Aktualisiert: 09.01.2026
Lesedauer: 10 Min.

Gehaltszufriedenheit in Österreich

Inhalt

  • Gehaltszufriedenheit aktuell
  • Ursachen
  • Gehaltslücke in Zahlen
  • Gehaltsverhandlungen
  • 5 Tipps: Gehaltszufriedenheit steigern
  • Fazit
  • FAQ
Hiring Trends Update 25-26

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Gehaltsreport 2025

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6 von 10 Kandidat*innen nennen das Gehalt als entscheidenden Faktor bei der Jobwahl.1 Doch wie zufrieden sind die Österreicher*innen mit ihrem Gehalt? Und wovon hängt Gehaltszufriedenheit eigentlich ab? Im Rahmen unterschiedlicher Studien und Befragungen haben wir ein umfangreiches Bild der Gehaltszufriedenheit in Österreich gezeichnet. Denn ob ein Gehalt als „gut“ oder „schlecht“ empfunden wird, ist sehr subjektiv. Einen Einblick in unsere Ergebnisse erhältst du hier.

Wie zufrieden sind Arbeitnehmer*innen in Österreich mit ihrem Gehalt?

Die Mehrheit fühlt sich unterbezahlt: Aktuelle Daten zeigen, dass 55 % der österreichischen Arbeitnehmer*innen sich unterbezahlt fühlen – sie empfinden ihr Gehalt als „deutlich unterbezahlt” (11 %) oder „eher unterbezahlt” (43 %). Nur 42 % halten ihr Gehalt für angemessen, während sich gerade einmal 2 % als überbezahlt einschätzen.

Im Vergleich der Altersgruppen zeigt sich: Die Unzufriedenheit ist in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen am höchsten (58 % fühlen sich unterbezahlt), während jüngere Arbeitnehmer*innen unter 29 Jahren mit 46 % am wenigsten unzufrieden sind – möglicherweise aufgrund realistischerer Erwartungen zu Beginn der Karriere.

Illustration eines Mannes, der mit Bürozubehör jongliert

Gehaltsbefragung 2026

In unserer repräsentativen Stepstone „Gehaltsbefragung 2026“ haben wir nachgehört, wie souverän Arbeitnehmende mit dem Thema Gehalt insgesamt umgehen. Wir haben rund 530 Recruiter*innen und 1.170 Beschäftigte aus Österreich gefragt: Wie zufrieden sind Beschäftigte in Österreich mit ihrem Gehalt? Werden Vergütungspakete und -strukturen als fair wahrgenommen und inwieweit ermöglichen sie es, persönliche finanzielle Ziele zu erreichen?

Im Rahmen der Befragung sollten Beschäftigte nicht nur ihr aktuelles Jahresbruttogehalt nennen, sondern auch angeben, welchen Marktwert sie sich selbst zuschreiben – also welches Gehalt sie für ihre Rolle und Qualifikation als fair empfinden. Das Ergebnis: Zwischen Realität und Selbstwahrnehmung klafft eine deutliche Lücke. Im Schnitt schätzen Mitarbeitende ihren fairen Marktwert rund 16 % höher ein als das, was sie aktuell verdienen.

Frauen sind unzufriedener als Männer

Der Stepstone Gehaltsreport 2025 zeigt: Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer. Selbst bei gleicher Qualifikation, Tätigkeit und gleichem Arbeitsumfang verbleibt ein Gender-Pay-Gap von -6,3 %.

Die Auswirkungen auf die Zufriedenheit:

  • 58 % der Frauen fühlen sich unterbezahlt (davon 17 % deutlich unterbezahlt)
  • 54 % der Männer fühlen sich unterbezahlt (davon 11 % deutlich unterbezahlt)
  • Nur 37 % der Frauen empfinden ihr Gehalt als angemessen, bei Männern sind es 42 %

Interessant: Trotz des höheren Gehalts fühlen sich Männer nicht automatisch zufriedener – die Erwartungshaltung steigt offenbar mit dem Einkommen. Zu einer weiteren Verbesserung der Gehaltszufriedenheit bei Frauen könnte die Anpassung der Gehälter durch die neuen Vorgaben der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis 2026 umgesetzt werden müssen, deutlich beitragen.

