22.05.2023
Lesedauer: 11 Min.

Beatrix Mittermann

Workation

Mit dem Laptop am Strand sitzen, den Urlaub mit der Arbeit verbinden, dort arbeiten, wo andere Urlaub machen – für viele Arbeitnehmer*innen ein langersehnter Traum. Mit einer Workation können Sie als Arbeitgeber diesen Traum wahr werden lassen und Pluspunkte bei Ihrer Belegschaft sammeln. Wir verraten Ihnen, was dabei zu beachten ist und haben 6 Tipps für eine gelungene Workation zusammengestellt.

Definition: Workation

Der Begriff Workation wurde in den USA geprägt und bezeichnet die Kombination aus Urlaub und Arbeit. Dieses Konzept ist eigentlich nichts Neues, da es auch bisher schon oftmals so war, dass Arbeitnehmer*innen auch in ihrem Urlaub beispielsweise E-Mails lesen und beantworten oder kleinere Arbeiten von unterwegs erledigen. Workation geht aber noch ein bisschen darüber hinaus, da es hierbei um eine bewusste Entscheidung geht, im Urlaub auch zu arbeiten und dies auch vorab zu planen.

Für wen eignet sich eine Workation?

Ganz klassisch waren es früher vor allem Selbstständige, Einzelunternehmer und Freelancer, die keine ganz so klare Trennung zwischen Urlaub und Arbeit gezogen haben. Einen neuen Boost hat das Konzept Workation zudem von digitalen Nomaden bekommen, die überall auf der Welt remote arbeiten und sozusagen ständig beide Welten miteinander verbinden: die schönsten Orte dieser Welt zu bereisen und eben an diesen Orten auch zu arbeiten.

Dies gilt heutzutage natürlich auch für fest angestellte Mitarbeiter. Denn auf Grund der technischen Möglichkeiten können grundsätzlich alle, die beispielsweise aus dem Homeoffice arbeiten, auch von einer Urlaubslocation aus arbeiten. Voraussetzung dafür ist einfach nur da technische Equipment und eine gute Internetverbindung. Und die entsprechende Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer*in.

Kann Urlaub auch Arbeit sein und umgekehrt?

Seit Beginn der Corona-Pandemie und dem vermehrt auftretenden Arbeiten aus dem Homeoffice, hat sich hier eine ganz neue Dimension aufgetan. Denn durch all die digitalen Möglichkeiten, die Arbeitnehmer*innen heutzutage zur Verfügung stehen, ist es grundsätzlich eigentlich auch egal, ob Mitarbeiter*innen zu Hause sitzen und ihre Arbeit erledigen, oder ob sie fernab die Sonne auf einer schönen Urlaubsinsel genießen und von dort aus tätig sind. Wichtig ist es hierbei für Arbeitgeber, die Rahmenbedingungen für die Arbeit ganz klar zu vereinbaren. Schließlich wollen Sie ja auch wissen, welche Mitarbeiter*innen wann erreichbar sind – auch für die Kolleg*innen ist das eine sehr wichtige Information. Zunehmend schwieriger kann das werden, wenn Mitarbeiter*innen in unterschiedlichen Zeitzonen sind und diese Zeitverschiebung zu berücksichtigen ist. Aber davon abgesehen spricht nichts dagegen, Urlaub und Arbeit auf diese Art miteinander zu verbinden.

Für digitale Nomaden ist das schon länger gelebte Realität, dass Urlaub Arbeit ist und auch umgekehrt, doch aktuell ist es auch so, dass immer mehr Angestellte diesen Traum verspüren und verwirklichen wollen. Und ganz ehrlich: Was kann es für Arbeitnehmer*innen Schöneres geben, als ihre Arbeit in einer schönen Location zu verrichten, wenn Sie dann ihren Feierabend bzw. die Wochenenden – je nach Präferenz – am Strand, in den Bergen oder im Dschungel verbringen können? Als Arbeitgeber haben Sie hier die Möglichkeit, diesem Bedürfnis nachzukommen und somit auch einige Pluspunkte bei den Angestellten zu sammeln.

Workation: Vor- und Nachteile

Eine Workation ist mit einigen Vor- und Nachteilen verbunden, die vorab genau abgewogen werden sollten.

Vorteile einer Workation

Mögliche Nachteilevon Arbeiten im Urlaub

Rechtliche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine Workation

Damit die Workation Ihrer Mitarbeitre*innen gut gelingt, braucht es eine Reihe an Überlegungen vorab bzw. müssen alle Voraussetzungen und rechtliche Rahmenbedingungen abgeklärt werden.

Wichtig ist es – so wie auch bei Mitarbeiter*innen, die im Homeoffice arbeiten – eine entsprechende Vereinbarung zwischen Ihnen als Arbeitgeber und den Workation-Mitarbeiter*innen aufzusetzen. Dort gilt es zu regeln, wer welche Infrastruktur zur Verfügung steht, die Dauer und Lage der Arbeitszeit, wie mit Zeitverschiebungen umzugehen ist, welche Voraussetzungen seitens der Mitarbeiter*innen getroffen werden müssen (Anbindung ans Internet vor Ort bzw. auch beim Reisen zwischen unterschiedlichen Urlaubsorten), wie die Erreichbarkeit gewährleistet werden kann, etc.

Ein wichtiger Aspekt sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, allen voran der Versicherungsschutz der Arbeitnehmer*innen. Grundsätzlich treffen die Meldepflichten für die Sozialversicherung den Arbeitgeber, doch wenn es sich nicht um eine offizielle Entsendung handelt, wo Arbeitnehmer*innen an bestimmte Orte im Ausland gesendet werden, um dort ihre Arbeitsleistung zu verrichten, sieht das etwas anders aus. Hier müssen sich Arbeitnehmer*innen darüber informieren, eine entsprechende Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Auch die Unfallversicherung wird in solchen Fällen vermutlich nicht weiter laufen – wobei es hier auch wichtig ist, sich über die Bestimmungen in dem jeweiligen Land zu informieren – denn innerhalb der EU sind die Regelungen auch nochmal anders als in Drittstaaten.

6 Tipps: So kann eine Workation gelingen

Damit Workations auch in Ihrem Unternehmen gut gelingen, haben wir einige Tipps für Sie zusammengefasst:

Autorin: Beatrix Mittermann
Bildnachweis: istock/Olezzo