16. June 2025
Lesedauer: 4 Min.

EU-Entgelttransparenz kommt: Bist du vorbereitet?

Inhalt

  • Änderungen durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie
  • Viele Unternehmen nicht startklar
  • Warum viele Unternehmen zögern
  • Wo steht dein Unternehmen im Vergleich?
  • Was du jetzt konkret tun kannst
  • Fazit: Die Uhr tickt
Checkliste zum Entgelttransparenzgesetz

Checkliste zum Entgelttransparenzgesetz

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Ab Juni 2026 wird’s ernst: Dann muss die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in österreichisches Recht umgesetzt sein. Doch wie gut sind Unternehmen in Österreich tatsächlich vorbereitet? Die aktuelle Stepstone-Umfrage zeigt: Die meisten stecken noch ganz am Anfang – und viele unterschätzen, was auf sie zukommt.

Was ändert sich durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie überhaupt?

Die Richtlinie zielt darauf ab, dass Mitarbeitende künftig Auskunft darüber verlangen können, wie ihr Gehalt im Vergleich zu Kolleg*innen mit ähnlicher Tätigkeit dasteht. Außerdem dreht sich die Beweislast um: Nicht mehr Mitarbeitende müssen Diskriminierung nachweisen – sondern Unternehmen müssen zeigen, dass sie fair bezahlen.

Das heißt konkret:

  • Gehaltsstrukturen müssen nachvollziehbar und objektiv sein
  • Lohnunterschiede über 5 % müssen erklärt oder korrigiert werden
  • Prozesse zur Dokumentation und Kommunikation von Gehalt und Vergütung werden Pflicht

Kurz gesagt: Wer jetzt keine sauberen Systeme hat, bekommt bald ein Problem. Im Blogartikel zum Thema EU-Entgelttransparenzrichtlinie erklären wir alles im Detail und eine Rechtsexpertin hilft bei der rechtlichen Einordnung.

Illustration Werkzeugbox

Bist du als Arbeitgeber auf die neuen Anforderungen der kommenden EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereitet?

Auf unserer Themenseite findest du alle notwendigen Informationen und hilfreiche Unterstützung für die Umsetzung:

  • Detaillierte Erklärungen zum Gesetz und zur EU-Richtlinie
  • Aufschlussreiche Webinare mit Experteneinblicken
  • Praktische Checkliste zur Umsetzung
  • Hilfreiche Ressourcen für die HR-Abteilung

Studie zeigt: Viele Unternehmen sind (noch) nicht startklar für die EU-Entgelttransparenzrichtlinie

Die Stepstone-Umfrage unter über 100 österreichischen HR-Verantwortlichen offenbart deutliche Lücken in der Vorbereitung. Zwar setzen viele Unternehmen bereits einzelne Maßnahmen um – aber eine durchgängige, systematische Vorbereitung auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie fehlt häufig.
Besonders auffällig: Wichtige Instrumente zur Datenanalyse und Gehaltskommunikation sind bislang wenig verbreitet – dabei werden sie künftig essenziell sein.

  • 41 % haben keine klaren Gehaltsstrukturen (Gehaltsbänder etc.)
  • 31 % haben kein leistungsbasiertes Vergütungssystem
  • Nur 38 % nutzen ein HR-System zur Gehaltsdokumentation
  • 56 % der größeren Unternehmen (100+ MA) haben noch nie Gehaltsanalysen durchgeführt

Warum reagieren Unternehmen so zögerlich?

Die Gründe sind vielfältig – aber vor allem: Unsicherheit und Sorge vor Konflikten.

  • 59 % der Unternehmen erwarten hitzige Diskussionen im Team, wenn Gehaltsunterschiede sichtbar werden
  • 44 % befürchten konkrete Spannungen oder Unzufriedenheit
  • 43 % sehen den steigenden Verwaltungsaufwand als Problem
  • Nur 14 % glauben, dass mehr Transparenz zu mehr Zufriedenheit führt
Porträt Nikolai Dürhammer

Viele Unternehmen warten noch auf einen konkreten Gesetzesentwurf – doch womöglich wird dann die Zeit für die Umsetzung knapp. Wer vorbereitet sein will, sollte jetzt aktiv werden.

Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von Stepstone Österreich & Schweiz

Wo steht dein Unternehmen im Vergleich?

Wenn du dich gerade fragst: “Sind wir besser oder schlechter vorbereitet als andere?”…dann lohnt sich ein realistischer Blick auf die eigene Organisation. Hier ein paar Fragen zur Selbst-Checkliste:

  • Haben wir klare Gehaltsstrukturen (Gehaltsbänder, Stufenmodelle)?
  • Nutzen wir ein HR-System, das Gehaltsdaten nachvollziehbar dokumentieren kann?
  • Führen wir regelmäßige interne Gehaltsvergleiche oder Pay-Gap-Analysen durch?
  • Wissen Führungskräfte, wie sie über Gehalt sprechen sollen – und tun sie das strukturiert?

Was du jetzt konkret tun kannst

  • Bestandsaufnahme machen: Wo stehen wir wirklich? Welche Prozesse fehlen?
  • Interne Projekte starten: Gehaltsstruktur entwickeln, Benchmarks analysieren, HR-Systeme evaluieren
  • Mitarbeitende mitnehmen: Kommunikation zur neuen Richtlinie vorbereiten – frühzeitig, transparent, sensibel
Pictogramm Circle Check

Tipp: Wer jetzt proaktiv wird, kann Vertrauen stärken und unnötige Konflikte vermeiden.

Fazit: Die Uhr tickt

Die meisten Unternehmen sind (noch) nicht bereit. Aber wer sich jetzt vorbereitet, hat einen klaren Vorteil – nicht nur, was Compliance betrifft, sondern auch für eine moderne, faire Unternehmenskultur. Wie sieht es bei euch im Unternehmen aus? Seid ihr auf Kurs – oder wird es Zeit für ein Projekt „Transparenz 2026“?