28.10.2024
Lesedauer: 12 Min.

Sabine Schönfellner

Teambuilding

Was macht gutes Teambuilding aus, wie lässt sich eine gute Teamkultur etablieren, welche Phasen durchlaufen Teams und welche konkreten Aktivitäten fördern den Zusammenhalt am besten? Erfolgreiches Teamwork ist nicht nur für Unternehmen und Führungskräfte ein wichtiges Ziel, sondern auch bei den österreichischen Arbeitskräften sehr gefragt: Wie unsere Studie „Attracting Talent 2024 – Was Arbeitskräfte heute wirklich wollen“ zeigt, wird Teamkultur von allen Altersgruppen als sehr wichtig angesehen, sowohl von Wechselwilligen als auch von Arbeitnehmer*innen, die bei ihrem Arbeitgeber bleiben wollen: Quer über alle Altersgruppen landet Teamkultur im Schnitt auf Platz 4 von 10 der attraktivsten Arbeitsplatzfaktoren – Männer und Frauen bewerten sie als gleich wichtig. Zentral dabei ist eine transparente und offene Kommunikation innerhalb des Teams, geben 59% der Befragten an.

Definition Teambuilding

Teambuilding bezeichnet eine Reihe von Aktivitäten, Maßnahmen oder Prozessen, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit, Kommunikation und den Zusammenhalt in Teams zu verbessern. Die direkte Übersetzung wäre „Zusammenstellung des Teams“. Es geht dabei darum, das Vertrauen der Mitglieder des Teams zueinander zu stärken, die Motivation zu steigern und die Teamdynamik positiv zu fördern.

Was ist der Unterschied zwischen Teambuilding und Teambonding?

Beide sollen das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team fördern, aber sie unterscheiden sich in der genauen Zielsetzung und der Art der Aktivitäten. Teambuilding fokussiert auf die Zusammenarbeit und die Effektivität des Teams und greift dafür auf strukturierte Aktivitäten zurück. Das Teambonding dagegen zielt auf den sozialen Zusammenhalt und die persönlichen Beziehungen innerhalb eines Teams ab. Mit ungezwungenen und spaßorientierten Aktivitäten sollen das Zugehörigkeitsgefühl und das Vertrauen der Teammitglieder gestärkt werden. Im Alltagsgebrauch wird „Teambuilding“ allerdings oft auch für Aktivitäten verwendet, die eigentlich dem Teambonding zuzurechnen wären.

Teambuilding Aktivitäten: Welche Teambildungsmaßnahmen gibt es?

Da die Teamentwicklung dem Psychologen Bruce Tuckmann zufolge in fünf Phasen abläuft, ist bei jeder Aktivität zu überlegen, zu welcher Phase sie am besten passt.

1. Phase: Forming (Formierungs- oder Findungsphase)

In dieser Anfangsphase kommen die Mitglieder zusammen und lernen einander kennen, es herrscht noch eine gewisse Unsicherheit über die Zusammenarbeit, die Teamrollen sowie die Ziele. In dieser Phase helfen Aktivitäten, die die Teammitglieder dabei unterstützen, einander kennenzulernen, beispielsweise:

2. Phase: Storming (Konfliktphase)

In dieser Phase zeigen sich die individuellen Unterschiede in Arbeitsstilen, Zielen und Erwartungen stärker und führen zu Konflikten. In dieser Phase ist es wichtig, gute und klare Angebote von Führungsseite zu machen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhalten und zu vermeiden, dass ein toxisches Arbeitsumfeld entsteht. Angebote zum Teambuilding sollten darauf fokussieren, konstruktive Kritik zu üben, Konflikte zu lösen und Spannungen zu reduzieren. In dieser Phase helfen beispielsweise folgende Aktivitäten:

3. Phase: Norming (Normierungs- oder Regelungsphase)

In dieser Phase haben Teams eine gemeinsame Basis gefunden, Regeln und Normen für die Zusammenarbeit werden etabliert und das Team entwickelt einen stärkeren Zusammenhalt. Unterstützend dafür sind beispielsweise folgende Teambuilding-Aktivitäten:

4. Phase: Performing (Arbeitsphase)

In der vierten Phase arbeitet das Team produktiv und effizient zusammen, die Mitglieder kennen ihre Rollen und Stärken und handeln aufgabenorientiert. Das Teambuilding dient in dieser Phase dazu, ein noch besseres Bewusstsein für Stärken und Schwächen zu entwickeln, um einen langfristigen Erfolg zu garantieren. Dafür eignen sich etwa folgende Teambuilding-Aktivitäten:

5. Phase: Adjourning (Auflösungsphase)

Die letzte Phase beschreibt das Ende oder Auseinandergehen des Teams, nachdem die Ziele erreicht wurden. Im Zentrum stehen die Reflektion der geleisteten Arbeit und der Abschluss des Projekts. Es kann zu Trauer oder Unsicherheit bei den Teammitgliedern kommen. In dieser letzten Phase bieten sich noch folgende Aktivitäten an:

Welche Teambuilding Spiele fürs Büro für zwischendurch gibt es?

Schon in 15 bis 30 Minuten lassen sich Teambuilding Spiele umsetzen, mit denen alle Mitglieder motiviert und neu inspiriert werden.

Ideen fürs Online-Teambuilding

Damit Teammitglieder nach dem digitalen Onboarding gut in Kontakt mit ihren Kolleg*innen kommen und auch bei Remote Work der Zusammenhalt gefördert wird, bietet sich eine Reihe von Aktivitäten speziell für das Online-Teambuilding an:

Kreative Teambuilding-Ideen

Wenn Sie auf der Suche nach kreativen Teambuilding-Ideen sind, die sich im Zeitraum von einer halben Stunde bis zwei Stunden umsetzen lassen, hier einige Vorschläge:

Voraussetzungen für gute Teams

Was macht ein Team zu einem guten Team?

  1. Klare Ziele und gemeinsame Vision: Jedes Teammitglied sollte die übergeordneten Ziele und die Vision des Teams verstehen. Klare, gemeinsam vereinbarte Ziele geben dem Team eine Richtung und helfen dabei, dass alle auf dasselbe Ziel hinarbeiten.
  2. Gute Kommunikation: Effiziente und transparente Kommunikation ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind.
  3. Klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten: Diese ermöglichen es den Teammitgliedern, ihre Aufgaben effizient zu erledigen. Jede*r sollte wissen, wer für welche Bereiche zuständig ist und welche Aufgaben von ihm*ihr erwartet werden.
  4. Vielfalt und komplementäre Fähigkeiten: Ein Team profitiert von unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten, was zu kreativen Lösungsansätzen und umfassenderen Entscheidungsmöglichkeiten führt.
  5. Gutes Konfliktmanagement: Konflikte sind unvermeidlich, wenn Menschen zusammenarbeiten. Entscheidend ist, dass das Team konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten umgeht, Probleme offen angesprochen und Lösungen gefunden werden.
  6. Motivation und Engagement: Motivierte und engagierte Teammitglieder tragen aktiv zum Erfolg des Teams bei. Sie sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, leisten mehr und sind auch in schwierigen Zeiten bereit, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen.
  7. Führung und Unterstützung: Gute Teamleiter*innen bieten Unterstützung, geben eine Richtung vor und fördern eine positive Teamkultur.
  8. Feedbackkultur: Regelmäßiges und konstruktives Feedback hilft, die Leistung zu verbessern und Hindernisse frühzeitig zu identifizieren.
  9. Autonomie und Eigenverantwortung: Wenn Teammitglieder die Freiheit haben, ihre Aufgaben auf ihre eigene Weise zu erledigen und Entscheidungen innerhalb ihres Verantwortungsbereichs zu treffen, steigert dies die Motivation und das Gefühl der Verantwortung.

Autorin: Sabine Schönfellner / Bildnachweis: istockphoto.com / Jacob Wackerhausen