2 Jobangebote – Was jetzt?

Die Qual der Wahl: Wie man die richtige Entscheidung trifft und sich in der Situation am besten verhält.
Sie haben eine Jobzusage erhalten? Gratulation! Doch was macht man, wenn im Zuge mehrerer Bewerbungen gleich zwei Arbeitgeber so sehr von Ihnen überzeugt waren, dass Sie Ihnen die Position anbieten möchten? Wie entscheiden Sie sich richtig zwischen zwei Jobangeboten?

Methoden zur Entscheidungsfindung

Viele Wege führen zum Ziel. Und so gibt es auch viele Methoden, die man für die Entscheidungsfindung heranziehen kann. Wir stellen sie Ihnen vor:

 

Die klassische Pro- und Kontraliste:

1. Erstellen Sie eine Tabelle und listen Sie alle Aspekte auf, die für Sie bei einem Job wichtig sind. Bewerten Sie für jedes Jobangebot, ob dieses Kriterium je eher auf der Pro- oder auf der Kontra-Seite anzuordnen ist.

2. Folgende Entscheidungskriterien können Ihnen dabei nützlich sein:

  • Gehalt
  • zusätzliche Arbeitgeberleistungen
  • Fahrtzeiten
  • Betriebsklima
  • Flexibilität des Arbeitgebers
  • Aufgabenfeld
  • Karrierechancen
  • Jobsicherheit
  • Freiheiten

3. Zählen Sie nun, wie viele Kriterien jeweils auf der positiven und wie viele auf der negativen Seite gelandet sind. Der Job mit dem höheren Pro-Anteil sollte nach dieser Methode dann auch gewinnen.

 

Die gewichtete Entscheidungsmethode:

Nicht immer ist es so, dass alle Kriterien für Sie gleich wichtig sind. Sie können daher auch hergehen und den ausgewählten Entscheidungskriterien eine Gewichtung zuordnen.

Hier ein Beispiel:

Nehmen wir an, Sie haben für sich festgelegt, dass die Kriterien Gehalt, Aufgabenfeld und Anfahrtsweg für Sie ausschlaggebend sind. Dabei ist Ihnen das Aufgabenfeld am wichtigsten (Sie vergeben daher drei Punkte in der Gewichtung dafür), am zweitwichtigsten ist Ihnen das Gehalt (Gewichtung von 2 Punkten) und das am wenigsten wichtige Kriterium ist der Anfahrtsweg für Sie (Gewichtung von 1 Punkt). Überlegen Sie sich nun, wie Sie die beiden Jobs hinsichtlich dieser Kriterien einstufen. Dies können Sie beispielsweise auf einer Skala von 1-5 machen, wobei 5 die beste Bewertung ist und 1 die schlechteste. Tragen Sie dies für Job A und Job B in die Liste ein. Nun müssen Sie nur noch die jeweilige Punktezahl mit der Gewichtung multiplizieren und dann am Ende eine Summe über alle Punkte für Job A und Job B errechnen.

 

Kriterium Gewichtung Job A Job B
Gehalt 2 2 2 x 2 = 4 4 4 x 2 = 8
Aufgabenfeld 3 5 3 x 5 = 15 2 3 x 2 = 6
Anfahrtsweg 1 1 1 x 1 = 1 4 4 x 1 = 4
Ergebnis (Summe)     20   18

 

Aus diesem Beispiel kann also abgelesen werden, dass Job A eine höhere Punktezahl als Job B aufweist und daher bei den für Sie relevanten Kriterien die Nase vorne hat.

 

Die 10-10-10 Methode

Dieses Modell wurde von Suzy Welch entwickelt und ist recht einfach erklärt. Sie stellen sich drei Fragen in Bezug auf die beiden zur Auswahl stehenden Jobs:

  • Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung zu Job A / Job B in 10 Tagen?
  • Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung zu Job A / Job B in 10 Monaten?
  • Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung zu Job A / Job B in 10 Jahren?

Es kann sein, dass Sie dafür auch zusätzliche Informationen einholen müssen, um die Fragen für sich zufriedenstellen beantworten können. Nehmen Sie sich aber die Zeit, diese Zukunftsszenarien in Ruhe durchzudenken, um dann eine fundierte Entscheidung zu treffen.

 

Unsere Tipps zur Entscheidung zwischen zwei Jobangeboten:

1. Holen Sie weitere Informationen ein:

Vieles findet man heutzutage bereits im Internet. Googlen Sie das Unternehmen. Inspizieren Sie die Facebook-Seite und sammeln Sie Informationen. Je besser Sie über den zukünftigen Arbeitgeber Bescheid wissen, desto leichter fällt Ihnen auch die Entscheidung. Wenn Sie noch Fragen haben, die Sie im Zuge der Internet-Recherche nicht beantworten können, zögern Sie auch nicht, diese Information telefonisch beim Personaler zu erfragen.

