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Was Sie in einem Vorstellungsgespräch erwartet

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Welche Fragen erwarten Sie und worauf zielen diese ab?

Bewerbungsgespräche folgen in der Regel einem Ablaufschema. Schaut man sich die Fragenkataloge der Rekruiter an, findet man schnell heraus, dass sich auch die Fragen an die Bewerber immer wiederholen. Bewerber können sich daher recht gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Damit die Vorbereitung noch besser klappt, zeigen wir Ihnen anhand von Beispielen, worauf die Fragen abzielen.

Wenn ein Personaler Einladungen zum Interview verschickt, geht es ihm immer darum, dass er/sie erfahren will, ob Sie die für den Job nötigen Qualifikationen besitzen und dass er Sie außerdem persönlich kennen lernen will. Von höchster Wichtigkeit ist es zu erfahren, ob Sie ins Team passen und ob Sie über die für die Stelle nötigen Soft Skills verfügen. Der Personalentscheider wird zudem Fragen klären, die sich in Zusammenhang mit der Analyse Ihrer Bewerbungsunterlagen ergeben und er wird versuchen zu erfahren, wie intensiv Sie sich im Vorfeld mit der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmen auseinander gesetzt haben. Deshalb werden Bewerber immer wieder mit ähnlichen Fragen konfrontiert. Einige davon stellen wir Ihnen im Folgenden vor

  • Qualifikation
  • Werdegang
  • Die vakante Position
  • Soft Skills
  • Ziele
  • Persönliche Herausforderungen
  • Problemlösungskompetenz
  • Teamwork
  • Stärken und Schwächen
  • Berufliche Ziele
  • Motivation
  • Qualifikation

Nach den üblichen Begrüßungsformalitäten zum Gesprächsstart geht das Interview in die Phase mit Fragen zu Ihrer beruflichen/schulischen Qualifikation. Man wird Sie auffordern, Ihren Lebenslauf, die wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs und Ihre aktuelle Tätigkeit zu beschreiben.

Mögliche Fragen zur Qualifikation:

  • Bitte geben Sie mir einen kurzen Überblick über Ihren Werdegang. Bitte beschreiben Sie kurz Ihr Studium und erläutern Sie, warum Sie diesen Studiengang gewählt haben.

    Häufige Antwort:"Nach der Matura habe ich zunächst Biologie studiert, bin dann jedoch auf Pharmazie umgestiegen. Im Hauptstudium habe ich die Schwerpunkte [...] belegt und nach dem Studium meinen ersten Job als [....] angetreten.......".

    Achtung: Der Interviewer kennt Ihren Lebenslauf bereits! Bitte lassen Sie sich nicht verleiten, hier langweilige chronologische Angaben abzuspulen, sondern konzentrieren Sie sich von Anfang an auf wesentliche Dinge. Setzen Sie Schwerpunkte und nutzen Sie diesen Einstieg ins Gespräch, um direkt auf Ihre beruflichen Stärken einzugehen.

  • Welche besondere Qualifikation besitzen Sie für die Stelle? Warum möchten Sie gerade in diesem Tätigkeitsbereich arbeiten?

    Häufige Antwort: "Das Inserat fand ich sehr interessant und ich glaube, meine Qualifikationen passen zu Ihren Anforderungen".

    Möglicherweise erübrigt sich die Frage für den Interviewer bereits aufgrund Ihrer Aussagen zum Werdegang. Denn dass Sie der Richtige für diese Stelle sind, sollte eine logische Konsequenz Ihrer bisherigen beruflichen oder schulischen Karriere sein. Interessanter Weise können die wenigsten Bewerber aber auf diese Standardfrage ein gute Antwort geben. In der Gesprächsvorbereitung sollten Sie sich also bereits Gedanken über die Beantwortung dieser Frage machen. Legen Sie schlüssig dar, warum diese Stelle der folgerichtige Schritt in Ihrer Karriere ist.

    TIPP: Durch eine taktische Gegenfrage, können Sie noch mehr zur vakanten Stelle heraus finden:
    "Ich denke, die Stelle gibt mir die Chance, mein Know-how in der Produkteinführung erfolgreich einzubringen und neue Erfahrungen in der Konzeption zu machen. Es ist doch so, dass die Konzepterstellung einen Tätigkeitsschwerpunkt darstellt?"

