Die klassische Bewerbungsmappe

IN oder OUT?
Der aktuelle Trend hält weiterhin an: Immer mehr Firmen setzen heutzutage auf Online-Bewerbungen. Hier kann die digitale Bewerbungsmappe eingesetzt werden, ist im Inserat jedoch eine Bewerbung per Post gewünscht, macht es Sinn, seine Bewerbungsunterlagen in einer klassischen Bewerbungsmappe zu strukturieren.

Darüber hinaus können Sie außerdem eine Bewerbungsmappe zum Bewerbungsgespräch mitbringen. Im Regelfall drucken Personaler Ihre Unterlagen zwar aus, Sie können aber dennoch einen organisierten und strukturierten Eindruck hinterlassen, wenn Sie die Unterlagen schön geordnet in einer ansprechenden Mappe zur Verfügung stellen. Dadurch bleiben Sie auch über das Gespräch hinaus im Gedächtnis und können positiv aus der Vielzahl der Bewerber herausstechen. Sehen Sie weitere Bewerbungstipps auf einen Blick und starten Sie gestärkt in den kommenden Bewerbungsmarathon.

 

Form und Aufbau der Bewerbungsmappe

✔ Farbe der Bewerbungsmappe:

So wie auch das Outfit im Bewerbungsgespräch auf das Unternehmen und die Branche abgestimmt werden sollte, empfiehlt sich das auch bei der Auswahl der Bewerbungsmappe. Handelt es sich um eine konservativere Branche, sind dezente, gediegene Farben angebracht. In kreativen Branchen darf auch die Bewerbungsmappe durch ein kreatives Design und ansprechende Farben gestaltet sein. Eine weitere Möglichkeit ist auch die Abstimmung der Farbe auf jene des Unternehmenslogos. Damit signalisieren Sie, dass Sie sich viele Gedanken über die Bewerbung gemacht haben und nicht wahllos dieselbe Bewerbung an dutzende weitere Unternehmen versendet haben. Unser Tipp: Achten Sie außerdem darauf, dass die Layoutfarbe Ihrer Dokumente auf die Farbe der Bewerbungsmappe abgestimmt ist, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen.

 

✔ Form der Bewerbungsmappe:

In zwei Bereichen können Sie hier punkten: eine gut ausgewählte Mappe und Papier von hoher Qualität– etwas dicker als reguläres Druckerpapier (90 oder 100 Gramm). Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass die Bewerbungsmappe nicht gebunden ist. Denken Sie daran, dass gewisse Teile Ihrer Mappe vielleicht für die zuständigen Personen kopiert werden müssen. In diesem Fall ist es praktischer, wenn die einzelnen Blätter einfach herausgenommen werden können. Lassen Sie die Finger davon, all Ihre Unterlagen in einer Klarsichthülle zu überliefern – auch das ist wenig praktikabel. Ebenso vermittelt ein Schnellhefter keinen sehr professionellen Eindruck, denn dadurch müssen die einzelnen, darin enthaltenen Dokumente gelocht werden. Auch wenn viele gerne zu einer dreiteiligen Bewerbungsmappe greifen, bietet diese einen entscheidenden Nachteil: Sie bietet keine Möglichkeit für ein Deckblatt. Während andere Bewerbungsmappen am Tisch des Personalers also bereits von außen wichtige Informationen liefern, sind die einzigen Worte, die auf der dreiteiligen Bewerbungsmappe erscheinen: „Bewerbung“. Dadurch geht diese Version in einem Berg an Bewerbungsunterlagen unter. Eine gute Alternative ist der Klemmordner. Hier können die Unterlagen einfach herausgenommen werden und durch einen Deckel aus durchsichtigen Kunststoff ist das Deckblatt gleich auf den ersten Blick ersichtlich. Solche Klemmordner gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen. Bedenken Sie bei der Auswahl: Je anspruchsvoller der Job, für den Sie sich bewerben, desto professioneller und hochwertiger sollte die Ausführung der Bewerbungsmappe sein. Bei den meisten Personalern kommt eine Mappe aus Karton besser an als eine aus Kunststoff – achten Sie jedoch darauf, dass das Deckblatt auf den ersten Blick sichtbar ist, wie beispielsweise durch ein Sichtfenster.

 

✔ Layout der Bewerbungsmappe:

Für welches der zahlreichen Designs Sie sich entscheiden, bleibt generell Ihnen überlassen. Beachten Sie jedoch, dass es von der Branche abhängig ist, wie kreativ oder konservativ es ausgeführt ist. Branchenübergreifen ist es jedoch immer wichtig, dass Sie dem ausgewählten oder selbst erstellten Design und Layout auch treu bleiben – es sollte sich durch die gesamte Bewerbungsmappe ziehen und nicht von Seite zu Seite wechseln.

 

✔ Inhalt der Bewerbungsmappe:

Die Bewerbungsmappe sollte die folgenden Unterlagen in der folgenden Reihenfolge enthalten:

1. Deckblatt:

Zwei Aspekte sind bei der Gestaltung des Deckblattes von großer Bedeutung: Es sollte die wesentlichsten Informationen enthalten und auch optisch ansprechend sein. Der Empfänger der Bewerbungsmappe sollte bereits auf dem Deckblatt alles Wichtige sehen: Name, Anschrift, Kontaktinformationen telefonisch sowie via E-Mail, für welche Stelle die Bewerbung ist sowie ein kleines Inhaltsverzeichnis, damit er weiß, was ihn darin erwartet. Ein Bewerbungsfoto rundet das Deckblatt ab. Durch Ihr eigenes Design können Sie sichergehen, dass es keinen anderen Bewerber gibt, der dasselbe verwendet. Unser Artikel über das perfekte Deckblatt gibt Ihnen zusätzliche Tipps, die für die Erstellung hilfreich sind.

 

2. Anschreiben:

Das Anschreiben drückt in einem Fließtext das aus, was Sie zu der Bewerbung bewogen hat. Darin ergründen Sie Ihre Motivation zur Ausübung der ausgeschriebenen Stelle auf der einen Seite und welche Ausbildungen und Berufserfahrungen Sie dazu qualifizieren auf der anderen Seite. Es sollte am Ende des Anschreibens logisch hervorgehen, weshalb Sie die ideale Besetzung für die Stelle darstellen. Weitere Tipps zur Erstellung erfahren Sie in unserem Artikel über das perfekte Bewerbungsschreiben. Denken Sie auf jeden Fall daran, das Anschreiben nach dem Ausdrucken handschriftlich zu unterschreiben.

 

3. Lebenslauf:

Der Lebenslauf bietet tabellarisch einen Überblick über Ihre bisherigen Erfahrungen – sowohl die Ausbildung betreffend als auch die bisherige Berufserfahrung. Auch Zusatzqualifikationen, Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse und Soft Skills finden darin ihren Platz. Gezielte Tipps zur Erstellung sowie unterschiedliche Vorlagen können Sie in unserem Artikel über den perfekten Lebenslauf abrufen. Wie auch das Anschreiben sollte der Lebenslauf am Ende handschriftlich unterschreiben werden.

 

4. Zeugnisse:

Bei der Auswahl von Zeugnissen oder Empfehlungsschreiben sollten Sie sich generell auf jene beschränken, die für die Stelle relevant sind. Ist die Auswahl getroffen, reihen Sie Dienstzeugnisse an erster Stelle und Ausbildungszeugnisse an zweiter. Bezüglich der Ausbildungszeugnisse genügt jenes des letzten und höchsten Abschlusses (z.B. Studienabschluss oder Maturazeugnis). Zeugnisse von Zusatzausbildungen oder Weiterbildungen nur dann, wenn sie auch für die Stelle relevant sind. Legen Sie niemals Originale bei, sondern lediglich Kopien.

 

 5. Arbeitsproben:

Diese sollten Sie nur dann anfügen, wenn es in der Branche üblich ist bzw. wenn sie auch im Stelleninserat gefordert werden. Branchen, in denen Arbeitsproben gerne gesehen werden: Grafiker, Architekten, Designer, Journalisten, Texter, Redakteure.

Keine dieser Dokumente sollten beidseitig bedruckt sein. Erstens laufen Sie damit Gefahr, dass die Rückseite gänzlich übersehen wird und zweitens ist es für die unternehmensinterne Handhabung wenig komfortabel.

 

Arbeitsprobenmappe

Eine besondere Form der Bewerbungsmappe stellt die Arbeitsprobenmappe dar. Diese kommt nicht ganz so häufig zum Einsatz, es gibt jedoch Branchen, in denen sie durchaus Sinn machen: bei Grafikern, Architekten, Designern, Journalisten, Textern und Redakteuren. Sofern Arbeitsproben nicht ohnehin schon mit den Bewerbungsunterlagen angefordert wurden, können Sie eine Arbeitsprobenmappe direkt zum Bewerbungsgespräch mitbringen. Dadurch haben Sie konkrete Anknüpfungspunkte an bisherige Berufserfahrungen und können dem potentiellen Arbeitgeber einen Überblick über Ihr Portfolio und Ihre besten Kreationen zeigen. Dadurch hat er einen besseren Einblick in Ihre Arbeitsweise und was Sie leisten können. Wenn Sie dem Gesprächspartner die Arbeitsprobenmappe nach dem Bewerbungsgespräch überlassen, sorgt dies außerdem dafür, dass Sie länger in Erinnerung bleiben und durch die Ihre Strukturiertheit und Ihr Vorausdenken einen positiven Eindruck hinterlassen. Folgende drei Tipps sind bei der Erstellung einer Arbeitsprobenmappe zu beachten:

 

Tipp 1: Weniger ist mehr! Eine aussagekräftige Auswahl von maximal zehn Arbeitsproben hinterlässt einen besseren Eindruck als eine unübersichtliche Mappe mit hunderten Arbeitsproben.

Tipp 2: Wählen Sie nur jene Arbeitsproben, auf die Sie stolz sind und die Ihr Können bestens in Szene setzen – auch wenn der Umfang dadurch etwas kleiner wird.

Tipp 3: Wenn Sie eine Vielzahl an Arbeitsproben zur Verfügung haben, wählen Sie daraus so aus, dass das gesamte Spektrum Ihres Könnens gut abgedeckt ist. Mehrere Arbeitsproben, die recht ähnlich sind, langweilen den Betrachter oder Leser.

Tipp 4: Erstellen Sie ein aussagekräftiges Deckblatt mit Name, Adresse, Kontaktmöglichkeiten und – ganz wichtig – einem Inhaltsverzeichnis. Mit diesem Inhaltsverzeichnis können Sie sicherstellen, dass der Personaler auch nach dem Bewerbungsgespräch die unterschiedlichen Arbeitsproben noch richtig zuordnen kann.

 

Digitale Bewerbungsmappe

Da die meisten Unternehmen dazu übergegangen sind, Bewerbungsprozesse online abzuwickeln, rücken digitale Bewerbungsmappen immer mehr in den Vordergrund. Vor allem bei Bewerbungen per E-Mail erleichtern Sie dem Unternehmen die Durchsicht Ihrer Dokumente, wenn Sie diese in einem einzigen PDF – am besten in Form einer einheitlich gestalteten Bewerbungsmappe – versenden. In einem weiteren Artikel zeigen wir Ihnen, warum und wie Sie Ihre Bewerbung als PDF-Datei verschicken.

