Wer Probleme löst, bekommt den Job

Der klassische Jobbewerber ist tot – lang lebe der Problemlöser.

Weil täglich hunderte Bewerbungsschreiben auf den Tischen von Personalverantwortlichen landen, wundert es kaum, dass die Antwortrate auf klassische Bewerbungen gleich Null ist. Wer aus der Masse herausstechen will, sollte sich daher eine neue Taktik zulegen, mit der man gehört – und im besten Fall eingestellt wird.

Welcher Personaler hat schon die Zeit, tagein, tagaus die selben Floskeln und Phrasen zu lesen: „… hat mich Ihr Jobinserat als … sehr angesprochen“, „kann langjährige Erfahrung als … einbringen“, „würde mich freuen, Ihr Unternehmen unterstützen zu dürfen…“ Auftritt des Problemlösers: Wer seinem künftigen Vorgesetzten glaubhaft darlegen kann, welche Probleme im Unternehmen er für ihn lösen kann und wird, und mit welchen Methoden er das zu tun gedenkt, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

Kompetenzen unter Beweis stellen, ohne anzugeben

Zum einen stellt der Problemlöser so seine eigenen Kompetenzen unter Beweis, ohne in langatmige Aufzählungen seiner Ausbildung und des Werdegangs zu verfallen, die ohnehin niemanden interessieren. Und zum anderen legt der Problemlöser den Finger in genau die Wunden, die Unternehmen gerade am meisten zu schaffen machen – und ist damit zwangsläufig einen genaueren Blick wert. Wir zeigen Ihnen in einem anderen Artikel  Bewerbungstrends, mit denen Sie garantiert nicht baden gehen.

 

Jedes Unternehmen hat Probleme

Fakt ist, dass jedes Unternehmen Probleme hat, die es lösen möchte. Ob es ein konkurrierendes Produkt am Markt ist, zu viele Mitarbeiter, die in zu kurzer Zeit kündigen, oder technologische Entwicklungen im digitalen Zeitalter, all das sind Herausforderungen, die ganz konkrete Probleme im Arbeitsalltag mit sich bringen. Je nach eigenen Stärken und Qualifikationen lohnt es sich daher, Unternehmen zu finden, die genau mit den Problemen zu kämpfen haben, für die man ausgebildet ist – und diese Firmen gezielt anzuschreiben, auch wenn aktuell kein Jobangebot vorliegt.

 

Einfache Problemlösungshypothesen

Idealerweise an eine konkrete Person adressiert, die gerade mit diesen Themen zu tun hat, stellt ein Problemlöser dann eine Hypothese auf, warum dieses Problem existiert – und bietet sich als Problemlöser an. Die Hypothese sollte so einfach wie möglich sein: „Sie haben ein Meerschweinchen? Haben Sie von dem schlimmen Meerschweinchenausschlag gehört, der jetzt in der Stadt umgeht?“

 

Erfolgsgeschichten zählen

Ein Lohnbuchhalter könnte beispielsweise die Probleme lösen, die ein schnelles Wachstum mit vielen neuen Mitarbeitern mit sich bringt – etwa dass Angestellte falsch oder nicht rechtzeitig bezahlt werden, Steuerabzüge nicht richtig verrechnet werden oder Mitarbeiter Fragen zu ihrer Bezahlung haben. Die Problemaufstellung wird ergänzt durch eine Geschichte, wie man selbst in der Vergangenheit bereits mit ähnlichen Problemen umgegangen ist: „In der Firma XY habe ich die Lohnverrechnung täglich auf dem neuesten Stand gehalten und täglich Dutzende von Anfragen zu Gehaltszetteln beantwortet, während wir in kurzer Zeit von 15 auf 650 Mitarbeiter gewachsen sind.“

 

Aktuelle Herausforderungen annehmen

Um seine Kompetenzen übrigens wirklich herausstechen zu lassen, eignet sich eine aktuelle Herausforderung, vor der das Unternehmen steht – ob das die Erweiterung, eine Neugründung, Kundensuche oder ein neues Produkt ist. Erste Hinweise darauf gibt die tagesaktuelle Berichterstattung in den Medien, aber auch Vorträge und Presseberichte des Unternehmens selber.

Wer solcherart die Verknüpfung vom tagesaktuellen Unternehmensgeschäft mit seiner eigenen Person und seinen Kompetenzen schafft, hat schon mal mehr als einen Fuß in der Tür – und mit Sicherheit einen Personalverantwortlichen, der auch den Rest der Bewerbung liest, die er gerade in Händen hält.

Bildnachweis: lucadp/Quelle: www.istockphoto.com

Bewerbungsratgeber

Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch & vieles mehr im handlichen StepStone Bewerbungsratgeber

Aktuelle Jobs

Hier finden Sie passende Artikel: