Atmung und Körperwahrnehmung

Eva-Maria-Schneider zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement, Achtsamkeit und Atmung

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass sie nur 50% ihrer Arbeitszeit tatsächlich produktiv sind. Dabei gibt es einen einfachen Weg, wie Sie deutlich leistungsfähiger werden und gleichzeitig ruhig und gelassen bleiben. Das Geheimnis liegt im achtsamen Atmen.

Durch Körperwahrnehmung und Atemtechniken körperliche Blockaden auflösen

Indem wir unseren Körper besser spüren und bewusst reagieren, werden unsere neuronalen Netzwerke gestärkt. Unser Energieniveau steigt, und unser überlasteter Geist kann sich entspannen. Wir lernen, unsere Aufmerksamkeit gezielt dahin zu lenken, wo wir sie brauchen, und nehmen Prioritäten leichter wahr. Vor allem spüren wir, was uns wirklich wichtig ist. Wir treffen die besseren Entscheidungen für unseren beruflichen Weg und haben mehr Kraft, um diese umzusetzen.

Die junge Managerin Klara zum Beispiel war sehr gefordert, mehrere Projekte gleichzeitig abzuhalten und ihre Meilensteine und Projektziele zu erreichen. Dadurch nahm sie nicht mehr wahr, dass sie ihren Job nur deshalb machte, weil sie im Modus des „Autopiloten“ war. Sie handelte so, wie sie es gelernt hatte, nach alten Verhaltensmustern.

Der Grund dafür liegt darin, dass wir in stressigen und fordernden Situationen oft nur noch mit dem Stammhirn denken. Dort ist der Sitz des „fight-flight-freeze Modus“, der bewirkt, dass alte gespeicherte Reaktionsweisen aktiviert werden und wir nicht mehr in der Lage sind, klare und der Situation angepasste Entscheidungen zu treffen.

Um das zu ändern, ist es wichtig, kurze Achtsamkeitspausen einzulegen, um die alten Handlungsmuster zu unterbrechen und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Multitasking und divergierende Anforderungen bewirken nämlich, dass ich sehr viel mehr Energie aufwenden muss, wenn ich laufend zwischen den Aufgaben wechsle.

Klaras Arbeitsanforderungen und E-Mails häuften sich, und ihr fiel es immer schwerer festzustellen, wo ihre Prioritäten wirklich liegen sollten. Sie atmete zu flach und zu hektisch und ignorierte lange Zeit, dass ihr Rücken schon stark schmerzte. Sie war zu sehr in ihren Gedanken und nahm sich durch die anwachsende Arbeit keine Zeit für Pausen. Klaras berufliche Leistungen nahmen ab, und bei den nächsten Karrieremöglichkeiten wurden andere Kollegen bevorzugt. Sie verstand nicht, warum sie immer mehr arbeitete und immer weniger Ergebnisse erzielte.

Als Klara mit Achtsamkeits- und Atemübungen begann, änderte sich ihre berufliche Situation rasch. Durch die intensive Beschäftigung mit ihrer Atmung, mit Achtsamkeit und Meditation in Stille nahm sie ihren Körper zum ersten Mal richtig wahr. Sie spürte die schmerzhaften Stellen und hörte darauf, was diese ihr sagen wollten. Durch die Vertiefung ihres Atems und gezielte Körperübungen gelang es ihr, in ihrem Körper anzukommen und ihre körperlichen Signale zu verstehen.

 

 „A-B-C-D der Achtsamkeit“

entwickelt vom Mindfulness Experten Rasmus Hougaard

1. Anatomy: ich nehme meinen Körper wahr
2. Breathing: ich nehme mein Ein- und Ausatmen wahr
3. Concentration: ich konzentriere mich auf meinen Atem und lasse alle Gedanken ziehen
4. Distraction: wenn Gedanken oder äußere Umstände mich ablenken, fokussiere ich erneut meinen Atem

Diese und viele weitere Übungen führte Klara mehrmals die Woche regelmäßig durch. Sie löste Spannungen und Blockaden durch intensivere Atmung und bessere Körperwahrnehmung auf. Sie begann zu spüren, wo Ihre berufliche Leidenschaft lag und entdeckte, dass ihre neuen Fähigkeiten im Vortrag, in der Gestaltung von Präsentationen und in der Begeisterung von anderen Menschen lagen. Das Erstellen von Projektplänen, aushandeln von Projektzielen, die Budgetierung und Überwachung des Projektfortschrittes waren „Skills“, die sie nicht mehr forderten.

Sie bewarb sich für eine Position, die ihren neu entdeckten Talenten entsprach und wurde im Zuge dessen sogar befördert. Die Rückenschmerzen waren zwar nicht sofort weg, wurden allerdings weniger und weniger. Ihre Leistungsfreude kam zurück. Sie war zu Höchstleistungen fähig, und sie erhielt bald eine neue Karrierechance, die sie mit Leichtigkeit meisterte.

Wenn Sie leistungsfähiger werden wollen, ihre Karrierechance besser nutzen möchten und den Arbeitsalltag gesund und gelassen meistern möchten, dann gilt ein Grundsatz: hören Sie auf Ihren Körper und atmen Sie achtsam. 

Kommen Sie ebenso zu mehr Gelassenheit durch 30-Stunden-Wochen.

Zur Autorin: Eva-Maria-Schneider berät Unternehmen zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement, Achtsamkeit und Atmung

Bildnachweis: diego_cervo/Quelle: istockphoto.com

Aktuelle Jobs

Hier finden Sie passende Artikel:

Work-Life-Balance

Utopie oder erstrebenswerte Wirklichkeit?

Müde im Büro?

Abschalten nach Feierabend: So kriegen Sie den Job aus dem Kopf

Downshifting

Weniger Arbeit, mehr Leben!