Der Schwindel der Bewerber und die unerreichbaren Anforderungen von seiten der Unternehmen
Bärbel Schwertfeger geht im Personalmagazin der Frage nach der Wahrheit in Bewerbungsgesprächen nach. Sie vermutet, dass Bewerber/innen in erschreckendem Ausmaß lügen und betrügen, um die offene Stelle zu bekommen.
Beispiele
Urlaube werden Kulturreisen genannt und Zeiten der Arbeitslosigkeit als Auszeit oder Lern-Karenz definiert. Schlimmer wird es, wenn es um die Fälschung von Zeugnissen geht. Laut einer Untersuchung sollen ein Drittel der Bewerbungen manipuliert bzw. gefälscht sein. Auch ein Trend zum Bewerbertourismus lässt sich verzeichnen. Darunter ist zu verstehen, dass sich Bewerber in eine Stadt oder zu einem Event einladen lassen, nur um den Ausflug zu genießen, aber sicher nicht aus Interesse an einem neuen Job.
Konsequenzen
Die Konsequenzen für die Unternehmen liegen im Sicherheitsbereich. So zeigte die Analyse eines Konzern-Sicherheitsdienstes, dass 70 Prozent der kriminell auffälligen Mitarbeiter bereits bei ihrer Bewerbung falsche Angaben gemacht haben.
Die positivste Auslegung des eigenen Lebenslaufes ist aber noch nicht als kriminell zu bezeichnen. Probleme können im Berufsalltag auftreten, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden und Arbeitsleistungen nicht erbracht werden können. So entsteht für den Bewerbungs-Schwindler im Berufsalltag ein permanenter Rechtfertigungsstress.
Ursachen für den Trend zum Fälschen und Lügen
Die Autorin nennt zwei Bereiche als Ursachen für den Trend zum Fälschen und Lügen:
Um nun einem kriminell/detektivischen Wettstreit und gegenseitiges Misstrauen vorzubeugen, ruft Bärbel Schwertfeger beide Seiten auf, ehrlich miteinander umzugehen. Nur dann werden Bewerber und Unternehmen zu einem gemeinsamen Erfolg kommen.
(Quelle: Personalmagazin Heft 11, Jahrgang: 2002, 64-66, Bärbel Schwertfeger)
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