Hitzefrei bei der Arbeit – Sommer im Büro

Pflichten und Rechte


12.08.2024

Als Arbeitnehmer*in im Büro wird Hitzefrei leider nicht gewährt. Stattdessen müssen sie sich inmitten stickiger Luft, mangelnder Konzentration und Schweißgeruch zurechtfinden, um den Arbeitsalltag zu überstehen. In klimatisierten Büroräumen ist dies kein Thema, jedoch ist nicht jeder Arbeitsplatz mit diesem Luxus ausgestattet. Nichtsdestotrotz muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Sommer bei unerträglichen Temperaturen konzentriert arbeiten können. Welche Möglichkeiten und Sonderregelungen es gibt, wird in diesem Artikel besprochen.

Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
Hitzefrei im Büro: Rechte und Pflichten
Diese Maßnahmen sollten Arbeitgeber treffen
Hitzefrei im Homeoffice
Tipps für die Büroarbeit im Sommer

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Büro gibt es kein Hitzefrei, selbst bei stickiger Luft und Hitze.
  • Arbeitgeber müssen Maßnahmen wie Sonnenschutz und Ventilatoren ergreifen, wenn die Temperatur über 25 Grad steigt.
  • Auf dem Bau gilt eine Sonderregelung: Ab 32,5 Grad kann der Arbeitgeber das Arbeiten einstellen, sofern kein alternativer Arbeitsplatz vorhanden ist.
  • Im Homeoffice sind die Chancen auf Hitzefrei gering, da der Arbeitgeber dort die gesetzlichen Maßnahmen nicht erfüllen muss.

Hitzefrei im Büro: Rechte und Pflichten in Österreich

Das Arbeitsrecht umfasst Regelungen und Gesetze zur Erwerbstätigkeit, die unter anderem auch die Raumtemperatur am Arbeitsplatz beinhalten. Für Tätigkeiten mit geringer physischer Belastung ist demzufolge eine Raumtemperatur von 19 bis 25 Grad vorgesehen. Prinzipiell darf die Lufttemperatur 25 Grad Celsius nicht überschreiten. Ab 25 Grad muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Raumtemperatur abzukühlen. 

Trotz hoher Hitze sollten die Arbeitenden jedoch davon absehen, ohne Erlaubnis des Vorgesetzten die Arbeit zu beenden, da sonst eine Abmahnung drohen könnte. Denn einen generellen Anspruch auf Hitzefrei gibt es laut österreichischem Recht nicht (mit Ausnahme von Bauarbeitern).

Diese Maßnahmen sollten Arbeitgeber treffen

Eine Innentemperatur von über 25 Grad erfordert Maßnahmen des Arbeitgebers, die schon im Vorhinein getroffen werden können. Sonnenschutzsysteme wie Jalousien, Markisen oder Verglasungen an Fenstern oder Glaswänden sorgen dafür, dass sich die Räume bei starker Sonneneinstrahlung nicht so schnell aufheizen.

Es empfiehlt sich, dass Räume vor Arbeitsbeginn durchgelüftet und tagsüber geschlossen werden sollten. Auch eine Arbeitsortsverlagerung in kühlere Büroräume ist möglich. Zusätzlich sollte der Arbeitgeber Ventilatoren und Wasser bereitstellen.

Gerade Büros mit strikter Kleiderordnung können diese Regelungen im Sommer bis zu einem gewissen Grad lockern. Aufwendige Maßnahmen wie Luftduschen, Wasserschleier oder spezielle Schutzkleidung sind auch möglich, werden jedoch in den wenigsten Fällen angewendet.

Hitzefrei im Homeoffice

Ein Hitzefrei im Homeoffice gibt es leider nicht. Stattdessen sind Arbeitnehmer*innen dazu verpflichtet, sich selbst darum zu kümmern, dass sie ihrer Arbeit im Homeoffice nachgehen können. Sollte das Arbeiten außerhalb des Büros nicht möglich sein, muss dies dem Arbeitgeber sofort mitgeteilt werden.

Tipps für die Büroarbeit im Sommer

Die folgenden Tipps helfen dabei, mit sommerlicher Hitze im Büro besser zurechtzukommen:

  • Kleidung aus Leinen oder Baumwolle: Ob strenge Kleidungsvorschriften oder nicht – lockere Kleidung aus Leinen oder Baumwolle sorgen durch ihre kühlenden Eigenschaften für Linderung im Sommer.
  • Genügend trinken, aber keine kalten Getränke: Ein kaltes Getränk verursacht lediglich, dass der Organismus für einen Temperaturausgleich sorgt. Die Energie, die er dafür benötigt, bewirkt eine Erwärmung des Körpers. Kalte Getränke bei Sommerhitze bringen keine Abkühlung, sondern man schwitzt noch mehr. Damit dieser Temperaturausgleich nicht ausgelöst wird, empfehlen sich warme Getränke wie Pfefferminztee. Kaffee sollte gemieden werden, da er die Schweißproduktion anregt. Auch Getränke wie Wasser oder Schorlen sind zu empfehlen, solange sie Zimmertemperatur haben.
  • Leichte Kost statt schwerverdaulicher Speisen: Fettige oder andere schwerverdauliche Speisen bedeuten für den Organismus mehr Arbeit. Dazu wird Energie benötigt und das führt wiederum zu einer Erwärmung des Körpers. Deshalb ist leichte Kost zu empfehlen und auch die spanische Gazpacho (kalte Tomatensuppe) ist sehr empfehlenswert.
  • Möglichst viele technische Geräte abschalten: Lampen, Drucker oder andere Geräte, die nicht ständig gebraucht werden, sollten abgeschaltet werden, da diese Wärmequellen sind.
  • Abkühlung durch kaltes Wasser, Tischventilator, Fußbad oder nassem Handtuch: Zwischendurch kann man sich immer mal wieder kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Auch ein Tischventilator bringt ein wenig Abkühlung an den Arbeitsplatz. Ein kleines, nasses Handtuch im Nacken bringt ebenfalls Abkühlung. Für das Homeoffice eignet sich auch ein eigenes, kühles Fußbad.
  • Sonnencreme: Fensterscheiben schrecken keine UV-Strahlen ab, deshalb sollte auch in Innenräumen nicht auf Sonnencreme verzichtet werden.

 

Disclaimer: Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft. Die in diesem Artikel veröffentlichten Rechtsgrundlagen sind sorgfältig zusammengestellt, erheben aber keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Korrektheit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr wird nicht übernommen. Insbesondere übernimmt die The Stepstone Group Österreich GmbH keinerlei Haftung für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die direkte oder indirekte Nutzung der angebotenen Inhalte entstehen.

 

Bildnachweis: Irina Efremova/stocksy