Smalltalk

Über die Kunst, ein Gespräch in Gang zu setzen
Jeder kennt sie: die Situation, in der man vor neuen Leuten steht und nicht weiß, was man sagen soll. Doch es gibt einen Weg heraus aus dem bedrückenden Schweigen: Smalltalk!

Definition: Smalltalk

Smalltalk dient dazu, das Eis mit neuen Leuten zu brechen. Er ermöglicht es, einen ersten Kontakt zu knüpfen, sich langsam kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, indem man sich austauscht sowie eine gute und vertraute Gesprächsatmosphäre zu schaffen und sich die Zeit angenehm zu vertreiben. Außerdem kann man mit Smalltalk einen positiven ersten Eindruck hinterlassen – gerade deswegen ist es sehr wichtig, sich mit dem Thema Smalltalk auseinanderzusetzen.

 

Allgemeine Smalltalk-Tipps

 

Nicht nur von sich selbst erzählen

Bedenken Sie: Smalltalk zu führen bedeutet keinesfalls, sich zu präsentieren. Es handelt sich vielmehr um ein ungezwungenes, lockeres Geplauder, das im Idealfall dann auch zu einem richtigen Gespräch wird. Und dabei geht es genauso sehr um Ihren Gesprächspartner als auch um Sie. Achten Sie daher darauf, dass die Verteilung der Redezeit ausgeglichen ist und unterlassen Sie lange Monologe.

 

Tonfall

Oft ist der Inhalt zweitrangig. Wie Sie etwas sagen ist in den meisten Fällen wichtiger, als was Sie sagen. Achten Sie daher auf einen freundlichen, offenen Tonfall, der Sympathie ausstrahlt.

 

Auf die Körpersprache achten

Bevor Sie das Gespräch beginnen, bringen Sie Ihre Körpersprache in Ordnung. Gerade Haltung, ein Lächeln aufsetzen und schon strahlen Sie automatisch mehr Selbstbewusstsein aus. Wenn Sie sich vorstellen, reichen Sie Ihrem Gegenüber die Hand. Achten Sie dabei auch auf den perfekten Händedruck.

Aber nicht nur die eigene Körpersprache ist von großer Bedeutung. Sie sollten außerdem auf die Signale achten, die Ihr Gegenüber aussendet. Wendet sich die Person beispielweise häufig ab, schaut sich auffällig im Raum um, zückt ihr Handy und gibt nur kurze Antworten von sich, könnte es sein, dass gar kein Interesse für ein Gespräch besteht. Erzwingen kann man es jedenfalls nicht und ist der Punkt erreicht, sollten Sie sich eingestehen, dass es vielleicht besser wäre, das Gespräch mit einer anderen Person zu suchen.

 

Umgang mit Nervosität und Unsicherheit

Nervös? Unsicher? Sehen Sie sich zunächst im Raum um. Sind Sie wirklich die einzige Person, die Anschluss sucht und alleine dasteht? Vielleicht gibt es noch jemanden, der sich krampfhaft an seinem Glas festhält und den Raum nach einer Person absucht, mit der er ein Gespräch starten könnte. Ihnen fallen Smalltalk-Situationen schwer? Damit sind Sie bestimmt nicht alleine. Vielen Menschen geht es so. Halten Sie sich das vor Augen, denn die Tatsache, dass Ihr Gegenüber ebenso nervös und unsicher sein könnte wie Sie, hilft Ihnen vielleicht dabei, ein Stück weit zu entspannen. Nehmen Sie sich auch den Druck, einen perfekten Opener zu finden. Meist sind es die kleinen Dinge, die ein richtig gutes Gespräch anzetteln können.

 

Smalltalk üben

Wer für den Smalltalk in der Berufswelt gewappnet sein möchte, kann im täglichen Leben üben. Versuchen Sie sich zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse mit einem einleitenden Gespräch. Oder wenn Sie auf den Zug / Bus / Straßenbahn warten. Je öfter Sie sich in die Situation begeben, eine Konversation mit Fremden zu starten, desto einfacher geht es Ihnen von der Hand.

Wollen Sie einen Smalltalk auf Englisch starten, haben wir für Sie das englische Vokabular zusammengefasst.

 

Nicht verkrampfen!

