Rückfragen, die Bewerber nie stellen sollten

Diese Rückfragen wollen Personaler im Bewerbungsgespräch nicht hören
Mit welchen Fragen Sie unter Garantie jeden Personaler vergraulen – und was Sie anstatt dessen fragen sollten.

„Und, haben Sie noch Fragen?“ Am Ende jedes Vorstellungsgespräches erhalten die meisten Kandidaten nochmal Gelegenheit, Fragen zu stellen, die während des Gesprächs nicht beantwortet wurden oder ihnen anderweitig auf den Nägeln brennen. Was viele nicht bedenken: Mit dem, was man fragt, offenbart man eine ganze Menge von sich selbst – und kann sich mit einer falschen Frage ganz leicht selbst aus dem Rennen schießen.

 

Diese 10 Rückfragen sollten Sie auf gar keinen Fall stellen:

 

1. „Und was verdient man hier so?“

Gehälter und Benefits werden erst dann verhandelt, wenn ein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt. Auch Fragen nach Urlaubstagen oder Krankenständen sind tabu, solange das Unternehmen kein deutliches Interesse zeigt, Sie als künftigen Mitarbeiter zu beschäftigen. Am besten vermeiden Sie jede Frage, die Sie so aussehen lässt, als hätten Sie den Job längst in der Tasche – außer natürlich, der Personaler fragt zuerst.

 

2. „Warum…?“

Fragen, die mit Warum starten, bringen das Gegenüber in die Defensive. Wenn Sie unbedingt wissen möchte, warum die Firma im letzten Jahr zwanzig Mitarbeiter entlassen hat, formulieren Sie die Frage um, um nicht in die direkte Konfrontation zu gehen: „Ich habe gelesen, das Unternehmen musste im letzten Jahr Leute gehen lassen. Wie schätzen Sie die Position des Unternehmens für künftige Einstellungen ein?“

 

3. „Wer sind denn so Ihre Konkurrenten am Markt?“

Mit der Frage wollen Sie sich vielleicht als cleveres Köpfchen präsentieren – und landen doch einen totalen Schuss in den Ofen. Denn: Auch wenn die Frage eigentlich wohlüberlegt klingt, enthüllt sie einen gravierenden Mangel an Vorab-Recherche. Experten raten, niemals eine Frage zu stellen, die Sie nicht vorab durch eine kurze Google-Recherche selbst beantworten können. Nur wenn dabei kein Ergebnis herauskommt, ist es eine gute Frage – die es auch wert ist, gestellt zu werden.


4. „Kann ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen?“

Auch wenn Sie an flexiblen Arbeitszeiten interessiert sind, etwa weil Sie familiären Verpflichtungen nachkommen müssen, heben Sie sich die Frage lieber auf. Auch wenn das Thema Work-Life-Balance ein Wichtiges ist, ist es nicht das wichtigste für Entscheider. Je früher Sie darauf hinweisen, dass Sie um Ihre flexiblen Arbeitszeiten besorgt sind, desto eher ist das für den Arbeitgeber ein Hinweis darauf, dass für Sie Ihre Bedürfnisse an erster Stelle stehen – und nicht die des Unternehmens.


5. „Kann ich im Home Office arbeiten?“

Wenn es nicht explizit im Jobinserat erwähnt wird, sollten Sie das Thema Home Office im Bewerbungsgespräch nicht erwähnen. Manche Unternehmen erlauben das Arbeiten von zu Hause aus erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit oder als Benefit für wohlverdiente Mitarbeiter. Das Bewerbungsgespräch ist daher weder der beste Ort noch die beste Zeit, um solche Gefallen einzufordern. Vor allem, da die Top-Priorität im Moment darin liegt, den Job überhaupt mal zu bekommen.