2. Beziehen Sie andere in die Entscheidung mit ein:

Vieles ergibt sich auch im Austausch mit anderen. Ziehen Sie Freunde oder Bekannte daher in die Entscheidung mit ein und fragen Sie nach deren Meinung. Das bedeutet nicht, dass Sie die Entscheidung generell an Dritte abgeben sollen, aber vielleicht stellt ein Außenstehender genau die richtige Frage oder wirft genau das entscheidende Argument ein, an das Sie vielleicht gar nicht gedacht hätten.

3. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl:

Stellen Sie sich die Frage, bei welchen Kriterien Sie auch mit einem Kompromiss leben könnten oder wo es sich um ein No-Go handelt. Auch wenn eines der beiden Jobangebote laut Ihrer Liste mit einer höheren Punktzahl abschneidet, bedeutet das noch lange nicht, dass dieses auch die richtige Wahl ist. Wenn beispielsweise fast alle Kriterien positiv von Ihnen bewertet wurden, aber es bei einem davon um ein absolutes No-Go handelt, mit dem Sie absolut nicht leben können, ist es besser, sich auf sein Gefühl zu verlassen, und sich dennoch für das andere Angebot zu entscheiden. Ihre Instinkte liegen selten falsch.

 

FAQs: Häufige Fragen und Antworten bei der Entscheidung zwischen zwei Jobs

Bedenkzeit: Kann man eine Zusage „hinhalten“?

Generell gehen Unternehmen davon aus, dass Sie Interesse an der Stelle haben, wenn Sie sich dafür bewerben. Dass muss jedoch nicht heißen, dass Sie auch nach dem Bewerbungsgespräch die Stelle immer noch haben möchten. Sie könnten währenddessen ja Informationen über die Stelle oder das Unternehmen erhalten haben, die ihr ursprüngliches Interesse minimieren. Sollte sich also herausstellen, dass das Jobangebot nicht zu Ihnen passt, informieren Sie den Personalentscheider so früh wie möglich. Sie sparen dem Unternehmen und anderen Bewerbern damit Zeit und Energie.

Anders sieht es aus, wenn Sie sich noch nicht sicher sind und erst zwei Jobangebote abwägen wollen. Generell empfiehlt es sich jedoch, mit der Antwort nicht zu lange zu warten. Vor allem wenn es sich um eine Stelle handelt, die schnellstmöglich besetzt werden soll. Im schlimmsten Fall kann es nämlich passieren, dass ihr Zögern negativ interpretiert wird und die Stelle dann jemand anderem angeboten wird. Solange Sie den Vertrag noch nicht unterschrieben haben, ist noch nichts unter Dach und Fach. Wer sich wochenlang Zeit lässt, steht am Ende wahrscheinlich vor der bitteren Realität, beide Chancen verspielt zu haben.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich ein paar Tage Zeit, um eine informierte Entscheidung zu treffen, aber reizen Sie das Zeitlimit nicht allzu sehr aus!

Wie sage ich eine Jobzusage ab?

Generell genügt eine kurze Mitteilung, dass Sie sich anderweitig entschieden haben. Diese kann telefonisch oder auch schriftlich erfolgen. Bedenken Sie jedoch, dass man sich sprichwörtlich im Leben immer zweimal sieht. Wer weiß, vielleicht interessieren Sie sich in der Zukunft für eine andere Stelle in eben diesem Unternehmen. Es empfiehlt sich daher, bei der Jobabsage diplomatisch vorzugehen. Überlegen Sie sich, in welcher Form Sie gerne eine Absage erhalten würden und formulieren Sie Ihre dementsprechend. Hier ein Beispiel:

„Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für das Bewerbungsgespräch genommen haben und mir den Job anbieten möchten. Ich habe jedoch festgestellt, dass es in meiner momentanen Lage nicht genau das ist, was ich suche. Ich war zwar vom Unternehmen und den Möglichkeiten begeistert, habe aber eine andere Stelle gefunden, die noch besser zu meinem gewünschten Tätigkeitsfeld passt. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.“

Wie sehr sollte die Entscheidung vom Gehalt abhängen?

Fixe Regeln gibt es diesbezüglich nicht. Natürlich ist das Gehalt ein wichtiger Faktor in der Entscheidungsfindung. Es sollte allerdings nicht der alleinige Grund sein. Was bringt Ihnen ein super Gehalt, wenn Sie dafür alles am Unternehmen unsympathisch finden und Sie die Aufgaben gar nicht reizen? Immerhin verbringen Sie einen Großteil Ihrer Woche am Arbeitsplatz. Wenn Sie sich dort nicht wohlfühlen und sich jeden Tag dazu zwingen müssen, in die Arbeit zu kommen, entschädigt Sie auch das beste Gehalt nicht dafür. Die Entscheidung also alleinig vom Gehalt abhängig zu machen, wird Sie auf Dauer wahrscheinlich nicht glücklich machen.

Sobald die Entscheidung getroffen ist, empfiehlt es sich, einen Termin zur Vertragsunterzeichnung zu vereinbaren. Mit unserer Checkliste zum Arbeitsvertrag sind Sie bestens informiert, worauf es dabei ankommt.  Ist die Tinte trocken, darf gefeiert werden!

Bildnachweis: razerbird/ Quelle: istockphoto.com

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