Mit unseren Tipps erstellen Sie die perfekte digitale Bewerbungsmappe:

1. Klarer Absender:

Auch bei Online-Bewerbungen zählt der erste Eindruck, der Professionalität und Übersichtlichkeit vermitteln sollte. Das betrifft nicht nur den Text Ihrer E-Mail und den Anhang, sondern beginnt bereits bei Ihrer E-Mail-Adresse. Achten Sie darauf, dass Sie keine Fantasienamen oder nicht zuordenbare Buchstaben-Zahlen-Kombinationen verwenden. Wählen Sie stattdessen eine E-Mail-Adresse, die Ihren Vor- und Nachnamen gut leserlich enthält: vorname.nachname@provider.at / vorname_nachname@provider.at

Sollten Sie keine solche E-Mail-Adresse besitzen, macht es für Bewerbungen und offiziellere Korrespondenzen durchaus Sinn, ein eigenes E-Mail-Konto dafür anzulegen. Sie können vermeiden, zu viele Postfächer checken zu müssen, indem Sie die dort eingehenden Nachrichten automatisch an Ihr reguläres Konto weiterleiten.

 

2. Metadaten im PDF nicht vergessen:

Im jedem PDF sind Metadaten versteckt, die zum Beispiel Aufschluss darüber geben können, wann das Dokument erstellt wurde. Die meisten Dokumente liegen Ihnen vermutlich ohnehin als Word-Datei vor. Das erneute Erstellen der PDF Datei vor dem Aussenden der Bewerbung nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Nichts ist peinlicher, als wenn der potentielle Arbeitgeber sieht, wie alt die Unterlagen eigentlich sind und dass Sie damit auch definitiv nicht für Ihn erstellt wurden.

 

3. Aufbau fast wie bei der gedruckten Bewerbungsmappe:

Der Aufbau der digitalen Bewerbungsmappe ist jener der gedruckten Variante sehr ähnlich. Der einzige Unterschied: Das Anschreiben wird bei der digitalen Version direkt ins E-Mail kopiert und stellt daher keinen Bestandteil der Bewerbungsmappe dar. Der Aufbau ist also folgendermaßen:

1. Deckblatt inkl. Inhaltsverzeichnis
2. Lebenslauf
3. Zeugnisse
4. Arbeitsproben – falls gewünscht und zur Branche passend

Achten Sie darauf, dass der Lebenslauf auch in der digitalen Bewerbungsmappe unterschrieben sein sollte. Die einfachste Möglichkeit wäre, auf einem weißen Zettel zu unterschreiben und dies abzufotografieren und das Bild am Ende des Lebenslaufes einzufügen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Hintergrund dieselbe Farbe hat wie das Dokument, damit unschöne Ränder vermieden werden können.

 

4. Im Anschreiben auf die Bewerbungsmappe verweisen

Es empfiehlt sich, im Anschreiben einen Verweis auf die Bewerbungsmappe aufzunehmen und auch darauf hinzuweisen, was der Empfänger darin vorfinden wird. Hier ein Beispiel:

Anbei finden Sie meine Bewerbungsmappe, in der Sie nähere Informationen zu meiner Person, meinen bisherigen Berufserfahrungen und Ausbildungen erhalten sowie Arbeitszeugnisse und Arbeitsproben bisheriger Tätigkeiten einsehen können.

Damit ist auf einen Blick erkennbar, welchen Mehrwert der Empfänger durch das Öffnen des Dokumentes hat und welche Informationen ihn dabei erwarten. Was wirklich wichtig im Anschreiben ist, ist der Schlussteil Ihres Anschreibens, wir zeigen Ihnen Ihren ultimativen Schlusssatz.

Sollte das Unternehmen mit Online-Bewerbungsformularen arbeiten, gibt es auch hierbei einiges zu beachten. Unser Artikel über das Ausfüllen von Online Bewerbungsformularen liefert Ihnen hilfreiche Tipps und Tricks dazu. Wenn Sie mit Ihren Bewerbungsunterlagen überzeugt haben, folgt als nächster Schritt meist das Bewerbungsgespräch. Wie sie sich bestens darauf vorbereiten, erfahren Sie in unserem Artikel über das perfekte Bewerbungsgespräch.

Möchten Sie Ihre Bewerbungsmappe in Ihre Bewerbungshomepage integrieren, dann haben wir für Sie den idealen Artikel dazu.

Bildnachweis: sturti/Quelle: www.istockphoto.com

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