Brainteaser im Vorstellungsgespräch

Was zu tun ist, wenn Sie spontan eine Lösung finden müssen
Brainteaser im Vorstellungsgespräch sind eine beliebte Art, Ihre Problemlösungskompetenz auf die Probe zu stellen. Wie Sie damit richtig umgehen und in jeden Fall punkten verrät Daniela Schlick.

Das Gesprächsklima passt, die Selbstpräsentation hat den Interviewer beeindruckt, die Kompetenzen, Erfahrungen und Alleinstellungsmerkmale konnte der Kandidat gut platzieren, es läuft richtig gut für den Jobanwärter im Vorstellungsgespräch. Da wird ihm aus heiterem Himmel vom Personaler eine Denksportaufgabe – ein sogenannter Brainteaser im Vorstellungsgespräch– gestellt.

Die Logikaufgabe fordert den Bewerber heraus seine Problemlösungsfähigkeit auf einen unbekannten, ungewöhnlichen Sachverhalt anzuwenden. „Beim Einsatz der Knobelaufgaben kommt es den Personalentscheidern weniger darauf an, dass Sie die richtige Lösung finden. Personaler schätzen die Möglichkeit, Sie bei der Arbeit zu beobachten“, verrät Daniela Schlick, Personalberaterin und Bewerbungscoach.

Vor allem dort, wo es darum geht, eigenständige analytische Arbeit zu verrichten – wie etwa in den Bereichen Controlling, Finanz, IT, Logistik, Marketing – kommt der Brainteaser zum Einsatz. Die Reaktion des Bewerbers auf die spontane Aufgabe und seine Vorgehensweise sagen eine Menge über dessen Arbeits- und Denkweise aus. Hat der Kandidat eine gewisse Zahlenaffinität? Kann er seine Fähigkeiten in einem ungewohnten Kontext anwenden? Kann er ad hoc eine Lösung für die komplexe Aufgabe ohne großartiges Equipment aus dem Ärmel schütteln?

 

Nur nicht kneifen: Brainteaser im Vorstellungsgespräch

Zunächst ist es wichtig die Herausforderung anzunehmen. Mit einer Aussage wie „Ich verstehe nicht was das jetzt mit meiner Bewerbung zu tun hat“ schießen Sie sich ins Aus. Lassen Sie sich auf die Knobelei ein, aber setzen Sie sich dabei nicht unter Druck. Lesen Sie sich die Aufgabe sorgfältig durch. Der Text ist sicherlich verwirrend geschrieben, daher empfiehlt es sich die Aufgabe in Teilschritte zu zerlegen. Brainteaser lassen sich gewöhnlich durch logisches Nachdenken und die Trial-and-Error Methode lösen. Fachwissen brauchen Sie dafür genauso wenig wie mathematische Formeln.

 

Interaktion zwischen Bewerber und Interviewer

Kommunizieren Sie in jedem Fall während der Aufgabe mit dem Recruiter. Nur wenn Sie ihren Gedankengang aussprechen, kann der Personaler den Lösungsweg nachvollziehen. Ob die richtige Lösung des Rätsels herauskommt ist bei der Aufgabe zweitrangig. Viel wichtiger ist, wie es um Ihre Beharrlichkeit steht und wie stark ihr Wille ist, sich mit komplexen Aufgaben zu beschäftigen.

 

Vorbereitung gibt Sicherheit

Stressfreier gehen jene Bewerber mit dem Brainteaser um, die schon eine gewisse Übung mit Denksportaufgaben haben. Einen kompakten Ratgeber zur Vorbereitung auf die Bewerbung hat www.Squeaker.net herausgegeben. „Brainteaser im Bewerbungsgespräch“ enthält insgesamt 140 typische Knobelaufgaben samt deren Lösungen zur Vorbereitung auf das Jobinterview oder einfach aus Spaß an der intellektuellen Herausforderung.

 

Haben Sie Lust bekommen, eine knifflige Aufgabe zu lösen?

Zwei Hirten machen auf einer Wiese Rast. Der eine Hirte hat fünf Stücke Käse bei sich, der andere drei Stücke. Da kommt ein Wanderer vorbei und fragt, ob er mit ihnen zusammen den Käse essen darf. Die beiden sind einverstanden. Bei der gemeinsamen Mahlzeit essen alle drei Personen gleich viel Käse. Nach dem Essen steht der Wanderer auf und bezahlt acht Euro als Entschädigung für den Käse. Wie muss dieser Betrag unter den beiden Hirten aufgeteilt werden, damit ihr Beitrag gerecht berücksichtigt wird?

Hier geht’s zur Lösung: Bei acht Stück Käse und drei Personen isst jeder 8/3 Stück Käse. Der erste Hirte hat drei Stück Käse, also 9/3, isst davon 8/3 Stück selbst und gibt 1/3 Stück an den Wanderer. Die restlichen 7/3 Stück Käse bekommt der Wanderer folglich vom zweiten Hirten. Der erste Hirte hat ein Teil zur Mahlzeit des Wanderers beigetragen, der zweite Hirte sieben Teile, also bekommt der erste Hirte einen Euro und der zweite Hirte sieben Euro. Eine häufige Fehlerquelle bei diesem Brainteaser ist, dass man die acht Euro so auf die beiden Hirten aufteilt, dass einer fünf und der andere drei Euro bekommt. Dabei vergisst man jedoch, dass die Hirten nicht den gesamten Käse abgeben, sondern selbst auch etwas davon essen.

 

Zur Autorin

Daniela Schlick ist erfahrene Personalberaterin, Dipl. Bildungsmanagerin und ISO zertifizierte Trainerin. Sie setzt ihre Expertise dafür ein, BewerberInnen bei der Berufsorientierung, in der Bewerbungssituation und bei der Karriereplanung zu coachen. Webtipp: www.danielaschlick.at

Bildnachweis: champja/Quelle: istockphoto.com

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