Oft passiert es, dass Leute sich verkrampfen und verbissen nach einem guten Einstieg ins Gespräch suchen. Sie wollen besonders intelligent wahrgenommen werden, scheitern aber an einer passenden Gesprächseröffnung. Oder haben gar die Befürchtung, uninteressant zu wirken. In vielen Fällen endet diese Situation dann damit, dass sie gar nichts sagen und die Chance verstreichen lassen. Damit das nicht passiert, haben wir Ihnen geeignete Smalltalk-Themen zusammengestellt, mit denen Sie den Einstieg in den Dialog finden.

 

Geeignete Smalltalk-Themen

Nehmen Sie sich selbst den Druck. Es muss nicht das weltbewegendste Thema sein, mit dem Sie eine Konversation starten. Oft sind es die belanglosen Dinge, die den Einstieg in den Smalltalk vereinfachen. Auch wenn es Ihnen banal vorkommt, je einfacher das Thema, desto unverfänglicher. Gespräche für Smalltalk findet man vor allem dann, wenn man sein Auge schult und seine Umgebung zu beobachten lernt. Was machen die Leute um Sie herum? Welche Art von Veranstaltung oder Gesprächssituation ist es? Oft lassen sich daraus bereits gute Einstiegsthemen basteln:

 

✓ Essen & Trinken:Können Sie etwas empfehlen?“ „Schmecken Ihnen die Garnelen? Die haben mich auch schon angelacht.“ „Wie ist der Wein?“ „Das sieht aber lecker aus. Das habe ich am Buffet noch gar nicht entdeckt.“
✓ Anreise:Wie war die Anreise?“Haben Sie gut hergefunden?“ „Waren Sie auch vom Stau betroffen auf der Herfahrt?“ „Hat sich das Verkehrschaos mittlerweile wieder beruhigt?
✓ Kompliment:Schöne Jacke“, „Tolles Kleid“, „Die Ohrringe sind super auf Ihr Outfit abgestimmt“, „Ausgefallenes Tattoo“, …
✓ Art der Veranstaltung:Welcher Vortrag hat Sie am meisten interessiert?“ „Wie fanden Sie das Seminar/den Workshop?“ „Woher kennen Sie den Gastgeber?“ „Planen Sie, noch weitere Veranstaltungen zu besuchen?“
✓ Wetter:Wie geht es Ihnen bei diesem schönen Wetter?“, „Sind Sie auch schon froh, wenn die Kälte / der Regen überstanden ist?
✓ Beruf:Was machen Sie denn beruflich?“ Oder wenn Sie bei einem Fortbildungsseminar sind: „Sind Sie auch in der Werbebranche tätig?“ Bei einem neuen Kollegen: „Was haben Sie denn davor gemacht?

 

Fettnäpfchen: Ungeeignete Smalltalk-Themen

Bei der Themenwahl für Smalltalk gibt es Fettnäpfchen. Vermeiden Sie allzu kritische Inhalte. Folgende Themen sind für Smalltalk-Gespräche ungeeignet und sollten daher unbedingt vermieden werden:

 

x Tod und Krankheiten
x Persönliche Probleme
x Politik
x Religion
x Gehalt
x Sexuelle Orientierung
x Lästereien
x Ratschläge erteilen

 

Berufliche Situationen, in denen Smalltalk besonders wichtig ist:

Vorstellungsgespräch

Vor allem im Vorstellungsgespräch ist der einleitende Smalltalk besonders wichtig. Dieser bietet Ihnen die Möglichkeit, einen ersten positiven Eindruck zu hinterlassen, ehe die eigentlichen Fragen zu Ihrer Person und Ihren Qualifikationen und Werdegang an der Tagesordnung stehen. Beachten Sie dabei auch, in kein Fettnäpfchen zu treten. In unserem Artikel über die No-Gos in den ersten zwei Minuten des Vorstellungsgespräches haben wir für Sie zusammengefasst, was Sie unbedingt vermeiden sollten. Achten Sie darauf, positive Aussagen im Smalltalk zu verwenden, die ein gutes Licht auf Sie werfen. Hier einige Beispiele: „Ich war positiv überrascht, wie kurz die Fahrzeit von mir zu Hause bis hierher war.“ „Das Gebäude / die Räumlichkeiten / die Büros wirken sehr einladend und hell.“ „Danke für den netten Empfang.“ „Danke für die gute Wegbeschreibung.