 

6. „Ab wann wird man denn hier befördert?“

Nicht nur klingt diese Frage arrogant und ist mit einer gewissen Anspruchshaltung verbunden. Ein Personaler, der das Bewerbungsgespräch führt, kann Ihnen auf diese Frage auch gar keine verlässliche Antwort geben – schließlich hängt Ihre Karriere im Unternehmen von Ihren Leistungen und Ihrem Vorgesetzten ab und entwickelt sich erst mit der Zeit. Besser ist es daher, allgemein nach Karrieremöglichkeiten im Unternehmen zu fragen – das weist auf Ihr Interesse hin, sich in der Firma weiterzuentwickeln und dem Unternehmen langfristig als Fachkraft zur Verfügung zu stehen.

 

7. „Bekomme ich mein eigenes Büro?“

Auch wenn die Frage durchaus berechtigt ist, sollte sie wirklich wichtige Jobentscheidungen nicht beeinflussen. Wenn Ihnen das eigene Büro wirklich wichtiger ist als eine interessante Tätigkeit und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, ist es vielleicht an der Zeit, Ihre Prioritäten zu überdenken – und neu zu sortieren. Zudem lassen sich in Zeiten von Arbeitgeberbewerungsportalen, Social Media und umfassenden Karrierewebsite solche Kleinigkeiten mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit vorab recherchieren.

 

5 Rückfragen im Bewerbungsgespräch, die Sie stellen sollten

Wenn Sie alle Fettnäpfchen vermieden haben, gibt es zum Schluss einige Fragen, die Sie am Ende eines Bewerbungsgesprächs durchaus fragen können – und sogar sollten:

 

1. Können Sie mir Beispiele dafür nennen, wie in der Firma Unternehmenskultur gepflegt und gelebt wird?

Sich gezielt nach Einblicken in die Unternehmenskultur zu erkunden ist der beste Weg, um den eigenen „cultural fit“ herauszufinden. Die meisten Unternehmen werben mit ihrer tollen Unternehmenskultur – werden Ihnen aber Beispiele dafür genannt, können Sie wirklich herausfinden, ob die Firma zu Ihnen passt und umgekehrt.

 

2. Wie werden Erfolge und außergewöhnliche Leistungen Ihrer Angestellten anerkannt?

Auch diese Frage zielt auf detaillierte Informationen zur Unternehmenskultur und der Wertschätzung ab, die den Mitarbeitern entgegengebracht wird. Zusätzlich erfahren Sie wichtige Details zu Unternehmenswerten und Mitarbeiterbindung.

 

3. Was gefällt Ihnen am Unternehmen am besten?

Üblicherweise sprechen Menschen am liebsten über sich selbst. Mit dieser Frage öffnen Sie also die Türen zu Ihrem Interviewpartner und holen sich detaillierte Einblicke, die Ihnen verraten, ob Sie sich im Unternehmen wohlfühlen würden – oder nicht. Wenn die Antwort Ihres Gegenübers für Sie gut klingt, kann das die Entscheidung für die Firma positiv beeinflussen. Ist die Antwort hingegen eher lauwarm bis kalt, sollten Sie sich zwei Mal überlegen, ob es sich lohnt, hier an Bord zu kommen.

 

4. Können Sie mir Beispiele dafür geben, wie im Unternehmen zusammengearbeitet wird?

Diese Frage eignet sich hervorragend für Teamplayer. Sie zeigt nicht nur, dass Sie teamfähig sind, sondern ermöglicht Ihnen weitere Einblicke in die gelebte Unternehmenskultur.

 

5. Welche wichtigen Milestones erwarten Sie von mir in den ersten 30, 60 und 90 Tagen meiner Anstellung?

Diese Frage verdeutlicht nochmals Ihr Investment in das Unternehmen und zeigt Ihrem Interviewpartner, dass Sie daran denken, was Sie für die Firma tun können – nicht umgekehrt. In den meisten Fällen wird die Antwort auch mehr Inhalt liefern als die bloße Beschreibung der Tätigkeit oder die Jobausschreibung – und Ihnen damit konkrete Anhaltspunkte dafür liefern, wonach der Personaler Ausschau hält und mit welchen Qualitäten Sie Ihn überzeugen können.

Bildnachweis: www.istockphoto.com

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