie stattdessen auf Blickkontakt mit Ihrem Gesprächspartner!
x Zu ernste Miene → versuchen Sie eher, zu lächeln!
x Schlaffe oder zusammengesackte Körperhaltung
x Arme verschränken
x Mit den Haaren spielen
x Nicht mit Kleidungsteilen herumspielen, denn das vermittelt, dass Sie sich unwohl fühlen und den Raum schnellstmöglich verlassen möchten.
x Kleidung nicht nach Fuseln absuchen während Ihr Gegenüber spricht, denn das signalisiert Desinteresse.

 

Was können Sie aus der Körpersprache des Personalers lesen?

Genauso, wie der Personaler versucht, aus Ihrer Körpersprache zu lesen, kann das auch umgekehrt angewandt werden. Achten Sie bewusst darauf, wie Ihr Gesprächspartner sich während des Vorstellungsgespräches verhält, denn auch das gibt Ihnen Aufschluss darüber, was er denkt bzw. erfahren Sie darüber auch, wenn Sie einen anderen Weg einschlagen sollten.

✓ Der Blick auf die Uhr signalisiert meist, dass es an der Zeit ist, das Gespräch zu beenden. Eine häufige Ursache liegt darin, dass Langeweile aufgekommen ist. Dasselbe gilt, wenn der Recruiter den Kopf auf beide Hände abstützt. Versuchen Sie in diesen Situationen, Ihr Gegenüber mit etwas Neuem zu überraschen, um das Ruder herumzureißen.
✓ Ein abschweifender Blick oder gar ein Blick zu Boden, vor allem während Sie sprechen, kann als Desinteresse gedeutet werden. Versuchen Sie daher, den Fokus wieder auf sich zu lenken, zum Beispiel mit einer Frage an den Recruiter.
✓ Das Streichen der Hand über das Kinn lässt Rückschlüsse darauf zu, dass der Recruiter Ihre Aussagen anzweifelt oder noch darüber nachdenken muss. Versuchen Sie an dieser Stelle mit konkreten Beispielen zu punkten, die Ihre Kompetenz in dem jeweiligen Themengebiet unterstreichen.
✓ Faltet ihr Gegenüber die Arme und Hände hinter dem Kopf zusammen, ist das ein klares Zeichen dafür, dass er Dominanz und Überlegenheit empfindet. Es empfiehlt sich hierbei, diese Körperhaltung nicht zu spiegeln, denn das könnte einen Machtkampf auslösen. Behalten Sie dies jedoch auf jeden Fall im Hinterkopf, sollte Ihnen der Job angeboten werden, denn dieses Verhalten könnte Ihnen Aufschlüsse über das Betriebsklima geben.
✓ Während eine Ihnen zugewandte Körperhaltung Interesse symbolisiert, ist ein zurückgelehnter Oberkörper eher als Desinteresse oder gar Antipathie zu deuten. Wenn Sie noch einen Trumpf im Ärmel haben, wäre das genau der Zeitpunkt, um diesen Auszuspielen. So können Sie es noch schaffen, Ihr Gegenüber auf Ihre Seite zu ziehen.

Je intensiver Sie sich mit der richtigen Körpersprache beschäftigen, desto besser werden Sie lernen, sich im Bewerbungsgespräch richtig zu präsentieren. Da Mimik, Gestik und Körperhaltung aber nur ein Teil dieses wichtigen Gesprächs einnimmt, empfiehlt es sich, auch auf andere Bereiche vorzubereiten. In unserem Artikel über das perfekte Vorstellungsgespräch erfahren Sie näheres über den typischen Ablauf und die ideale Vorbereitung auf das Gespräch. Im Artikel So wichtig ist erfolgreiches Netzwerken für Sie, erfahren Sie worauf es beim Kontakteknüpfen ankommt. Viel Erfolg!

Bildnachweis: llhedgehogll/Quelle: www.istockphotot.com

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