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masken_web Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!

Maskenball
Der Belgier Frederic Laloux, ein gefragter Berater, Coach und Autor, spricht davon, dass heute in fast allen Unternehmen und Organisationen ein bewusster oder unbewusster Druck auf Mitarbeiter und Führungskräfte besteht, sich mit einem „professionellem ICH“ zu zeigen und aufzutreten. Das führt dazu, dass die Menschen „Masken“ tragen und sich sozusagen nicht als ganzheitliches Wesen zeigen.  

Die meisten Menschen, mit denen Laloux sprach, meinten, dass das nicht stimmt und dass sie dieselbe Person in der Arbeit und zu Hause sind. Das bedeutet schlichtweg nur, dass wir diese Masken schon so lange tragen, dass wir es schon vergessen haben.

Wenn man den Ausführungen von Laloux folgt, so sieht die Realität in der Arbeitswelt wie folgt aus.

Ego/Höheres Selbst

In den meisten Unternehmen ist es völlig in Ordnung, sein Ego in den Vordergrund zu stellen. Jeder Mensch hat ein Ego, das ist der Teil, der Erfolg, Anerkennung und Beachtung haben will. Das ist auch der Teil, der Recht haben will oder der immer für etwas kämpfen möchte. Es gibt es aber noch einen anderen Teil in uns, ob wir ihn nun unser höheres Selbst oder tieferes Ich oder unsere Herzensstimme oder Seele oder Geist nennen, spielt keine Rolle. Dieser Teil wird meist verdrängt, weil er nicht gezeigt werden darf.

Stellen Sie sich vor, ein junger kreativer Mensch wird in einem Marketing-Unternehmen angestellt und nach einem Jahr stellt er oder sie in einem Meeting die Frage, was das Unternehmen eigentlich macht? Das Unternehmen kreiert Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte in Menschen, um Produkte zu kaufen, die ihre Sehnsüchte gar nicht erfüllen können und die sie eigentlich gar nicht brauchen. Glauben Sie, dass dieser Mitarbeiter mit dieser zukunftsweisenden Denkweise in einem traditionellen Unternehmen eine lange Karriere haben wird? Also wird er oder sie diesen Anteil „verstecken“ und das Ego in den Vordergrund stellen. Somit zeigt sich diese Person nur mehr zur Hälfte Vielleicht hört die Person selbst dann auch nicht mehr auf diese Stimme, hat somit keinen Zugang mehr dazu und spielt lieber die Ego-Spielchen mit.

Maskuline/feminine Seite

Jeder Mensch hat eine maskuline und feminine Seite. Die maskuline Seite wird meist favorisiert. Die maskuline Seite sagt immer, dass sie weiß, was sie tut, es gibt keinen Zweifel und geht voraus. Die feminine Seite hingegen möchte dem Zweifel zuhören, Fragen stellen, die Dinge langsamer angehen Fehler zugehen. Mit diesem Teil macht man selten Karriere. Menschen treten somit maskuliner auf sie es eigentlich in sich haben. Und wieder wird dieser Teil „versteckt“ und wir zeigen uns nur mehr mit einem Viertel.

Rationaler/Emotionaler/Spiritueller/Intuitiver Teil

So kann man weitermachen. Jeder Mensch trägt einen rationalen Teil in sich, der immer Argumente liefern kann. Der intuitive Teil kann keine Argumente liefern. Emotionen in der Arbeitswelt sind nicht erwünscht und man weiß auch nicht, damit umzugehen und mit Spiritualität schon gar nicht.

Wir fühlen uns sicher, aber nicht lebendig

Dieses Bild veranschaulicht sehr gut, dass wir uns nur mehr zu einem Sechzehntel zeigen. Wir fühlen uns zwar sicher, aber wenig lebendig. Und so leblos sind dann auch die Unternehmen und Organisationen.

Sich nicht zu zeigen, kostet auch Kraft und Lebensenergie

Einerseits steckt dahinter die Angst, nicht angenommen, anerkannt, wertgeschätzt zu werden, wenn man sich in seiner ganzen Pracht und Blüte zeigt. Andererseits geht somit ganz viel Energie, Potenzial und Power verloren – sowohl beim Menschen selbst, aber auch im Unternehmen bis hin in der Gesellschaft.

Dies kann auch die wahre Ursache für diverse psychische Erkrankungen wie Depression oder Boreout sein.

Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!


Wie wäre es, wenn jeder Mensch seine Persönlichkeit zeigen, entwickeln und mehr von seinem Potenzial entfalten könnte? Wie sehen unsere Unternehmen, unsere Arbeitswelt und unsere Gesellschaft aus?

 

Autorin Irene Galler

Persönlichkeits- und Bewusstseinscoach (www.ganzheitscoaching.at)

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