Jobinterview: No Gos in den ersten Minuten

Der erste Eindruck bekommt keine zweite Chance!
Die ersten Sekunden im Jobinterview können über die nächsten Jahre im Traumjob entscheiden. Diese sechs No Gos im Jobinterview sollten Sie vermeiden.

Der erste Eindruck zählt, das gilt für jedes Jobinterview. Recruiter scannen Bewerber bereits in den ersten Sekunden. Da empfiehlt sich ein kleiner Benimmratgeber für den optimalen ersten Eindruck im perfekten Vorstellungsgespräch. So geht’s: Idealerweise sind Sie bereits 5 bis 10 Minuten vor dem Interview am vereinbarten Interviewort. Dann haben Sie noch genug Zeit, um zu verschnaufen, noch einmal auf die Toilette zu gehen, Frisur und Kleidung zu richten und – mehr oder weniger – entspannt auf Ihren Interviewpartner zu warten. Ein professioneller Einstieg ins Gespräch hilft, um einen bestmöglichen ersten Eindruck zu hinterlassen. Soweit so gut. Es wird ernst, der Recruiter nähert sich sicheren Schrittes. Was nun? Schreiend die Flucht ergreifen oder einen seriösen Eindruck hinterlassen? Unser Tipp: Probieren Sie es mit dem seriösen Eindruck.

 

Worauf achten Recruiter, wenn Sie sich einem Kandidaten nähern?

Wie schon der bekannte Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeut Paul Watzlawik sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Soll heißen: Bevor wir überhaupt mit der inhaltlichen Konversation beginnen, startet bereits der Wahrnehmungsprozess des Recruiters. Er/Sie denkt: „Wer ist der Kandidat? Passt er ins Unternehmen? Wie tickt der Bewerber? Aha, zu spät! Naja, der hätte sich beim Outfit auch mehr Mühe geben können. Oh, schwacher Händedruck, ein bisschen zu ernst, ein bisschen zu unseriös, etc.“ Wir kennen das ja von uns selbst. Ganz klar, Bewerber hinterlassen durch ihr Auftreten, ihre Körperhaltung, Gestik und Mimik, sowie Sprache und Kleidung einen ersten Eindruck beim Recruiter, noch bevor der erste Blickkontakt, der erste Handshake oder gar der erste Satz ausgetauscht wird. Kleiner Tipp am Rande: Packen Sie Ihr Smartphone lieber in die Tasche und schalten es auf lautlos.

 

Der erste Eindruck: so läuft nichts schief

•  Körperhaltung: Stehen Sie aufrecht, mit erhobenem Haupt, Verteilen Sie das Gewicht auf beide Beine, lassen Sie die Hände entspannt neben dem Körper hängen (Keine geknickte Hüfte, Hände aus den Hosentaschen, Schultern zurück & Brust raus).

•  Gestik: Falls Ihre Hände mitsprechen, dann achten Sie darauf, dass Ihre Handbewegungen etwa zwischen Schultern und Gürtel stattfinden. Gestiken oberhalb der Schultern vermitteln Nervosität und Panik, Gestiken unterhalb der Gürtelhöhe sind zu intim.

•  Mimik: Ein freundliches Auftreten mit einem entspannten Lächeln im Gesicht und einem Augenkontakt, der mehrere Sekunden anhält sind bei jedem Vorstellungsgespräch erwünscht. Beachten Sie: Dauergrinsen ist nicht angesagt, aber ein freundliches Wesen vermittelt Sympathie und Zuversicht.

•  Kleidung: Kleidung sagt viel über Ihr Selbstbild aus. Speziell bei Jobinterviews ist ein gepflegtes Auftreten mit sauberer Kleidung besonders wichtig. Ihre Kleidung sollte niemals zu lässig, zu bunt, zu teuer oder zu klein sein. Grundsätzlich gilt: Der Dress Code sollte der Branche entsprechen.

 

6 NoGos im Jobinterview

1. No Go: Mit ausgestreckter Hand auf den Recruiter zugehen: Nun geht es los, kein Zurück mehr. Doch Halt, nicht zu stürmisch. Normalerweise eröffnet der Interviewer, sprich der Recruiter, das Gespräch. Er wird Sie vermutlich erst einmal auffordern, den Raum zu betreten. Dabei sollten Sie gleich einen allgemeinen, freundlichen Gruß aussprechen, etwa so: „Grüß Gott“. Allerdings sollten Sie abwarten, ob der Interviewer oder die anwesenden Personen Ihnen den Handschlag anbieten. Darüber entscheidet der Gastgeber. Falls der Gastgeber Ihnen keinen Handschlag anbietet, dann halten Sie ein paar Sekunden Blickkontakt und nicken freundlich in die Runde.

2. No Go: Unaufgefordert Platz nehmen: Meist steht ein Stuhl für den Bewerber bereit, manchmal stehen auch mehrere Stühle um einen Tisch. Warten Sie bis Ihnen ein Platz angeboten wird, falls der Sessel ganz offensichtlich für Sie reserviert ist, dann können Sie auch, bevor Sie sich setzen kurz und höflich fragen „darf ich?“. Warten Sie die Antwort des Recruiters ab, dann erst setzten Sie sich. Im Zweifelsfall können Sie auch darauf warten, bis sich der Recruiter setzt, dann können Sie ihm folgen.

3. No Go: Barriere aufbauen: Wohin mit der Handtasche? Eine gute Frage. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Handtasche neben Ihren Stuhl auf den Fußboden platzieren. Keines Falles sollte sie die Tasche auf dem Tisch abstellen oder auf Ihrem Schoß lassen. Getränke stellen Sie am besten seitlich in Reichweite, Sie könnten sie ja irrtümlich im Gespräch umstoßen.

4. No Go: Small Talk: Häufig beginnen Interviews mit ein bisschen Small Talk, der Recruiter fragt Sie ob Sie gut hergefunden haben oder wie Sie über das Wetter denken. Auf diese Fragen sollten Sie locker und freundlich eingehen, jedoch sollten Sie nicht gleich Ihren Lebenslauf erzählen oder detailliert auf Ihre Anreise eingehen. Ganz kurz angebunden beim Small Talk macht jedoch auch einen wortkargen, desinteressierten Eindruck. Daher gilt: Lassen Sie sich auf ein lockeres Gespräch ein, aber übertreiben Sie es nicht.

5. No Go: Den Interviewer um den Lebenslauf bitten, um Fragen zu beantworten: Idealerweise sollten Sie eine Kopie Ihrer Bewerbung dabei haben. Keines Falles sollten Sie den Recruiter darum bitten Ihnen eine Kopie Ihrer Bewerbung zur Verfügung zu stellen. Falls der Recruiter selbst Ihren Lebenslauf nicht bei der Hand haben sollte, dann bieten Sie Ihm gleich eine Kopie, die Sie mitgebracht haben, an.

6. No Go: Übertriebenes, aufgesetztes Verhalten: Bleiben Sie authentisch. Es hat wenig Sinn, wenn Sie sich im Vorstellungsgespräch anders geben, als Sie dann in der Realität tatsächlich sind. Aufgesetztes Verhalten, kommt meist nicht gut an. Daher gilt: Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite, aber verstellen Sie sich nicht. So, die ersten Minuten des Jobinterviews haben sie bereits überstanden. Viel Glück für den Rest.

Bildnachweis: phototechno/Quelle: www.istockphoto.com

Bewerbungsratgeber

Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch & vieles mehr im handlichen StepStone Bewerbungsratgeber

Aktuelle Jobs

Hier finden Sie passende Artikel:

Lücken im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf sind menschlich. Verkaufen wir sie beim Vorstellungsgespräch auch richtig?