Soziale Kompetenz
In der nächsten Gesprächsphase erwartet Sie ein Fragenkomplex zu Ihrer Person. Jetzt möchte der Personaler erfahren, ob Sie die nötigen sozialen Kompetenzen für die Stelle mitbringen. Das sind nicht immer die gleichen, mal ist Teamfähigkeit gefragt, mal zählt das Durchsetzungsvermögen oder die Stressresistenz. Wir zeigen Ihnen hier einige Beispiele, wie wichtige Soft Skills hinterfragt werden:

Persönliche Herausforderungen und Problemlösungskompetenz:

  • Was war die größte Herausforderung, die Sie in den vergangenen fünf Jahren zu bewältigen hatten? Überlegen Sie bei solchen Fragestellungen, ob Sie lieber persönliche oder berufliche Dinge ansprechen, denn hier persönliche Erfolge anzusprechen, kann sich positiv auswirken, kann aber auch heikel sein.
    Ein Beispiel:

    "Ich habe meinen ersten Triathlon bewältigt. Das war eine sehr große Herausforderung, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Aber das Erfolgserlebnis, es geschafft zu haben, hat mich dazu animiert, nun aktiv für den Iron Man zu trainieren."

    Diese Antwort zeugt von einer Menge Selbstdisziplin und Ehrgeiz. Aber bedenken Sie, nicht jeder Gesprächspartner wird sich in Ihre Gefühlswelt hineinversetzen können. Ein Coach-Potato wird Ihren Erfolg wahrscheinlich nicht nachvollziehen können. Vielmehr überlegt der Personalentscheider in diesem Moment vielleicht, wie oft Sie wohl frühzeitig Feierabend machen, um zu trainieren.

    Sie gehen bei dieser Frage auf Nummer sicher, wenn Sie berufliche Erfolge konkret benennen oder berufsbegleitende Weiterbildungen anführen. Ihr Gegenüber will erfahren, wie Sie Herausforderungen meistern, worauf Sie stolz sind und was Sie anspornt. Legen Sie sich in der Gesprächsvorbereitung auf die Frage ein konkretes Beispiel zurecht. Das kann zum Beispiel der Aufbau eines neuen Produktzweiges sein, die Wiedergewinnung eines verlorenen Kunden oder die erfolgreiche Diplomarbeit am Ende des Studiums. Schildern Sie nicht jedes Detail der betreffenden Situation, sondern vielmehr mit welchen Hindernissen Sie zu kämpfen hatten und wie sie diese bewältigen konnten.
  • Standen Sie schon einmal vor einer Aufgabe, die Sie nicht lösen konnten? Wie sind Sie damit umgegangen?

    Diese Frage verunsichert viele Bewerber. Manche, weil Ihnen dazu nichts einfällt, anderen weil Sie darauf nicht vorbereitet sind und wieder andere weil sie nicht in schlechtem Licht da stehen wollen. Schade, denn wer hier nicht antwortet, steht im Verdacht sich nicht mit gescheiterten Projekten und unbewältigten Problemen auseinander zu setzen. Das zeugt von mangelnder Selbstreflektion. Jeder Mensch steht manchmal vor schier unlösbaren Aufgaben. Für den Interviewer ist es sehr wichtig zu erfahren, wie der Bewerber damit umgegangen ist. Bedenken Sie dies bei Ihrer Antwort und schildern Sie Ihre persönliche Herangehensweise. Wie haben Sie das Problem erkannt und analysiert? Haben Sie sich Hilfe von außen geholt? Haben Sie Analogien in anderen Aufgabenbereichen gesucht, um eine Lösung zu finden, die nicht direkt auf der Hand lag?

Arbeiten im Team:

  • Haben Sie schon mal erlebt, dass Teamwork nicht funktioniert und wenig effektiv war? Wie haben Sie sich verhalten? Es kommt häufig vor, dass Teamwork ineffektiv oder nervenaufreibend ist und das Team nicht mehr an einem Strang zieht. Wenn Sie Ihre Teamfähigkeit unterstreichen wollen - antworten Sie bitte nicht auf solche Weise:

    "Die Arbeitsauffassung im Team war sehr unterschiedlich, manche waren zielstrebiger als andere. Die ganze Arbeit blieb letztlich an mir und meiner Kollegin hängen. Wir haben das dann auf unsere Weise durchgezogen, damit das Projekt noch fertig werden konnte."

