Telearbeit in Österreich: Was das neue Telearbeitsgesetz für dich bedeutet

Telearbeit in Österreich: Was das neue Telearbeitsgesetz für dich bedeutet


26.11.2025

Von zuhause aus zu arbeiten hat viele Vorteile: Der Tag beginnt nicht mit einer stressigen U-Bahn-Fahrt, sondern mit einem gemütlichen Kaffee am Küchentisch. Meetings laufen online, und die Mittagspause kannst du am eigenen Balkon genießen. Mit dem neuen Telearbeitsgesetz wurden die Bestimmungen rund ums Homeoffice an die Zeit nach Corona angepasst: Es bedeutet mehr Flexibilität für dich, setzt aber auch klare Grenzen, damit Arbeit und Freizeit nicht verschwimmen. Alle Informationen rund ums Thema Telearbeit in Österreich findest du hier im Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
Definition: Was ist Telearbeit?
Rechtliche Rahmenbedingungen
Vorteile und Nachteile von Telearbeit
Fazit: Was bedeutet das für deinen Alltag?
FAQ: Häufige Fragen rund ums Thema Telearbeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ort der Arbeit: Bei Telearbeit erbringst du deine Arbeitsleistung nicht im Büro, sondern an einem selbstgewählten Ort, der nicht zu deinem Unternehmen gehört.
  • Gesetzesanpassung 2025: 2021 wurden die Regelungen rund ums Homeoffice gesetzlich verankert – und mit dem Telearbeitsgesetz 2025 erweitert und an die Zeit nach Corona angepasst.
  • Nur nach Absprache: Das neue Telearbeitsgesetz bedeutet mehr Flexibilität für dich – trotzdem kannst du nur dann von zuhause oder unterwegs aus arbeiten, wenn du das im Vorfeld mit deinem Arbeitgeber vereinbart Diese Vereinbarung sollte zur Absicherung schriftlich erfolgen.

Definition: Was ist Telearbeit?

Telearbeit bedeutet, dass du deine Arbeit regelmäßig nicht an deinem Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens, sondern von einem anderen Ort aus erledigst. Dafür verwendest du Kommunikationstechnologie, also zum Beispiel dein Notebook und/oder Smartphone.

Der Arbeitsort ist dabei oft die eigene Wohnung (“Homeoffice“). Telearbeit ist aber nicht auf deinen Haupt- oder Nebenwohnsitz beschränkt, du kannst sie grundsätzlich auch anderswo ausführen – zum Beispiel in Coworking-Spaces, bei Familienmitgliedern oder auch in Parks, Hotels und Kaffeehäusern.

Wichtig: Telearbeit muss schriftlich zwischen dir und deinem Arbeitgeber vereinbart werden – inklusive der Örtlichkeiten, an denen diese durchgeführt wird. Es ist auch möglich, weiterhin nur „Homeoffice“ zu vereinbaren. Einen gesetzlichen Anspruch auf Telearbeit hast du nicht. Klare Vorgaben und Regelungen zur Telearbeit können auch Teil einer Betriebsvereinbarung sein.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Für viele Unternehmen und Arbeitnehmer*innen in Österreich wurde Telearbeit – damals noch unter dem Begriff „Homeoffice“ – in der COVID-19-Pandemie erstmals ein Thema. Die diesbezüglichen Regelungen hat man 2021 gesetzlich festgelegt.

Während Corona bezeichnete der Begriff “Homeoffice” explizit das Arbeiten innerhalb der eigenen Wohnung. Das hat sich mittlerweile geändert. Deshalb wurden nun auch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst – mit dem neuen Telearbeitsgesetz.

Mehr Flexibilität, klare Regeln: Was steckt im Telearbeitsgesetz 2025?

Das neue Telearbeitsgesetz in Österreich trat im Jänner 2025 in Kraft. Es ersetzt die Bezeichnung „Homeoffice“ durch den deutlich weiter gefassten Begriff „Telearbeit“ und ermöglicht dir, deine Arbeit per Vereinbarung mit dem Arbeitgeber auch an anderen Orten als deiner Wohnung zu erledigen, die nicht zum Unternehmen gehören.

Außerdem regelt das Gesetz Themen wie Arbeitsmittel, schriftliche Vereinbarungen, Kündigungsfristen, steuerlich begünstigte Pauschalen sowie die Unfallversicherung (mit Unterscheidung zwischen Telearbeit im engeren und weiteren Sinn).