Cover Gehaltsreport DE

Lesetipp: aktuelle Gehälter in Deutschland

Wie viel verdienen die Deutschen aktuell? Welches Gehalt ist ein gutes Gehalt? Was sind die „lukrativsten“ Bundesländer und in welchen Berufsgruppen lässt sich das meiste Geld mit nach Hause nehmen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert seit mehr als zehn Jahren der Stepstone Gehaltsreport. 

Gehaltszufriedenheit nach beruflicher Position

Die berufliche Position hat einen erheblichen Einfluss auf die Gehaltszufriedenheit:

Führungskräfte (Geschäftsführung, Abteilungs- und Teamleitung):

  • 52 % fühlen sich unterbezahlt
  • 44 % empfinden ihr Gehalt als angemessen
  • Durchschnittsgehalt (Vollzeit): 66.045 €

Fachkräfte (qualifizierte und hochqualifizierte):

  • 54 % fühlen sich unterbezahlt
  • 42 % empfinden ihr Gehalt als angemessen
  • Durchschnittsgehalt (Vollzeit): 55.748 €

Ungelernte oder angelernte Hilfskräfte:

  • 63 % fühlen sich unterbezahlt – der höchste Wert aller Gruppen
  • Nur 36 % empfinden ihr Gehalt als angemessen
  • Durchschnittsgehalt (Vollzeit): 33.117

Die Daten zeigen deutlich: Je niedriger die Position und das Gehalt, desto größer die Unzufriedenheit.3

Ursachen für Gehaltszufriedenheit und Unzufriedenheit

Insbesondere das Fehlen transparenter Informationen kann genügen, um Unzufriedenheit auszulösen. Wer z. B. nicht weiß, wie hoch ein marktübliches Gehalt ist oder was die Kolleg*innen verdienen, wird schwerlich einschätzen können, ob er*sie fair bezahlt wird. Weitere Gründe für Unzufriedenheit mit dem Gehalt können in der Unternehmenskultur des Arbeitgebers liegen, in ungeeigneten Vergleichen – oder schlicht in fehlendem Mut.

Die Gehaltslücke in Zahlen (Vollzeit):

  • Aktuelles Brutto-Mediangehalt in Österreich laut Befragung: 45.000 €
  • Eingeschätzter fairer Marktwert*: 52.000 € (Mediangehalt)
  • Differenz: 16 %

*Wie schätzt du deinen aktuellen Marktwert ein? Bitte gib das Bruttojahresgehalt an, das deiner Einschätzung nach einem für dich fairen Gehalt entspricht

Nach Geschlecht:

  • Frauen: 40.000 € aktuell → 50.000 € geschätzter Marktwert (+25 %)
  • Männer: 49.000 € aktuell → 60.000 € geschätzter Marktwert (+22 %)

Nach Einkommensgruppe:

  • Geringverdiener: 25.000 € aktuell → 25.000 € geschätzter Marktwert (+40 %) 
  • Bestverdiener:  70.122 € aktuell → 80.000 € geschätzter Marktwert (+14 %) 

Fazit: Die größte Diskrepanz besteht bei Geringverdienenden – hier ist der Aufholbedarf am größten.

Gehaltsverhandlungen: Wer traut sich?

Gehaltszufriedenheit hängt auch damit zusammen, ob Arbeitnehmer*innen aktiv für bessere Bezahlung eintreten. Die Daten zeigen hier deutliche Unterschiede:

Wohlbefinden bei Gehaltsverhandlungen

Nur 21 % fühlen sich wohl dabei, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, weitere 26 % fühlen sich “eher wohl”. Die Mehrheit (53 %) fühlt sich unwohl:

  • 39 % fühlen sich “eher nicht wohl”
  • 14 % fühlen sich “gar nicht wohl”

Nach Geschlecht:

  • Männer: 25 % fühlen sich wohl (55 % zusammen mit “eher ja”)
  • Frauen: Nur 16 % fühlen sich wohl (38 % zusammen mit “eher ja”)

Nach Position:

  • Führungskräfte: 28 % fühlen sich wohl – deutlich selbstbewusster
  • Fachkräfte: 19 % fühlen sich wohl
  • Ungelernte Hilfskräfte: 18 % fühlen sich wohl

Tatsächliche Gehaltsforderungen

In den letzten 12 Monaten haben nur 25 % eine Gehaltserhöhung gefordert:

  • 19 % im Rahmen der aktuellen Stelle
  • 6 % bei einem Jobwechsel
  • 63 % haben keine Gehaltserhöhung gefordert
  • 13 % gaben an, dass dies nicht möglich sei (z. B. Tarifbindung, öffentlicher Dienst)

Der Zusammenhang ist eindeutig: Wer sich wohl dabei fühlt zu verhandeln, tut es auch eher:

  • Von denen, die sich wohl fühlen: 32 % haben tatsächlich verhandelt
  • Von denen, die sich unwohl fühlen: Nur 18 % haben verhandelt

Erfolgsquote

36 % der Arbeitnehmer*innen haben in den letzten 12 Monaten eine Gehaltserhöhung erhalten. Die durchschnittliche Erhöhung lag bei 8 % (Median: 3 %).

Nach Einkommensgruppen:

  • Oberes Quartil: 40 % erhielten eine Erhöhung
  • Unteres Quartil: Nur 28 % erhielten eine Erhöhung

5 Tipps: So kann die Gehaltszufriedenheit gesteigert werden

Unabhängig davon, ob du mit Mitarbeiter*innen demnächst Gehaltsgespräche führst oder ob du langfristig zur grundlegenden Zufriedenheit mit den Gehältern beitragen möchtest, hier einige Tipps:

1. Schaffe klare Gehaltsstrukturen und Transparenz

Etabliere im Unternehmen klare Gehaltsrichtlinien und -stufen und kommuniziere den Mitarbeiter*innen regelmäßig Aufstiegschancen und Gehaltsentwicklungen. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie macht dies ab Juni 2026 ohnehin verpflichtend – nutze die Gelegenheit, durch Gehaltstransparenz proaktiv Vertrauen aufzubauen.

Aus den Daten: 65 % der Arbeitnehmer*innen finden es okay, wenn Kolleg*innen ihr Gehalt kennen. Aus Recruitersicht sehen 52 % einen Wettbewerbsvorteil darin, Gehälter in Stellenanzeigen offen zu legen.Transparenz kann also ein Wettbewerbsvorteil sein.3

2. Führe eine leistungsorientierte Vergütung ein

Definiere individuelle oder teambezogene Ziele und etabliere oder überprüfe und verfeinere Bonus- und Prämienprogramme für herausragende Leistungen – das stärkt auch die Mitarbeiterbindung.

Aus den Daten: 27 % der Recruiter*innen geben an, dass ihr Unternehmen 2025 auf eine stärkere Leistungsorientierung der Vergütung setzt.

Erwartungen an Arbeitgeber

Webinartipp: 27. Jänner 2026

Gehaltsstrategie Bootcamp: Intensivtraining für faire Gehaltskompetenz

3. Führe regelmäßige Gehaltsüberprüfungen durch

Stelle einerseits Marktvergleiche an, um wettbewerbsfähig zu bleiben und überprüfe mindestens einmal jährlich die Gehälter und passe sie an.

Aus den Daten: Die durchschnittliche Differenz zwischen aktuellem Gehalt und eingeschätztem Marktwert beträgt 16 %. Besonders bei Geringverdienenden (unteres Quartil) ist die Lücke mit 87 % gravierend.

4. Stärke die Verhandlungskompetenz deiner Mitarbeiter*innen

Da sich 53 % unwohl bei Gehaltsverhandlungen fühlen – besonders Frauen (62 % fühlen sich unwohl) –, können Workshops zu Gehaltsverhandlungen die Kommunikation auf Augenhöhe fördern und Fairness erhöhen.

Fazit: Was bestimmt Gehaltszufriedenheit?

Man ist mit seinem Gehalt dann zufrieden, wenn die Vergütung als fair im Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Marktwert empfunden wird.

Darüber hinaus zeigt die Stepstone-Analyse, dass Gehaltszufriedenheit oft auch mit zusätzlichen Faktoren wie Wertschätzung, Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen zusammenhängt.