    Wer so antwortet, outet sich als schlechter Teamplayer ohne Problembewusstsein. Wenn Sie hingegen vermitteln können, dass Sie das Problem im Team offen angegangen sind können Sie Punkte sammeln:

    "Wir haben die Probleme in einer Teambesprechung offen angesprochen. Um für größte Sachlichkeit in der Runde zu sorgen, haben wir einen objektiven Kollegen aus der Abteilung XY als Moderator hinzugezogen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sich einige Kollegen mit der Aufgabe überfordert fühlten und der Zeitaufwand falsch eingeschätzt worden war. Gemeinsam wurden die Aufgaben neu verteilt und wir haben einen neuen Zeitplan bei unserem Vorgesetzten eingefordert."

Selbsteinschätzung:

  • Worin liegen Ihre persönlichen Stärken und Schwächen. Diese Frage kommt mit Sicherheit - bereiten Sie sich darauf vor. Nehmen Sie sich das Anforderungsprofil der angebotenen Stelle vor und belegen Sie Stärken, die für die Stelle besonders wichtig sind mit konkreten Beispielen. Wichtig ist es aber, dabei authentisch zu bleiben.

    Weit schwieriger ist die Stellungnahme zu den eigenen Schwächen. In der Vergangenheit wurde oft dazu geraten, vermeintliche Schwächen zu finden und diese dann in Stärken zu wandeln. Heute können Personalverantwortliche Standardantworten wie diese nicht mehr hören:

    "Mein Ehrgeiz treibt mich immer wieder an. Wenn es dann wie geplant läuft oder Kollegen nicht mitziehen, werde ich leicht ungeduldig."

    Schlecht sieht es aber auch aus, wenn Ihnen keine Schwächen einfallen. Man wird das Ihrer mangelnden Vorbereitung oder noch schlimmer Ihrer fehlenden Selbsteinschätzung zuschreiben. Reflektieren Sie im Vorfeld. Anhaltspunkte finden Sie zum Beispiel in Ihren bisherigen Zeugnissen und Beurteilungen. Finden Sie Schwächen, die Sie nicht daran hindern, die avisierte Stelle optimal auszufüllen. Indem Sie zugeben, dass Sie Ihre Schwächen kennen und bereit sind, daran zu arbeiten, sammeln Sie garantiert Punkte im Vorstellungsgespräch.

Berufliche Zielsetzung:

  • Wo wollen Sie beruflich in fünf Jahren stehen? Es ist nicht gefragt, eine Position zu benennen oder ein Zielgehalt anzuführen. Wenn Sie mit Ihrer Antwort überzeugen wollen, dann sollten Sie zeigen, dass Sie sich Gedanken gemacht haben über Ihre berufliche Zukunft und konkrete Ziele anführen. Diese Antwort erwartet man sich allerdings nicht von Ihnen:

    "In fünf Jahren will ich Leiter der IT-Abteilung in Ihrem Hause sein."

    Ziellose Bewerber, die sagen sie könnten sich dieses oder jenes oder auch etwas ganz anders vorstellen, machen es den Personalisten nicht leicht. Erläutern Sie Ihre klaren Vorstellungen mit Aussagen wie: "Ich sehe mich in verantwortlicher Stellung im Bereich XY, da ich gerne mit Menschen arbeite und Verantwortung trage. Außerdem ist mir wichtig, den internationalen Aspekt meiner derzeitigen Tätigkeit zu vertiefen, so dass ich hoffe, in fünf Jahren in grenzübergreifenden Projekten aktiv mitzuwirken......."

Motivation und Loyalität:

  • Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
    Warum wollen Sie gerade in unserem Unternehmen arbeiten?

    Diese Frage läutet meist die Endphase des Gesprächs ein. Nutzen Sie die Gelegenheit, um nochmals abschließend alles vorher gesagte in die Waagschale zu werfen. Wiederholen Sie kurz und knackig Ihre persönlichen Stärken und erläutern Sie, wie das Unternehmen von Ihrem Beitrag profitieren kann. Bedenken Sie, es geht nicht darum, welche Vorteile Sie ziehen können, sondern welche Vorteile das Unternehmen von Ihrer Einstellung hat. Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers und geben Sie ihm mit Ihrer Antwort möglichst viele Argumente für Ihre Person, die er intern weiter tragen kann.

© StepStone 2010

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