 

Der erste Tag im neuen Job

Abgesehen von jenen Personen, mit denen Sie im Vorstellungsgespräch gesprochen haben, kennen Sie an Ihrem ersten Arbeitstag noch niemanden. Sie haben noch keine gemeinsame Basis, keinen Pool an Gemeinsamkeiten, über die Sie mit den neuen Kollegen sprechen könnten. Diese gilt es also zu entdecken und nebenbei auch gleich einen sympathischen ersten Eindruck zu hinterlassen. Und genau da kommt Small Talk ins Spiel – als Möglichkeit, ein Gespräch zu beginnen, sich anzunähern und eine vertraute Basis zu schaffen, auf der zukünftige Gespräche aufbauen können.

 

Karrieremesse

Auf einer Karrieremesse geht es vor allem darum, neue Kontakte zu knüpfen. Sie wollen die Unternehmen kennen lernen, Verbindungen aufbauen, netzwerken. Und genau dafür eignet sich Smalltalk sehr gut, um mit den verschiedenen Personen einen ersten Kontakt herzustellen und das Eis zu brechen. Das dahinterstehende Ziel ist: eine eventuelle berufliche Zusammenarbeit, doch die müssen Sie sich zunächst erarbeiten. Und es beginnt damit, dass Sie ins Gespräch kommen.

 

Kundentermine

Auch bei Kundenterminen, in denen es natürlich vorrangig ums Geschäftliche geht, kann ein lockeres Gespräch zu Beginn für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Hier ist der Smalltalk der erste Schritt, um in Verhandlungen, Abstimmungen oder Verkaufsgespräche einzusteigen. Denn wer sein Gegenüber durch den Smalltalk besser einschätzen kann, fühlt sich auch bei der geschäftlichen Konversation wohler.

 

Der Erstkontakt ist hergestellt – Wie geht es jetzt weiter?

Ist der Erstkontakt einmal hergestellt, lautet das nächste Ziel: Der Übergang vom Smalltalk zu einem „richtigen“ Gespräch. Mit den folgenden Tipps sorgen Sie dafür, dass das eben begonnene Gespräch nicht gleich wieder im Sand verläuft, sondern die Chance hat, sich natürlich weiterzuentwickeln:

 

Interesse an den Aussagen des Gegenübers zeigen

Wir alle suchen Bestätigung und wenn Ihr Gesprächspartner diese von Ihnen erhält, wird er auch weiterhin das Gespräch mit Ihnen führen. Dies können Sie durch ein einfaches Nicken erreichen, oder ein dazwischen eingeworfenes „Ja“, „Verständlich“ oder ein freundliches „Mhm“. Halten Sie dabei auch den Augenkontakt. Wenn Sie auf das Gesagte des Anderen reagieren, bleibt das Gespräch im Fluss.

 

Offene Fragestellungen nutzen

Es ist immer besser, eine Fragestellung offen zu formulieren. Achten Sie darauf, dass man Ihre Frage nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten kann. Nutzen Sie dafür die W-Fragewörter: Was, Wo, Wer, Wann, Wieso etc. Dadurch muss die Antwort Ihres Gegenübers automatisch länger ausfallen und es besteht die Chance, dass sich irgendwo im Gesagten ein Anknüpfungspunkt für das weitere Gespräch befindet, den Sie nutzen können.

 

Aktiv zuhören

Es ist besser, aktiv zuzuhören, um einen Anhaltspunkt für das weitere Gespräch zu finden, als bereits im Kopf zu überlegen, wie es weitergehen könnte. Wer zuhört, kann durch weiterführende Fragestellungen tiefer ins Gespräch eintreten.

 

Nach Gemeinsamkeiten suchen

Wenn Sie eine Gemeinsamkeit entdeckt haben, kann diese die Basis für ein weiterführendes Gespräch sein. Dabei muss es sich auch nicht zwangsläufig um ein tiefgründiges Thema handeln. Vielleicht leben Sie ja im selben Bezirk? Fahren ein ähnliches Auto? Entdecken ein Hobby, das Sie teilen? Haben bezüglich Essen oder Trinken ähnliche Vorlieben? All das kann der Aufhänger für eine sich entwickelnde Konversation sein.

Bildnachweis: RonTech2000/Quelle: www.istockphoto.com

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