Telearbeit im engeren Sinn vs. Telearbeit im weiteren Sinn

Im Telearbeitsgesetz wird zwischen Telearbeit im engeren und weiteren Sinn unterschieden. Relevant ist das für den Unfallversicherungsschutz bei Wegunfällen.

  • Telearbeit im engeren Sinn bezeichnet das Arbeiten am eigenen Haupt- oder Nebenwohnsitz, in der Wohnung eines nahen Angehörigen oder in den Räumlichkeiten eines Co-Working-Spaces. An diesen Orten bist du auch bei Wegeunfällen versichert, etwa wenn du auf dem Weg vom Schreibtisch zur Küche ausrutschst oder dein Laptop beim Setup im Co-Working-Space beschädigt wird.
  • Telearbeit im weiteren Sinn bezeichnet das Arbeiten an allen anderen von dir gewählten Orten. Diese Orte bieten dir viel Flexibilität, unterliegen aber anderen Regeln: Der Unfallversicherungsschutz ist hier eingeschränkt, insbesondere bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder im Arbeitsumfeld. Du bist außerdem selbst dafür verantwortlich, dass der Ort geeignet ist, etwa in Bezug auf Datenschutz, Internetstabilität und Ergonomie.

Welche Rechte und Pflichten hast du bei Telearbeit?

Welche Rechte und Pflichten du im Hinblick auf das Thema Telearbeit hast, ist gesetzlich klar geregelt. Folgende Punkte spielen dabei eine Rolle:

  • Freiwilligkeit: Telearbeit muss immer zwischen dir und deinem Arbeitgeber vereinbart werden. Niemand kann dich zwingen, von zuhause zu arbeiten – und umgekehrt hast du auch nicht per se einen gesetzlichen Anspruch darauf.
  • Arbeitszeit: Auch im Homeoffice gelten die üblichen Arbeitszeitgesetze. Pausen, Ruhezeiten und Überstundenregelungen bleiben gleich.
  • Versicherungsschutz: Ein wichtiger Punkt: Wenn du in Telearbeit bist, bist du auch im Homeoffice unfallversichert – zum Beispiel, wenn dir beim Arbeiten am Laptop etwas passiert.
  • Datenschutz & Arbeitsmittel: Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dir die nötigen Arbeitsmittel (z. B. Laptop, Software) bereitzustellen und für Datenschutz zu sorgen.

Erreichbarkeit & digitale Zusammenarbeit

Auch in der Telearbeit gibt es klare Regeln zur Erreichbarkeit während der Arbeitszeit. Du musst nicht ständig online sein, aber für dein Team erreichbar. Für viele Fragen oder Meetings nutzt ihr digitale Tools wie Videocalls oder Chats. Damit das gut funktioniert, helfen klare Absprachen im Team: Wer ist wann verfügbar? Welche Kanäle nutzt ihr? Was ist außerhalb der Arbeitszeit tabu? So bleibt die Zusammenarbeit transparent und fair für alle.

Gesund arbeiten im Homeoffice und darüber hinaus

Auch bei Telearbeit gilt: Dein Arbeitsplatz sollte so gestaltet sein, dass du langfristig gesund bleibst. Viele Arbeitgeber achten daher darauf, dass du auch zuhause oder unterwegs ergonomisch gut ausgestattet bist. Oft werden passende Arbeitsmittel wie Bildschirm, Tastatur oder Bürostuhl zur Verfügung gestellt oder bezuschusst. Frag am besten nach, welche Unterstützung dein Arbeitgeber anbietet und achte selbst darauf, dass dein Arbeitsplatz deinen Bedürfnissen entspricht.

Arbeitest du gelegentlich an einem anderen Ort – zum Beispiel im Café, Hotel oder bei Freund*innen –, kannst du natürlich flexibel bleiben. Achte aber auch hier auf gute Bedingungen: Ein ruhiger Platz, stabiles Internet und eine angenehme Sitzposition machen einen großen Unterschied. Für längere Einsätze außerhalb des Büros ist ein mobiler, aber gesunder Arbeitsplatz entscheidend.

Steuerliche Pauschalen für Telearbeit

Das Telearbeitsgesetz ermöglicht Arbeitnehmer*innen in Österreich, für Telearbeitstage eine steuerliche Pauschale geltend zu machen. Pro Telearbeitstag können bis zu 3 Euro angesetzt werden, und zwar für maximal 100 Tage pro Jahr.