Die Gehaltszufriedenheit in Österreich wird vor allem durch die wahrgenommene Fairness des eigenen Gehalts bestimmt. Beschäftigte vergleichen ihre Vergütung mit ihrer Leistung, Verantwortung und ihrem Marktwert. Wer das Gefühl hat, unterbezahlt zu sein oder im Vergleich zu anderen schlechter dazustehen, ist deutlich unzufriedener.

Eine große Rolle spielt zudem der Zugang zu Informationen über marktübliche Gehälter, da fehlende Vergleichsmöglichkeiten Unsicherheit erzeugen. Auch die Unternehmenskultur beeinflusst die Zufriedenheit stark: Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und zusätzliche Leistungen können ein als niedriger empfundenes Gehalt teilweise ausgleichen. Insgesamt zeigt sich, dass Gehaltszufriedenheit nicht nur von der Höhe des Einkommens abhängt, sondern vom Gesamtbild aus Transparenz, Fairness und Anerkennung.

FAQ

Wann ist man mit seinem Gehalt zufrieden?

Man ist mit seinem Gehalt dann zufrieden, wenn die Vergütung als fair im Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Marktwert empfunden wird.

Darüber hinaus zeigt die Stepstone-Analyse, dass Gehaltszufriedenheit oft auch mit zusätzlichen Faktoren wie Wertschätzung, Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen zusammenhängt.

Was beeinflusst die Gehaltszufriedenheit in Österreich am stärksten?

Die Gehaltszufriedenheit in Österreich wird vor allem durch die wahrgenommene Fairness des eigenen Gehalts bestimmt. Beschäftigte vergleichen ihre Vergütung mit ihrer Leistung, Verantwortung und ihrem Marktwert. Wer das Gefühl hat, unterbezahlt zu sein oder im Vergleich zu anderen schlechter dazustehen, ist deutlich unzufriedener.

Eine große Rolle spielt zudem der Zugang zu Informationen über marktübliche Gehälter, da fehlende Vergleichsmöglichkeiten Unsicherheit erzeugen. Auch die Unternehmenskultur beeinflusst die Zufriedenheit stark: Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und zusätzliche Leistungen können ein als niedriger empfundenes Gehalt teilweise ausgleichen. Insgesamt zeigt sich, dass Gehaltszufriedenheit nicht nur von der Höhe des Einkommens abhängt, sondern vom Gesamtbild aus Transparenz, Fairness und Anerkennung.

Welche Rolle spielt Gehaltstransparenz für die Zufriedenheit?

Transparenz spielt eine sehr große Rolle für die Gehaltszufriedenheit: Sie hilft Beschäftigten zu beurteilen, ob sie fair bezahlt werden – und ist ein Schlüsselfaktor für Zufriedenheit: wo Gehälter offen kommuniziert werden, wird dies von Mitarbeitenden deutlich positiver bewertet.

Fehlende Transparenz, etwa keine Gehaltsangaben in Stellenanzeigen, wird von vielen als Grund für Unsicherheit und Unzufriedenheit genannt.

Was können Arbeitgeber in Österreich tun, um die Gehaltszufriedenheit zu steigern?

Arbeitgeber können die Gehaltszufriedenheit vor allem durch mehr Transparenz und offene Kommunikation verbessern. Klare Gehaltsstrukturen, transparente Gehaltsspannen und regelmäßige Gehaltsgespräche helfen Mitarbeitenden, ihre Vergütung besser einzuordnen und als fair wahrzunehmen. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle und sollten im Umgang mit Gehaltsfragen gezielt geschult werden.

Darüber hinaus trägt eine offene Unternehmenskultur, in der über Geld gesprochen werden darf, wesentlich zur Zufriedenheit bei. Auch nicht-monetäre Faktoren wie flexible Arbeitsmodelle, Zusatzleistungen oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten wirken sich positiv aus. Langfristig steigern Arbeitgeber die Zufriedenheit außerdem, indem sie strukturelle Ungleichheiten wie geschlechts- oder positionsbedingte Gehaltsunterschiede aktiv abbauen.


Quellen:

1 Stepstone Hiring Trends Update 2025/26, November 2025

2 Stepstone Gehaltsreport 2025

3 Stepstone Gehaltsbefragung 2026