Voraussetzung ist, dass die Telearbeitstage in der Vereinbarung mit deinem Arbeitgeber festgehalten und auf dem Lohnzettel ausgewiesen werden. Die Pauschale deckt Ausgaben wie Strom, Internet oder Heizung ab und soll die zusätzlichen Kosten ausgleichen, die durch das Arbeiten außerhalb des Büros entstehen.

Vorteile und Nachteile von Telearbeit

Telearbeit bietet vor allem in Berufen, bei denen die Arbeitsleistung vorrangig am Computer erbracht wird, viele praktische Vorteile. Zentrale Benefits sind zum Beispiel, dass du Zeit und Kosten für den Weg von und zur Arbeitsstätte sparst sowie Job und Familie besser vereinbaren kannst.

Andererseits kann es auch herausfordernd sein, zuhause konzentriert zu bleiben. Zudem brauchst du die nötige technische Ausstattung.

Einen detaillierten Überblick über Vor- und Nachteile von Homeoffice bzw. Telearbeit findest du hier.

Fazit: Was bedeutet das für deinen Alltag?

Mit dem Telearbeitsgesetz bekommst du als Arbeitnehmer*in in Österreich mehr Sicherheit und Klarheit. Es sorgt dafür, dass du flexibel arbeiten kannst, und trotzdem klare Richtlinien bezüglich deiner Regeln und Pflichten hast. Gleichzeitig hilft es Unternehmen, faire und transparente Regelungen einzuhalten.

FAQ: Häufige Fragen rund ums Thema Telearbeit

Was ist Telearbeit?

Telearbeit bedeutet, dass du deine Arbeitsleistung regelmäßig nicht im Büro, sondern an einem anderen Ort erbringst, der nicht zum Unternehmen gehört. Das kann deine eigene Wohnung sein, aber auch Coworking-Spaces, Cafés oder andere Orte können als Telearbeitsplätze genutzt werden. Für Telearbeit nutzt du Kommunikationstechnologie wie Laptop oder Smartphone.

Was ist das neue Telearbeitsgesetz in Österreich?

Das neue Telearbeitsgesetz, das am 1. Jänner 2025 in Kraft trat, regelt die Rahmenbedingungen für Telearbeit in Österreich. Es ersetzt den Begriff „Homeoffice“ durch den weiter gefassten Begriff „Telearbeit“ und legt fest, unter welchen Bedingungen du von zuhause oder unterwegs arbeiten kannst, sofern eine entsprechende Vereinbarung mit deinem Arbeitgeber getroffen wurde. Geregelt werden unter anderem Aspekte wie Unfallversicherung, Arbeitsmittel, Arbeitszeiten, steuerliche Pauschalen und Kündigungsfristen. Ziel des Gesetzes ist es, Arbeitnehmer*innen mehr Flexibilität und Rechtssicherheit zu geben, während klare Regeln für den Arbeitgeber bestehen.

Gelten bisherige Homeoffice-Vereinbarungen auch weiterhin?

Ja, bisherige Homeoffice-Vereinbarungen gelten auch nach dem Inkrafttreten des neuen Telearbeitsgesetzes in Österreich. Mit Inkrafttreten des neuen Telearbeitsgesetzes 2025 empfiehlt es sich aber, diese Vereinbarungen zu überprüfen und gegebenenfalls schriftlich anzupassen.

Habe ich als Arbeitnehmer*in ein Recht auf Telearbeit?

Nein, ein gesetzlicher Anspruch auf Telearbeit besteht nicht. Alle diesbezüglichen Regelungen müssen schriftlich zwischen dir und dem Arbeitgeber vereinbart werden.

Telearbeit und Homeoffice – wo ist der Unterschied?

Homeoffice oder Homeoffice ist laut Gesetz das Arbeiten am eigenen Haupt- oder Nebenwohnsitz. Der Begriff „Telearbeit“ ist deutlich weiter gefasst und bezeichnet auch das Arbeiten an anderen, nicht zum Unternehmen gehörenden Orten, zum Beispiel in einem Coworking-Space oder Café.

Ist Telearbeit im Ausland möglich?

Ja, Telearbeit ist grundsätzlich auch im Ausland möglich. Die Abklärung mit dem Arbeitgeber ist dafür aber unbedingt erforderlich. Je nachdem, wie häufig du von welchem Land aus arbeitest, kann das sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen haben.